DJ MÄRKTE EUROPA/Fallende Ölpreise stützen - Fresenius-Aktie mit Kooperation gesucht
DOW JONES--An den europäischen Aktienmärkten geht es zu Wochenbeginn leicht aufwärts. Teilnehmer sprechen allerdings von einem zurückhaltenden Handel vor den US-Zwischenwahlen. Leicht stützend wirken sich die deutlich fallenden Ölpreise aus. Der DAX gewinnt 0,1 Prozent auf 25.848 Punkte, der Euro-Stoxx-50 erhöht sich um 0,2 Prozent auf 6.145 Punkte. Die Märkte zeigen sich damit widerstandsfähig gegenüber dem Kurseinbruch der US-Technologie-Werte vom Freitag. Hier hatten erneut Zweifel an der Tragfähigkeit der massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) auf die Stimmung gedrückt.
Grund für die verhaltene Reaktion ist der andauernde Rendite-Rückgang in den USA, der positiv für die Aktienbewertung wirkt. Die Rendite zehnjähriger US-Titel fällt um 1 Basispunkt auf 4,92 Prozent. Die US-Notenbank hatte in der Vorwoche wie erwartet das Zinsniveau bestätigt, um nicht vor den anstehenden Zwischenwahlen am Dienstag den Anschein politischer Einflussnahme zu erwecken. Als bedrohlicher für den Markt werten Händler die Quartalszahlen von Apple am Montagabend. Hier wird zwar mit einem Umsatzanstieg gerechnet, aufgrund der massiven Preiserhöhungen jedoch mit einem Einbruch im Geräteverkauf oder einem weniger optimistischen Ausblick auf das wichtige Weihnachtsgeschäft.
Kräftig abwärts geht es mit den Ölpreisen. Die Sorten Brent und WTI verlieren jeweils über 4 Prozent. Auslöser sind neue Berichte, wonach ein Deal zwischen den USA und Iran bevorstehen könnte. Schon am Wochenende hatte es Berichte gegeben, sogar ein persönliches Treffen von US-Vize-Präsident Vance mit Irans Unterhändler Mohsen Rezaei sei denkbar, nachdem Vance ihm einen Brief geschrieben hatte.
Kein Belastungsfaktor ist die Entscheidung der Rating-Agentur Fitch, den Ausblick für Frankreich auf "negativ" zu senken. Die Absicherungskosten für Frankreich seien auf einem so hohen Niveau, dass viele Risiken bereits als eingepreist gesehen würden, heißt es. Der CAC-40 gewinnt in Paris 0,2 Prozent.
Die Revisionen der europäischen Einkaufsmanager-Indizes lösen dagegen keine Reaktionen aus. Die Eurozone-Industrie ist zu Beginn des vierten Quartals 2026 auf einem soliden Wachstumskurs geblieben, obwohl sich die Auftragszuwächse verlangsamten und der Lieferdruck zunahm. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Sektor sank auf 52,7 (Vormonat: 52,9) Punkte, wie S&P Global bei der zweiten Veröffentlichung mitteilte. Bei der ersten Veröffentlichung war ein Wert von 52,4 Zählern ausgewiesen worden. Die deutsche Industrie hat im Oktober an Dynamik gewonnen. Der Einkaufsmanagerindex stieg auf 54,2 von 53,9 Punkten. In erster Veröffentlichung war ebenfalls ein Wert von 54,2 ermittelt worden.
Bei den Einzelwerten bricht die Alstom-Aktie um 25,1 Prozent ein. Der Eisenbahntechnik-Konzern hat eine erhebliche Gewinnwarnung herausgegeben und prüft Optionen zum Abbau von Schulden um rund 2 Milliarden Euro, was nach Einschätzung von JP Morgan ein schmerzhaftes, aber notwendiges Bereinigungsereignis darstellt. Die Analysten meinen, dass die Prognose des Unternehmens ein bereinigtes EBIT für das Geschäftsjahr 2027 von 200 Millionen Euro impliziere, was rund 85 Prozent unter dem Konsens liege.
Auch die Aktien von Spielzeughersteller Tonies sorgen für Gesprächsstoff. Sie brachen in der Vorbörse auf Tradegate um rund 16 Prozent ein - aktuell geht es nur um 1,0 Prozent nach unten. Den Grund dahinter sehen Händler in einem sogenannten "Fat Finger", also Fehleingaben. Die Umsätze vom Morgen dürften storniert werden.
Auch bei Ryanair ist der Gewinn zurückgegangen gegenüber dem Vorjahr. Grund ist wie erwartet der starke Anstieg bei den Treibstoff-Kosten. Die Fluglinie rechnet mit rund 2 Milliarden Euro höheren Kosten und plant daher noch weitere Sparmaßnahmen. "Richtig problematisch für Ryanair kann die Lage aber nicht sein, weil sie trotzdem noch Geld für einen Aktienrückkauf haben", so ein Händler. Die Ryanair-Aktie gewinnt 3,7 Prozent.
Für die anderen Airlines zählt nur der aktuelle Fall der Ölpreise: Daher legen Air France-KLM, IAG und Lufthansa um bis zu 3,1 Prozent zu. Die Aktien des Reise-Veranstalters Tui klettern um 3,4 Prozent nach oben.
Positiv ist die Reaktion bei Fresenius mit 1,8 Prozent Plus. Hier wurde eine exklusive Entwicklungsvereinbarung mit Wuxi Biologics zum Ausbau seiner Biosimilars-Pipeline geschlossen. Dadurch erhält der Gesundheitskonzern exklusiven Zugang zu bis zu 37 potenziellen Biosimilar-Kandidaten und adressiert damit Originalpräparate mit einem Umsatz von mehr als 370 Milliarden Euro. Die neue Partnerschaft mit WuXi erweitert aus Sicht der DZ Bank die langfristigen Wachstumsperspektiven von Fresenius insbesondere für die Zeit nach 2030 deutlich. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde bestätigt.
=== Index zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.144,98 +0,2 13,67 6.131,31 6,1 Stoxx-50 5.379,90 -0,2 -12,27 5.392,17 9,4 DAX 25.847,97 +0,1 29,76 25.818,21 5,5 MDAX 30.641,47 +0,6 169,15 27.039,42 0,1 TecDAX 4.104,89 +0,3 13,67 3.091,28 13,3 SDAX 18.162,64 +0,6 106,51 13.062,07 5,8 FTSE 10.724,09 -0,1 -5,69 10.729,78 8,0 CAC 7.988,21 +0,2 18,79 7.969,42 -2,0 SMI 14.751,66 -0,4 -59,00 14.810,66 11,2 ATX 6.446,08 +0,4 26,05 6.420,03 21,0 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:08 Uhr EUR/USD 1,1207 +0,4 0,0049 1,1158 1,1169 EUR/JPY 177,02 +0,7 1,1900 175,83 175,8000 EUR/CHF 0,9192 -0,2 -0,0014 0,9206 0,9188 EUR/GBP 0,8355 +0,3 0,0022 0,8333 0,8334 USD/JPY 157,92 +0,3 0,3900 157,53 157,3900 GBP/USD 1,3411 +0,2 0,0020 1,3391 1,3400 USD/CNY 6,648 -0,1 -0,0058 6,6538 6,6538 USD/CNH 6,6462 -0,1 -0,0066 6,6528 6,6521 AUS/USD 0,7004 -0,4 -0,0026 0,703 0,7035 Bitcoin/USD 77.805,68 0,0 -3,58 77.809,26 77.432,29 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 99,69 -4,3 -4,43 104,12 Brent/ICE 108,5 -4,4 -4,93 113,43 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 3.902,36 +0,7 27,34 3.875,02 Silber 50,14 +2,1 1,04 49,10 Platin 1.426,06 -0,4 -5,16 1.431,22 (Angaben ohne Gewähr) ===
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November 02, 2026 07:16 ET (12:16 GMT)
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