ESSEN (dpa-AFX) - Die Funke Mediengruppe stellt die Führung ihrer Regionalzeitungen neu auf. Zum 1. Januar 2027 führt der Konzern an fünf Standorten sogenannte Publisher ein, wie das Unternehmen mitteilte. Diese würden künftig sowohl die publizistische als auch die wirtschaftliche Verantwortung für die digitale Entwicklung der jeweiligen Zeitungstitel übernehmen. Die Publisher führen künftig die Chefredaktionen und fungieren zugleich als zweite Geschäftsführer am jeweiligen Standort.
Mit der neuen Struktur will Funke Entscheidungswege verkürzen und das digitale Wachstum seiner Regionalzeitungen beschleunigen. Die Publisher sollen unter anderem die Redaktionen verantworten, die Medienmarken weiterentwickeln und den Ausbau digitaler Abos vorantreiben. Die bisherigen Verlagsgeschäftsführer konzentrieren sich künftig stärker auf das Print- und E-Paper-Geschäft, die regionale Vermarktung und weitere Geschäftsfelder.
"Deshalb legen wir redaktionelle Ressourcen und Markenführung an jedem Standort in eine Hand", sagte der für die Regionalmedien zuständige Konzerngeschäftsführer Christoph Rüth in einer Mitteilung. Das reduziere Schnittstellen, beschleunige Entscheidungen und mache das Unternehmen beim digitalen Wachstum schneller. Die journalistische Unabhängigkeit der einzelnen Medienmarken habe auch in der neuen Struktur höchste Priorität, betonte Funke.
Wer die neuen Publisher-Posten übernimmt
Die neuen Publisher-Positionen werden in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Niedersachsen, Hamburg und Berlin eingerichtet. In Nordrhein-Westfalen übernimmt Anne Krum die Verantwortung für die Titel "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ), "Westfalenpost" und "Westfälische Rundschau". Beim "Hamburger Abendblatt" wird Chefredakteurin Cordula Schmitz Publisherin und zugleich alleinige Geschäftsführerin.
In Thüringen übernimmt Nils Kawig die neue Funktion für die drei Regionalzeitungen. Er wechselt zugleich von der "Ostthüringer Zeitung" als Chefredakteur zur "Thüringer Allgemeinen". In Niedersachsen wird Kerstin Loehr Publisherin, bei der "Berliner Morgenpost" übernimmt Anne Lena Mösken die Rolle mit ihrem Amtsantritt im Januar.
Die Chefredakteurinnen und Chefredakteure sollen weiterhin als öffentliche Gesichter ihrer Zeitungstitel auftreten. Die übergreifende Steuerung des Digitalgeschäfts bleibt den Angaben zufolge bei Carsten Groß als Geschäftsführer Digital Publishing. Gemeinsam mit Anne Krum und Cordula Schmitz entwickelt er auch künftig den Rahmen für die Redaktionsstrategie und die Markenführung./svv/DP/mis
