Berlin (ots) -
Der Gesundheitsversorgung kommt durch die veränderte Sicherheitslage in Europa und die wachsende Bedeutung einer gesamtstaatlichen Krisenvorsorge eine entscheidende Rolle zu. Rund 200 Expertinnen und Experten aus Politik, Militär, Gesundheitswesen, Rettungs- und Hilfsorganisationen sowie Zivilschutz tauschten sich dazu bei dem Symposium "Gesundheitsversorgung in der Gesamtverteidigung" in Berlin aus.
Eingeladen hatten die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Wehrmedizinische Berater der Leitung des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) und Befehlshaber Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann. Mit der Etablierung dieses Forums zum professionellen Austausch wurde der Erfolg der Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr fortgesetzt. Auch diesmal standen aktuelle sicherheits- und gesundheitspolitische Herausforderungen, der Stand gesetzgeberischer Vorhaben sowie konkrete Maßnahmen in Bund und Ländern im Mittelpunkt.
Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender KBV-Vorstandsvorsitzender: "Heute haben wir unseren im Juni 2025 begonnenen, interdisziplinären und sehr vertrauensvollen Dialog fortgesetzt und vertieft. Das Bewusstsein, sich verstärkt auf mögliche Bedrohungslagen vorzubereiten und zusammenzuarbeiten, ist bei allen Akteuren umfänglich vorhanden - ebenso wie der Bedarf zur Kooperation aller Beteiligten: Bundeswehr, KV-System mit den Praxen von Ärzten und Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Rehakliniken, Katastrophenschutz, Rettungs-, Hilfs- und Zivilschutzorganisationen.
Wir können als gut vernetztes dezentrales System mit den niedergelassenen ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen hier sehr viel leisten. In dem unserer Arbeit maßgeblich zugrunde liegenden Sozialgesetzbuch V sind hierfür allerdings keine adäquaten Rahmenbedingungen geschaffen. Deshalb zählen wir auf das angekündigte Gesundheitssicherstellungsgesetz (GeSiG), welches hoffentlich sehr zeitnah als Entwurf vorliegt. Als Rahmenbedingungen für die Krisenresilienz sind unter anderem zu nennen eine einheitliche, mit der Telematikinfrastruktur kompatible Identifikation aller zu Versorgenden, eine verbindliche Patientensteuerung, die Medikamenten- und Materialversorgung sowie Regelungen zur Anpassung des Versorgungsangebotes und Finanzierungsregelungen.
Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) können und müssen ebenengerecht in die Lage- und Entscheidungszentren eingebunden sein, um sowohl den ambulanten Anteil der medizinischen Versorgung zum Lagebild beitragen, als auch die Einsteuerung von Patienten in das ambulante System gewährleisten zu können. Die heute im Verlauf herausgearbeiteten Schnittstellen hierzu müssen beübt werden."
Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann: "Die Bedrohung ist längst konkret - Cyberattacken erleben wir nahezu täglich. Gleichzeitig wird es für eine Krise oder einen Verteidigungsfall kein Drehbuch geben, nach dem wir handeln können. Umso wichtiger ist, dass wir uns schon heute kennen, Vertrauen aufbauen, wissen, wer für was verantwortlich ist und die Zusammenarbeit einüben. Je besser wir vorbereitet sind und je mehr wir voneinander wissen, desto handlungsfähiger werden wir sein, wenn es darauf ankommt.
Genau hieran knüpfen wir - gemeinsam mit der KBV - mit dem zweiten Symposium zur Gesundheitsversorgung in der Gesamtverteidigung an. Wir schaffen eine Plattform, um Perspektiven zusammenzubringen, Schnittstellen zu klären und die Voraussetzungen für eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung auch in einer akuten Krise zu stärken."
Wie bereits im letzten Jahr waren auch diesmal wieder Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der wichtigsten Akteure vertreten. Dazu gehörten u. a. Katja Kohfeld, Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, Brigadegeneral David Markus, Unterabteilungsleiter Streitkräfte I im Bundesministerium der Verteidigung, Dr. Andreas Philippi, Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung in Niedersachsen und Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz, sowie Giulio Gullotta, Leiter der Abteilung Zivilschutzausstattung im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Mit dem fachlichen Austausch über Organisationsbereiche, Zuständigkeiten und mehrere Brennpunktthemen hinweg konnte erneut ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung und Stärkung des Gesundheitssystems geleistet werden. Zusätzlich soll ein Erfahrungsbericht konkrete Handlungsvorschläge bereitstellen.
Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Roland Stahl, Tel.: 030 4005-2201, RStahl@kbv.de
Tanja Hinzmann, Tel.: 030 4005-2240, THinzmann@kbv.de
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Stabsbereich Strategie, Politik und Kommunikation
Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin
presse@kbv.de, www.kbv.de
Pressekontakt:
Unterstützungskommando der Bundeswehr
Presse- und Informationszentrum
Telefon: +49 (228) 5504 -1112
Nach Dienst: +49 (151) 14856030
UstgKdoBwPIZ@Bundeswehr.org
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/176538/6383142
Der Gesundheitsversorgung kommt durch die veränderte Sicherheitslage in Europa und die wachsende Bedeutung einer gesamtstaatlichen Krisenvorsorge eine entscheidende Rolle zu. Rund 200 Expertinnen und Experten aus Politik, Militär, Gesundheitswesen, Rettungs- und Hilfsorganisationen sowie Zivilschutz tauschten sich dazu bei dem Symposium "Gesundheitsversorgung in der Gesamtverteidigung" in Berlin aus.
Eingeladen hatten die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Wehrmedizinische Berater der Leitung des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) und Befehlshaber Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann. Mit der Etablierung dieses Forums zum professionellen Austausch wurde der Erfolg der Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr fortgesetzt. Auch diesmal standen aktuelle sicherheits- und gesundheitspolitische Herausforderungen, der Stand gesetzgeberischer Vorhaben sowie konkrete Maßnahmen in Bund und Ländern im Mittelpunkt.
Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender KBV-Vorstandsvorsitzender: "Heute haben wir unseren im Juni 2025 begonnenen, interdisziplinären und sehr vertrauensvollen Dialog fortgesetzt und vertieft. Das Bewusstsein, sich verstärkt auf mögliche Bedrohungslagen vorzubereiten und zusammenzuarbeiten, ist bei allen Akteuren umfänglich vorhanden - ebenso wie der Bedarf zur Kooperation aller Beteiligten: Bundeswehr, KV-System mit den Praxen von Ärzten und Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Rehakliniken, Katastrophenschutz, Rettungs-, Hilfs- und Zivilschutzorganisationen.
Wir können als gut vernetztes dezentrales System mit den niedergelassenen ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen hier sehr viel leisten. In dem unserer Arbeit maßgeblich zugrunde liegenden Sozialgesetzbuch V sind hierfür allerdings keine adäquaten Rahmenbedingungen geschaffen. Deshalb zählen wir auf das angekündigte Gesundheitssicherstellungsgesetz (GeSiG), welches hoffentlich sehr zeitnah als Entwurf vorliegt. Als Rahmenbedingungen für die Krisenresilienz sind unter anderem zu nennen eine einheitliche, mit der Telematikinfrastruktur kompatible Identifikation aller zu Versorgenden, eine verbindliche Patientensteuerung, die Medikamenten- und Materialversorgung sowie Regelungen zur Anpassung des Versorgungsangebotes und Finanzierungsregelungen.
Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) können und müssen ebenengerecht in die Lage- und Entscheidungszentren eingebunden sein, um sowohl den ambulanten Anteil der medizinischen Versorgung zum Lagebild beitragen, als auch die Einsteuerung von Patienten in das ambulante System gewährleisten zu können. Die heute im Verlauf herausgearbeiteten Schnittstellen hierzu müssen beübt werden."
Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann: "Die Bedrohung ist längst konkret - Cyberattacken erleben wir nahezu täglich. Gleichzeitig wird es für eine Krise oder einen Verteidigungsfall kein Drehbuch geben, nach dem wir handeln können. Umso wichtiger ist, dass wir uns schon heute kennen, Vertrauen aufbauen, wissen, wer für was verantwortlich ist und die Zusammenarbeit einüben. Je besser wir vorbereitet sind und je mehr wir voneinander wissen, desto handlungsfähiger werden wir sein, wenn es darauf ankommt.
Genau hieran knüpfen wir - gemeinsam mit der KBV - mit dem zweiten Symposium zur Gesundheitsversorgung in der Gesamtverteidigung an. Wir schaffen eine Plattform, um Perspektiven zusammenzubringen, Schnittstellen zu klären und die Voraussetzungen für eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung auch in einer akuten Krise zu stärken."
Wie bereits im letzten Jahr waren auch diesmal wieder Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der wichtigsten Akteure vertreten. Dazu gehörten u. a. Katja Kohfeld, Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, Brigadegeneral David Markus, Unterabteilungsleiter Streitkräfte I im Bundesministerium der Verteidigung, Dr. Andreas Philippi, Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung in Niedersachsen und Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz, sowie Giulio Gullotta, Leiter der Abteilung Zivilschutzausstattung im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Mit dem fachlichen Austausch über Organisationsbereiche, Zuständigkeiten und mehrere Brennpunktthemen hinweg konnte erneut ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung und Stärkung des Gesundheitssystems geleistet werden. Zusätzlich soll ein Erfahrungsbericht konkrete Handlungsvorschläge bereitstellen.
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Dr. Roland Stahl, Tel.: 030 4005-2201, RStahl@kbv.de
Tanja Hinzmann, Tel.: 030 4005-2240, THinzmann@kbv.de
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