Hannover (ots) -
Mit insgesamt 54 unterschiedlichen Prüf- und Kontrollinstanzen sehen sich Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen konfrontiert. Das hat die Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Ricarda Hasch, bei der Mitgliederversammlung des Verbandes in Hannover deutlich gemacht.
"Mir geht es ausdrücklich nicht darum, Qualitätsanforderungen zu senken oder notwendige Prüfungen abzuschaffen. Im Gegenteil: Wir alle wollen eine gute und sichere Versorgung der uns anvertrauten Menschen gewährleisten. Aber wenn unterschiedliche Behörden immer wieder dieselben Sachverhalte überprüfen oder Nachweise verlangt werden, die keinen erkennbaren Mehrwert für die Versorgungsqualität haben, dann läuft etwas grundlegend falsch", erklärte Hasch.
"Qualität kann man nicht von außen hineinprüfen. Sie muss sich von innen heraus entwickeln und entfalten können. Dafür brauchen unsere Mitarbeitenden Zeit, gute Rahmenbedingungen und Vertrauen - und nicht immer neue Kontrollen der Kontrollen."
Hasch forderte ein abgestimmtes Vorgehen von Bund, Ländern und Kommunen, um Doppelprüfungen abzubauen, Zuständigkeiten besser aufeinander abzustimmen und überflüssige Nachweispflichten zu streichen.
"Jede Stunde, die unsere Fach- und Führungskräfte mit vermeidbarer Bürokratie verbringen, fehlt uns bei den Menschen, bei der Mitarbeiterführung oder bei der Weiterentwicklung unserer Einrichtungen. Wir müssen endlich wieder stärker auf die fachliche Kompetenz und Eigenverantwortung derjenigen vertrauen, die täglich die Versorgung sicherstellen."
Notwendige Schritte zur Entlastung der Pflegeeinrichtungen sieht auch Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi. "Es gilt Vertrauen aufzubauen, Kontrollen und Bürokratie abzubauen." Darin sieht der Minister auch eine große Aufgabe für die seit wenigen Tagen eingesetzte Pflege-Strukturkommission. Sie könne nur erfolgreich sein, wenn sie die Praxis einbinde. "Wichtig, dass alle Stakeholder Ideen entwickeln, wie eine Sozialreform umgesetzt werden kann und wer am Ende wie viel an Sparbeiträgen zu leisten bereit ist. Der Bundesregierung und der Strukturkommission sage ich: Hört auf die betroffenen Leute und auf die Kritik der Länder."
Die Kritik der rund 200 Vertreterinnen und Vertreter von Pflegeeinrichtungen in ganz Niedersachsen richtete sich in erster Linie gegen das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), das in den nächsten Wochen vom Bundestag beraten wird. "5000 Jobs stehen hier allein in Niedersachen auf dem Spiel, wenn Pflegedienste schon ab dem 1. Januar keine Entlastungsleistungen mehr anbieten dürfen", warnte die bpa-Landesvorsitzende Hasch. "Auch zehntausende Pflegebedürftige wissen dann nicht mehr, wer sie niedrigschwellig im Alltag unterstützen soll. Das ist politischer Irrsinn." Die Pflegeanbieter in Niedersachsen gehen deshalb am 17. November gemeinsam auf die Straße, um vor den Folgen des Gesetzes zu warnen.
Pressekontakt:
Für Rückfragen: Cartsen Adenäuer, Leiter der Landesgeschäftsstelle,
Tel.: +49 511 1 23 51 340, www.bpa.de
Original-Content von: bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/17920/6383648
Mit insgesamt 54 unterschiedlichen Prüf- und Kontrollinstanzen sehen sich Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen konfrontiert. Das hat die Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Ricarda Hasch, bei der Mitgliederversammlung des Verbandes in Hannover deutlich gemacht.
"Mir geht es ausdrücklich nicht darum, Qualitätsanforderungen zu senken oder notwendige Prüfungen abzuschaffen. Im Gegenteil: Wir alle wollen eine gute und sichere Versorgung der uns anvertrauten Menschen gewährleisten. Aber wenn unterschiedliche Behörden immer wieder dieselben Sachverhalte überprüfen oder Nachweise verlangt werden, die keinen erkennbaren Mehrwert für die Versorgungsqualität haben, dann läuft etwas grundlegend falsch", erklärte Hasch.
"Qualität kann man nicht von außen hineinprüfen. Sie muss sich von innen heraus entwickeln und entfalten können. Dafür brauchen unsere Mitarbeitenden Zeit, gute Rahmenbedingungen und Vertrauen - und nicht immer neue Kontrollen der Kontrollen."
Hasch forderte ein abgestimmtes Vorgehen von Bund, Ländern und Kommunen, um Doppelprüfungen abzubauen, Zuständigkeiten besser aufeinander abzustimmen und überflüssige Nachweispflichten zu streichen.
"Jede Stunde, die unsere Fach- und Führungskräfte mit vermeidbarer Bürokratie verbringen, fehlt uns bei den Menschen, bei der Mitarbeiterführung oder bei der Weiterentwicklung unserer Einrichtungen. Wir müssen endlich wieder stärker auf die fachliche Kompetenz und Eigenverantwortung derjenigen vertrauen, die täglich die Versorgung sicherstellen."
Notwendige Schritte zur Entlastung der Pflegeeinrichtungen sieht auch Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi. "Es gilt Vertrauen aufzubauen, Kontrollen und Bürokratie abzubauen." Darin sieht der Minister auch eine große Aufgabe für die seit wenigen Tagen eingesetzte Pflege-Strukturkommission. Sie könne nur erfolgreich sein, wenn sie die Praxis einbinde. "Wichtig, dass alle Stakeholder Ideen entwickeln, wie eine Sozialreform umgesetzt werden kann und wer am Ende wie viel an Sparbeiträgen zu leisten bereit ist. Der Bundesregierung und der Strukturkommission sage ich: Hört auf die betroffenen Leute und auf die Kritik der Länder."
Die Kritik der rund 200 Vertreterinnen und Vertreter von Pflegeeinrichtungen in ganz Niedersachsen richtete sich in erster Linie gegen das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), das in den nächsten Wochen vom Bundestag beraten wird. "5000 Jobs stehen hier allein in Niedersachen auf dem Spiel, wenn Pflegedienste schon ab dem 1. Januar keine Entlastungsleistungen mehr anbieten dürfen", warnte die bpa-Landesvorsitzende Hasch. "Auch zehntausende Pflegebedürftige wissen dann nicht mehr, wer sie niedrigschwellig im Alltag unterstützen soll. Das ist politischer Irrsinn." Die Pflegeanbieter in Niedersachsen gehen deshalb am 17. November gemeinsam auf die Straße, um vor den Folgen des Gesetzes zu warnen.
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Für Rückfragen: Cartsen Adenäuer, Leiter der Landesgeschäftsstelle,
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