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MÄRKTE EUROPA/Gewinne nach Demokraten-Sieg in den USA - Quartalszahlen im Fokus

DJ MÄRKTE EUROPA/Gewinne nach Demokraten-Sieg in den USA - Quartalszahlen im Fokus

DOW JONES--Mit Erleichterung wird das Ergebnis der US-Zwischenwahl am Mittwoch an den europäischen Aktienmärkte aufgenommen. Die Demokraten haben mit einem klaren Sieg die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus und im Senat gewonnen - doch welche Auswirkungen dies auf die Politik in den USA haben wird, ist bislang unklar. Es dürfte das Regieren für US-Präsident Donald Trump zumindest deutlich schwieriger machen. Für den DAX geht es um 0,4 Prozent auf 25.966 Punkte nach oben, der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,7 Prozent auf 6.187 Punkte. Daneben gibt es eine Flut von Quartalszahlen.

Das Wahlergebnis lässt eine grundlegende Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse in Washington erwarten, heißt es von CMC. Für die US-Regierung könnte es erheblich schwieriger werden, ihre wirtschaftspolitischen Vorhaben durch den Kongress zu bringen. Besonders die künftige Steuer-, Handels- und Haushaltspolitik dürfte nun stärker in den Mittelpunkt der Anleger rücken. Die politische Unsicherheit komme für die Aktienmärkte zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Mit klareren Mehrheitsverhältnissen könnte zumindest die wahlbedingte Unsicherheit nachlassen, so Analyst Salah-Eddine Bouhmidi von IG. Die geopolitischen Risiken blieben jedoch bestehen. Insbesondere der Iran-Konflikt und eine mögliche Eskalation im Nahen Osten dürften die Anleger weiterhin beschäftigen.

Der europäische Technologiesektor gewinnt 0,6 Prozent. Damit werden Befürchtungen, dass die Demokraten die US-Technologie-Branche stärker regulieren und vor allem die großen KI-Unternehmen stärker kontrollieren könnten zunächst in den Hintergrund gedrängt. Allerdings wäre eine umfassende neue KI-Gesetzgebung keineswegs sicher, heißt es. Denn Trump könne mögliche Gesetze unter demokratischer Mehrheit mit seinem Veto blockieren. Infineon steigen um 2,0 Prozent und die Kurse von ASML und STMicro um bis zu 1,6 Prozent.

Der Dollar schwächt sich mit dem US-Wahlergebnis leicht ab. Mit dem Euro geht es im Gegenzug um 0,5 Prozent auf 1,1243 Dollar nach oben. Die Dollar-Schwäche werde nicht von Dauer sein, so Analystin Kirstine Kundby-Nielsen von der Danske Bank. Das Wahlergebnis verbessere die Vorhersehbarkeit der Finanzpolitik, senke das Risiko von defiziterhöhenden politischen Änderungen und setze Leitplanken für Trumps politische Nominierungen. Dies sei mittelfristig positiv für den Dollar. Die Renditen der US-Staatsanleihen geben nach, die Rendite zehnjähriger Papiere fällt um 2 Basispunkte auf 4,93 Prozent und zwischenzeitlich sogar auf den tiefsten Stand seit Anfang September.

Auf der Unternehmensseite stehen unter anderem BMW im Fokus. Der Automobil-Premiumhersteller muss erneut die Prognose für dieses Jahr senken. Belastet von erweiterten und intensivierten Portfolio- und Strukturmaßnahmen rechnet der Automobilhersteller 2026 mit einer operativen Rendite im Autogeschäft von plus 0,5 bis minus 0,5 Prozent. Bisher hatte BMW nach der Gewinnwarnung im Sommer die Marge im Korridor von 1 bis 3 Prozent erwartet.

Auch wenn BMW günstig bewertet und der Konsens für das Geschäftsjahr 2027 deutlich gesunken sei, glauben die Citi-Analysten nicht, dass Investoren zu BMW zurückkehrten, bevor die negativen Überraschungen aufhörten und BMW gezielt sequenzielle Verbesserungen der EBIT-Marge berichten könne. Angesichts der Gegenwinde bei den Rohstoffkosten (und China) könnte dies im Geschäftsjahr 2027 noch nicht der Fall sein. Zwischenzeitlich könnten etwaige EU-Schutzmaßnahmen kurzfristig Unterstützung bieten. Daher seien beschleunigte Kostensenkungen sehr zu begrüßen. Die BMW-Aktie verliert 0,1 Prozent.

Raiffeisen bescheinigt Fresenius starke Drittquartalszahlen. Sowohl Umsatz als auch Gewinn legten spürbar zu - getragen durch Wachstum der beiden Sparten Kabi und Helios. Für das Gesamtjahr 2026 bleibe die Geschäftsführung optimistisch. Fresenius verlieren dennoch 0,2 Prozent.

Continental (+5,9%) hat nach einem überraschend hohen Gewinn im dritten Quartal 2026 ihre Jahresziele für die operative Rendite nach oben angepasst. Der Reifenhersteller profitierte im Dreimonatszeitraum von einer robusten operativen Entwicklung in seinem Kerngeschäft mit Pkw-Reifen, insbesondere in den Regionen Europa und Asien-Pazifik.

Die Bayer-Aktie gewinnt 1,4 Prozent. Der Konzern bekommt für sein Lungenkrebsmedikament Sevabertinib nun auch eine Erstlinienzulassung in China.

Für die Siltronic-Aktie geht es um 8,7 Prozent nach oben. Der Wafer-Hersteller hat nach deutlichen Steigerungen bei Umsatz, operativem Gewinn EBITDA und entsprechenden Margenverbesserungen im dritten Quartal die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben.

DAX-Gewinner mit einem Plus von 6,9 Prozent sind Heidelberg Materials. Der Baustoff-Konzern hat bei 10 Prozent Wachstum im dritten Quartal 9 Prozent mehr operativen Gewinn eingefahren als im Vorjahr. Laut Raiffeisen hat der Konzern die Umsatz- und Ergebniserwartungen geschlagen. An der Prognose hält das Unternehmen fest.

Novo Nordisk (+3,2%) hat ihre Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Der dänische Pharmakonzern begründete dies mit verbesserten Aussichten für seine wichtigsten Medikamente gegen Adipositas und Diabetes, insbesondere in Märkten außerhalb der USA.

=== 
Index          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.186,70  +0,7   42,14    6.144,56      6,8 
Stoxx-50        5.385,36  +0,5   24,39    5.360,97      9,5 
DAX          25.965,51  +0,4   100,89    25.864,62      6,0 
MDAX          30.826,48  +0,3   83,12    27.039,42      0,7 
TecDAX         4.111,54  +0,5   18,95    3.091,28      13,5 
SDAX          18.103,85  +0,5   86,77    13.062,07      5,4 
FTSE          10.639,32  +0,0    0,89    10.638,43      7,1 
CAC           8.042,16  +0,3   21,85    8.020,31      -1,3 
SMI          14.738,87  -0,0   -4,22    14.743,09      11,1 
ATX           6.530,01  +2,1   133,88    6.396,13      22,6 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:15 Uhr 
EUR/USD          1,1243  +0,5   0,0050     1,1193     1,1192 
EUR/JPY          177,81  +0,1   0,2200     177,59    177,3600 
EUR/CHF          0,9172  -0,1  -0,0013     0,9185     0,9186 
EUR/GBP          0,834  +0,0   0,0003     0,8337     0,8343 
USD/JPY          158,14  -0,3  -0,5200     158,66    158,4400 
GBP/USD          1,3478  +0,5   0,0067     1,3411     1,3414 
USD/CNY          6,6745  +0,1   0,0044     6,6701     6,6701 
USD/CNH          6,6736  +0,1   0,0037     6,6699     6,6695 
AUS/USD          0,6999  +0,5   0,0033     0,6966     0,6972 
Bitcoin/USD      78.406,07  +0,7   565,72    77.840,35   77.563,90 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         96,52  +0,5    0,43      96,09 
Brent/ICE         103,84  +0,2    0,24     103,60 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.032,70  +2,7   104,45    3.928,25 
Silber           51,85  +4,2    2,08      49,77 
Platin         1.455,95  +2,8   39,92    1.416,02 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/flf

(END) Dow Jones Newswires

November 04, 2026 03:53 ET (08:53 GMT)

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