LONDON (dpa-AFX) - Der Goldpreis ist am Mittwoch angetrieben von einer Schwäche des US-Dollar deutlich gestiegen. Nach einer überraschend deutlichen Niederlage der Republikanischen Partei von Präsident Donald Trump bei den Zwischenwahlen in den USA ist der Dollar zu allen anderen Währungen unter Druck geraten. Da Gold auf dem Weltmarkt in der Regel in Dollar gehandelt wird, machte die Kursschwäche das Edelmetall günstiger, was die Nachfrage verstärkte.
An der Börse in London ist der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) des Edelmetalls über die Marke von 4.000 Dollar gestiegen. Im Mittagshandel wurde Gold bei 4.045 Dollar gehandelt und damit drei Prozent höher als am Vortag. Ende der vergangenen Woche war der Goldpreis noch auf ein Jahrestief bei 3.870 Dollar gefallen. Trotz der jüngsten Gewinne ist er weit vom Rekordhoch entfernt, das zu Beginn des Jahres bei knapp 5.600 Dollar erreicht worden war.
In einer deutlichen Abrechnung mit der Politik von Trump haben die US-Wähler den Demokraten die volle Kontrolle über den Kongress übertragen. Trumps Republikaner haben ihre Mehrheit nicht nur im Abgeordnetenhaus, sondern auch im Senat verloren - was noch vor wenigen Monaten als kaum wahrscheinlich galt.
Das Ergebnis der Wahl in den USA kann nach Einschätzung von Marktbeobachtern die finanzpolitische Agenda des Präsidenten einschränken - was wiederum die Möglichkeiten für weitere Kreditaufnahmen begrenzen dürfte. Vor diesem Hintergrund sind die Renditen von US-Staatsanleihen zuletzt gesunken.
Neben der Kursschwäche des Dollar wirken auch Rückgänge bei den Renditen von Staatsanleihen auf den Goldpreis. Gold, das keine Marktzinsen abwirft, wird für Anleger attraktiver, wenn die Renditen für Staatsanleihen fallen. Niedrigere Renditen sorgen daher in der Regel für eine stärkere Nachfrage./jkr/jsl/jha/
