DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Inflation in der Eurozone steigt wegen Energiekosten erneut
Die Inflation in der Eurozone ist im Oktober den vierten Monat in Folge gestiegen, da die Energiekosten weiter anzogen. Dies bestärkt die Erwartungen, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins nach einer Pause in der vergangenen Woche erneut anheben könnte. Die Verbraucherpreise kletterten im Oktober im Jahresvergleich um 4,0 Prozent. Sie beschleunigten sich damit gegenüber einem Anstieg von 3,8 Prozent im September und markierten die höchste Inflationsrate seit September 2023, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Ökonomen hatten mit einer Inflation von 3,9 Prozent gerechnet.
VP Bank: EZB-Zinserhöhungen auch 2027 denkbar
Thomas Gitzel, der Chefvolkswirt der liechtensteinischen VP Bank, hält angesichts der Inflationsentwicklung im Euroraum weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) über Dezember hinaus für möglich. "In Anbetracht einer Inflationsrate von 4 Prozent sind selbst weitere Zinsanhebungen im kommenden Jahr nicht auszuschließen - auch wenn unter Herausrechnung der Energie- und Nahrungsmittelpreise (Kernrate) die Teuerung im Oktober unverändert bei 2,5 Prozent blieb", schreibt er in einem Kommentar. Die EZB müsse angesichts der unveränderten Kernteuerungsrate nicht in Hektik verfallen, eine Zinsanhebung im Dezember um 25 Basispunkte sei wegen der der hohen Oktober-Teuerungsrate aber "gesetzt".
Euroraum-Inflationshoch dürfte bei über 4 Prozent liegen
Die Inflation im Euroraum wird nach Einschätzung von Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Bethmann HAL, Anfang nächsten Jahres bei über 4 Prozent ihren Hochpunkt erreichen. Darüber hinaus sieht er das Risiko, dass es nach den US-Zwischenwahlen zu neuer Eskalation in Nahost kommt. "Ein neuerlicher Preisschub würde die Inflationsrate auf noch weitere Höhen katapultieren", schreibt er in einem Kommentar. Eine Zinserhöhung im Dezember steht nach seiner Einschätzung weiter ganz oben auf ihrer To-do-Liste der Europäischen Zentralbank (EZB). "Die Leitzinsen noch weiter anzuheben, wird der EZB schwer fallen, da dies die Konjunktur stärker belastete", meint er.
S&P Global: Deutscher Servicesektor wächst im Oktober weiter
Die Geschäftsaktivität im deutschen Servicesektor hat sich im Oktober etwas abgeschwächt, blieb auf einem robusten Niveau. Der von S&P Global für den Sektor ermittelte Einkaufsmanagerindex sank auf 52,5 von 52,9 Punkten, wie aus den finalen Daten für den Monat hervorgeht. Vorläufig war für Oktober ein Wert von 51,7 ermittelt worden. Auch insgesamt hat sich das Wachstum in Deutschlands Wirtschaft im Oktober verlangsamt. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel auf 53,4 von 53,8 Punkten im Vormonat.
S&P Global: Eurozone-Wirtschaft wächst im Oktober langsamer
Das Wachstum der Eurozone-Wirtschaft hat sich im Oktober verlangsamt. Der Sammelindex für die Produktion der Privatwirtschaft der Eurozone, der Industrie und Dienstleistungen umfasst, fiel auf 51,7 Zähler von 53,1 im Vormonat, wie S&P Global bei einer zweiten Veröffentlichung berichtete. Beim ersten Ausweis war ein Rückgang auf 51,9 Punkte gemeldet worden. Volkswirte hatten eine Bestätigung dieses Werts erwartet.
EZB: Lohndruck im Euroraum nimmt 2027 etwas zu
Das Lohnwachstum im Euroraum wird sich nach Erkenntnissen der Europäischen Zentralbank (EZB) in den ersten drei Quartalen des nächsten Jahres etwas verstärken. Wie die EZB mitteilte, deutet der von ihr berechnete Wage Tracker mit geglätteten Sonderzahlungen für 2026 einen Anstieg der Tariflöhne um 2,3 Prozent an. Für das zweite Halbjahr 2026 weist der Indikator auf einen Anstieg um 2,7 Prozent hin, der sich ersten Halbjahr 2027 auf 2,8 Prozent verstärken dürfte. Für das dritte Quartal werden 2,4 Prozent Lohnwachstum prognostiziert. Die Prognosen basieren auf Lohnabschlüssen bis Mitte Oktober.
Schwedens Zentralbank hebt die Zinsen als Reaktion auf den Iran-Krieg an
Schwedens Zentralbank hat am Mittwoch ihren Leitzins zum ersten Mal seit Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran angehoben. Zudem signalisierte sie, dass weitere Erhöhungen der Kreditkosten wahrscheinlich sind. Die Riksbank hob ihren Leitzins von 1,75 Prozent auf 2 Prozent an. Dieser Schritt war von Investoren erwartet worden, da die Währungshüter ihn nach ihrer jüngsten Sitzung bereits angekündigt hatten. Es war die erste Erhöhung seit mehr als drei Jahren.
Klarer Sieg der Demokraten könnte neue geopolitische Risiken bringen
Ein klarer Sieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen könnte neue geopolitische Risiken mit sich bringen, schreibt Neil Shearing von Capital Economics in einer Research Note. Die Ergebnisse könnten Präsident Trump dazu drängen, seine Autorität in der Außenpolitik geltend zu machen, und er versuche möglicherweise, seine Spuren zu hinterlassen, meint der Chefökonom der Gruppe. Zu den Bereichen, in denen Trump handeln könnte, gehörten der Nahe Osten und der Iran, Russland und die Ukraine sowie China, fügt Shearing hinzu. Es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Trumps Präsidentschaft in Untersuchungen des Kongresses steckenbleibe. Dies erhöhe seinen Anreiz, sich auf außenpolitische Themen zu konzentrieren.
Blaue Welle könnte die Politik nach 2028 stärker prägen als in den nächsten zwei Jahren
Die demokratische Welle dürfte an der kurzfristigen US-Politik nicht viel ändern, da der Partei eine filibustersichere Mehrheit im Senat fehlt, aber sie erhöht ihre Chancen auf weitreichendere Gesetzesänderungen, sollten sie die Präsidentschaftswahl 2028 gewinnen, meint Stephen Brown von Capital Economics. Die Demokraten könnten die im vergangenen Jahr von den Republikanern beschlossenen Steuer- und Ausgabenkürzungen rückgängig machen und würden wahrscheinlich versuchen, Regulierungen zu verabschieden, um den KI-Ausbau in irgendeiner Form zu begrenzen, schreibt er in einer Research Note.
Demokratischer Wahlsieg könnte Brent wegen Iran-Risiken über 120 USD treiben
Capital Economics meint, dass ein demokratischer Erdrutschsieg bei den US-Zwischenwahlen die geopolitischen Risiken erhöhen und den Preis für Rohöl der Sorte Brent möglicherweise über 120 US-Dollar pro Barrel treiben könnte, falls Präsident Trump die Angriffe auf den Iran wieder aufnimmt. Da seine innenpolitische Agenda durch den Kongress eingeschränkt wäre, könnte sich Trump verstärkt der Außenpolitik zuwenden, in der er eine größere Autonomie besitze, schreibt Neil Shearing, der Chefökonom des Beratungsunternehmens, in einem Kommentar. Erneute militärische Maßnahmen könnten die Energiepreise in die Höhe treiben, obgleich Trump stattdessen auch eine diplomatische Lösung anstreben könnte.
+++ Konjunkturdaten +++
US/MBA Market Index Woche per 30. Okt -1,2% auf 192,6 (Vorwoche: 195)
US/MBA Purchase Index Woche per 30. Okt -2,0% auf 131,4 (Vorwoche: 134,1)
US/MBA Refinance Index Woche per 30. Okt +0,1% auf 517,5 (Vorwoche: 516,8)
DJG/DJN/apo
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November 04, 2026 07:30 ET (12:30 GMT)
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