DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Stellenaufbau im US-Privatsektor blieb im Oktober solide - ADP-Bericht
Der Stellenaufbau bei den Arbeitgebern des privaten Sektors hat im Oktober ein solides Wachstum verzeichnet, wie das Personaldienstleistungsunternehmen ADP mitteilte. Private Unternehmen schufen im Oktober netto 86.000 Arbeitsplätze, nachdem im September ein revidierter Zuwachs von 86.000 Stellen verzeichnet worden war, wie ADP am Mittwochmorgen mitteilte. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten mit 75.000 neuen Stellen im privaten Sektor gerechnet.
US-Handelsbilanzdefizit im September geschrumpft
Das Handelsbilanzdefizit der USA ist im September geschrumpft. Dies geht aus Daten hervor, die vom Handelsministerium veröffentlicht wurden. Die US-Importe überstiegen die Exporte um 105 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 0,7 Prozent gegenüber den revidierten 105,7 Milliarden Dollar im August entspricht. Von The Wall Street Journal befragte Analysten hatten mit einer Ausweitung des Defizits auf 107,7 Milliarden Dollar gerechnet.
Lebensmittelinflation in der Eurozone dürfte weiter steigen
Die Lebensmittelinflation in der Eurozone hat im Oktober positiv überrascht, schreibt Nicola Nobile von Oxford Economics in einer Research Note. Die Inflation im Warenkorb für Lebensmittel, Alkohol und Tabak sei von 1,3 Prozent im September auf 1,6 Prozent gestiegen. Obwohl diese Rate immer noch relativ niedrig sei, sei die Dynamik recht stark, insbesondere bei unverarbeiteten Lebensmitteln, bei denen die Rate von 4 Prozent auf 4,6 Prozent gestiegen sei. "Die Richtung deutet auf eine schnellere Lebensmittelpreisinflation hin, die im nächsten Jahr aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen und höherer Energiepreise im Durchschnitt bei etwa 3 Prozent liegen dürfte, wobei die Risiken nach oben gerichtet sind", meint Nobile. Die Gesamtinflation in der Eurozone ist im Oktober von 3,8 Prozent im September auf 4 Prozent gestiegen.
US-Rohöllagerbestände stärker als erwartet gesunken
Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich in der Woche zum 30. Oktober verringert. Sie fielen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) um 0,865 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten einen Rückgang um 0,2 Millionen Barrel vorhergesagt. In der Vorwoche hatten sich die Lagerbestände um 1,892 Millionen Barrel reduziert.
US-Dienstleistungssektor expandiert im Oktober erneut -- ISM
Die Aktivität im US-Dienstleistungssektor ist im Oktober weiter gewachsen. Dies ging aus einer Umfrage unter Einkaufsmanagern hervor. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) für den Dienstleistungssektor lag im Oktober bei 54,5 Punkten, verglichen mit 54,9 Punkten im September. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten mit einem Wert von 54,8 Punkten gerechnet. Ein Wert von über 50 Punkten signalisiert eine Expansion, während ein Wert unter 50 Punkten ein Schrumpfen anzeigt.
Europa könnte Verteidigungsausgaben nach Trumps Wahlschlappe überdenken
Europa könnte nach einer schweren Niederlage der Republikaner bei den Zwischenwahlen beginnen, seine Haltung gegenüber Trump zu verschärfen, schreiben die Analysten von ING in einer Research Note. Einige Länder könnten versucht sein, die Geduld des Präsidenten auf die Probe zu stellen, indem sie das Tempo bei der Erhöhung der Verteidigungsausgaben verlangsamen, insbesondere angesichts ihrer eigenen Haushaltszwänge, so die Analysten. "Das "TACO [Trump Always Chickens Out]"-Phänomen könnte zunehmend das Denken Europas prägen." Dies könnte jedoch die wirtschaftlichen Risiken erhöhen, sollte Trump als Reaktion darauf seine Politik gegenüber Europa verschärfen, merken die Analysten an.
Goldman Sachs: Demokraten wollen Iran-Krieg und Zölle eindämmen
Volkswirte von Goldman Sachs erwarten, dass die US-Demokraten ihren Sieg bei den Zwischenwahlen nutzen werden, um den Krieg mit dem Iran einzudämmen, ausgewählte Zölle zurückzunehmen und die im vergangenen Jahr beschlossenen Ausgabenkürzungen rückgängig zu machen. "Auf Bundesebene dürfte das Wahlergebnis die Aussichten für die Regulierung von Rechenzentren und Künstlicher Intelligenz kaum verändern, da hierfür weiterhin überparteiliche Unterstützung erforderlich wäre, um den Senat zu passieren und ein potenzielles Veto zu überstimmen", schreiben sie in einem Kommentar. Wahlsiege der Demokraten auf bundesstaatlicher und lokaler Ebene dürften jedoch zu kurzfristigen Moratorien für Rechenzentren führen, was potenziell etwa 45 Prozent des geplanten Kapazitätsausbaus von US-Rechenzentren beeinträchtigen könnte.
Umsetzung der US-Politik dürfte chaotischer werden
Die US-Politik werde volatil bleiben und die Umsetzung der Politik dürfte voraussichtlich chaotischer werden, meint Thomas Mucha von Wellington Management nach einem Sieg der Demokraten auf ganzer Linie bei den Zwischenwahlen. "Budgets könnten schwieriger zu verhandeln sein, und die Aufsicht durch den Kongress wird sich intensivieren", sagt der geopolitische Stratege. "Vieles davon wird für Unruhe an den Märkten sorgen." Unter dieser Turbulenz würden jedoch beide Parteien auf viele der gleichen strukturellen Druckfaktoren reagieren: eine umkämpftere internationale Ordnung, ein sich verschärfender technologischer Wettbewerb, anfällige Lieferketten, militärische Kapazitätsengpässe und die wachsende Erkenntnis, dass Effizienz allein keine Sicherheit biete, meint Mucha.
Trump betont Vetorecht nach Verlusten bei Zwischenwahlen
Präsident Trump hat deutlich gemacht, dass er von seinem Vetorecht Gebrauch machen wird, sobald die Demokraten den Kongress übernehmen. Als am Dienstagabend die Ergebnisse der Zwischenwahlen eintrafen, veröffentlichte der Präsident ein Foto einer roten Kappe mit der Aufschrift "VETO" in weißen Buchstaben. Der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, Steven Cheung, schrieb: "Donald J. Trump ist der Präsident der Vereinigten Staaten. Immer noch Ihr Präsident!" Das X-Konto des Weißen Hauses veröffentlichte am Mittwochmorgen ebenfalls ein Foto des Präsidenten mit der Bildunterschrift: "PSA: TRUMP IST IMMER NOCH IHR PRÄSIDENT." Das Überstimmen eines präsidialen Vetos erfordert eine Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Kongresses.
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November 04, 2026 13:00 ET (18:00 GMT)
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