LINZ (dpa-AFX) - Der österreichische Technologiekonzern Kontron hat in den ersten neun Monaten weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Das Unternehmen begründet dies auch mit der Speicherchipkrise: Diese habe zu einem Aufbau von noch nicht ausgelieferten Produkten in Höhe von 68,6 Millionen Euro geführt, teilte das im SDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Linz mit. Diese sollen überwiegend im vierten Quartal an die Kunden gehen. Die Ziele für 2026 bestätigte das Unternehmen.
Die Quartalsbilanz kam an der Börse nicht gut an. Die Aktie rutschte zeitweise auf ein Tief seit Ende März und notierte am späten Vormittag noch mit fast 7,5 Prozent im Minus bei 18,90 Euro. Damit war Kontron größter Verlierer im Index für kleinere Werte. Seit dem Jahreswechsel summieren sich die Verluste auf gut 17 Prozent.
Für Experte Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies hat der Spezialist für das Internet der Dinge und eingebettete Computersysteme ein weiteres enttäuschendes Quartal hinter sich. Immerhin sei die Umstrukturierung der Tochter Greentec weitgehend beendet.
Der Umbau im Geschäft mit der Umwelttechnologie sei wie geplant abgeschlossen worden, teilte Kontron weiter mit. Das Programm sah auch den Abbau von 500 Stellen vor. Erste positive Effekte habe es bereits im dritten Jahresviertel gegeben, hieß es. Die Einsparungen von jährlich mehr als 30 Millionen Euro sollen ab 2027 vollständig sichtbar werden.
In den ersten neun Monaten gingen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwei Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zurück, wenn man die verkauften Geschäftsteile und das Com-Geschäft beim Vorjahreswert herausrechnet. Der bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) stieg ohne Sonderbelastungen für den Personalabbau um knapp acht Prozent auf 151 Millionen Euro. Der Überschuss sank wegen der Sonderkosten hingegen auf 52,7 Millionen Euro, das war weniger als die Hälfte des Vorjahreswertes.
Für das laufende Jahr peilt die Kontron-Spitze weiter einen Umsatz im Bereich des Vorjahreswertes von 1,6 Milliarden Euro an. Der bereinigte operative Gewinn soll ohne die Kosten für den Personalabbau 225 Millionen Euro erreichen.
Das Unternehmen erwartet in den nächsten Jahren aufgrund der Synergieeffekte mit dem Großaktionär Ennoconn und den Einsparungen bei Greentec einen zusätzlichen Ergebnisbetrag von 70 Millionen Euro jährlich. Die taiwanesische Foxconn-Tochter Ennoconn Corporation hält nach Abschluss ihres Pflichtangebots im August gut 48 Prozent der Anteile./mne/tav/jha/



