Osnabrück (ots) -
Im Streit um den geplanten Spritpreisdeckel hat der Ökonom Marcel Fratzscher die Wirksamkeit des Instruments angezweifelt und vor Preissteigerungen gewarnt. "Der Nachteil könnte sein, dass manche Anbieter den Spritpreisdeckel zum Anlass nehmen, ihre Preise zu erhöhen und sich damit dem Höchstpreis anzunähern", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz). "Es dürfte also nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer eines Spritpreisdeckels geben."
Fratzscher zweifelt generell an der Wirksamkeit des Instruments. "Ein Spritpreisdeckel wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit als ineffektiv und intransparent erweisen", so der Ökonom zu noz. Mit Blick auf den Gesetzesentwurf von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kritisierte Fratzscher: "Die Ausgestaltung dürfte dazu führen, dass der Deckel über dem marktüblichen Preis der meisten Anbieter liegt und somit lediglich extreme Preisspitzen abfedert."
Nach dem Willen der Koalition soll der Spritpreisdeckel nach dem Auslaufen des Tankrabatts ab Januar für Entlastung an den Zapfsäulen sorgen. Reiches Entwurf sieht jedoch hohe Hürden vor: Der Deckel soll erst greifen, wenn Benzin und Diesel drei Wochen in Folge jeweils mehr als fünf Prozentpunkte stärker steigen als im EU-Durchschnitt. Wenn diese Schwelle überschritten ist, soll der Deckel drei Monate wirken. Dann muss die Regierung erneut entscheiden. Zudem soll es Ausnahmen für Bund und Länder geben. Zuletzt hatte auch der Koalitionspartner SPD scharfe Kritik an Reiches Plänen geäußert.
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Im Streit um den geplanten Spritpreisdeckel hat der Ökonom Marcel Fratzscher die Wirksamkeit des Instruments angezweifelt und vor Preissteigerungen gewarnt. "Der Nachteil könnte sein, dass manche Anbieter den Spritpreisdeckel zum Anlass nehmen, ihre Preise zu erhöhen und sich damit dem Höchstpreis anzunähern", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz). "Es dürfte also nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer eines Spritpreisdeckels geben."
Fratzscher zweifelt generell an der Wirksamkeit des Instruments. "Ein Spritpreisdeckel wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit als ineffektiv und intransparent erweisen", so der Ökonom zu noz. Mit Blick auf den Gesetzesentwurf von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kritisierte Fratzscher: "Die Ausgestaltung dürfte dazu führen, dass der Deckel über dem marktüblichen Preis der meisten Anbieter liegt und somit lediglich extreme Preisspitzen abfedert."
Nach dem Willen der Koalition soll der Spritpreisdeckel nach dem Auslaufen des Tankrabatts ab Januar für Entlastung an den Zapfsäulen sorgen. Reiches Entwurf sieht jedoch hohe Hürden vor: Der Deckel soll erst greifen, wenn Benzin und Diesel drei Wochen in Folge jeweils mehr als fünf Prozentpunkte stärker steigen als im EU-Durchschnitt. Wenn diese Schwelle überschritten ist, soll der Deckel drei Monate wirken. Dann muss die Regierung erneut entscheiden. Zudem soll es Ausnahmen für Bund und Länder geben. Zuletzt hatte auch der Koalitionspartner SPD scharfe Kritik an Reiches Plänen geäußert.
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