MINNEAPOLIS (dpa-AFX) - Zahlreiche Menschen im US-Bundesstaat Minnesota haben Berichten zufolge am Tag der Kongresswahlen Aufkleber mit der Aufschrift "I voted" ("ich habe gewählt") an den Gedenkstätten für Renee Good und Alex Pretti angebracht. US-Medien veröffentlichten Fotos der bunt beklebten Erinnerungsorte für die beiden US-Bürger, die im Januar in Minneapolis bei Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE erschossen worden waren.
"Wir können nicht ändern, was geschehen ist, aber wir werden weiterkämpfen", sagte eine Frau an der Gedenkstätte von Pretti dem Lokalsender Kare 11. Sie habe den Sticker hinterlassen, "weil Alex nicht wählen durfte", sagte die Frau unter Tränen, "und weil es wirklich wichtig ist, dass wir unseren Stimmen Gehör verschaffen können".
An einem Denkmal für die getötete Good sagte eine Frau dem Sender: "Ich möchte glauben, dass ihr Leben nicht umsonst war, dass sie zumindest zu einem Ankerpunkt geworden ist, der die Menschen mobilisiert und uns dazu bewegt hat, wählen zu gehen."
Gouverneur Walz: "Wir haben nicht vergessen"
Er habe bei den Gedenkstätten für Good und Pretti Halt gemacht, schrieb auch Minnesotas demokratischer Gouverneur Tim Walz auf der Plattform X. Er sei beeindruckt gewesen, wie viele Menschen dort ihre Anteilnahme bekundet und einen Sticker hinterlassen hätten. "Wir haben nicht vergessen", schrieb Walz. Die Verantwortlichen würden bald zur Rechenschaft gezogen.
Fälle lösten landesweiten Aufschrei aus
Zur Umsetzung der rigorosen Abschiebepolitik hatte das Heimatschutzministerium der Trump-Regierung vergangenen Dezember Tausende teils bewaffnete und vermummte Einsatzkräfte in den Bundesstaat Minnesota entsandt. Anfang Januar wurde die 37-jährige Good bei einem ICE-Einsatz erschossen. Die Regierung bezeichnete das Handeln des Beamten als Notwehr - die nach dem Vorfall öffentlich gewordenen Videoaufnahmen erwecken allerdings einen anderen Eindruck.
Am 24. Januar 2026 wurde der 37-jährige Pretti bei einem weiteren Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis getötet. Die US-Regierung stellte die Schüsse als Selbstverteidigung dar, obwohl von ihm nach Videoaufnahmen zu urteilen augenscheinlich keine akute Bedrohung für die Einsatzkräfte ausging. Die Taten sorgten für einen landesweiten Aufschrei und erhebliche Kritik am Vorgehen der US-Regierung./alz/DP/stk
