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Ein Roboter räumt den Frühstückstisch ab, ein anderer sortiert das Geschirr. Was im September im Europäischen Parlament wie eine Alltagsszene aussah, war ein Test für eine anspruchsvolle Technologie: Mehrere Maschinen erkannten Gegenstände und teilten sich die Arbeit selbstständig auf. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) präsentierte dort mit dem Forschungsnetzwerk euROBIN insgesamt 15 Robotersysteme. Für Anleger stellt sich die Frage, was passiert, wenn aus solchen Demonstrationen Produkte für den Massenmarkt werden.
Der Rohstoffinvestor Sprott verweist auf eine Prognose von Morgan Stanley, nach der der weltweite Roboterabsatz von geschätzt 29 Millionen Geräten im Jahr 2026 auf 1,4 Milliarden im Jahr 2050 steigen könnte - jeweils pro Jahr. Die Prognose umfasst verschiedene Robotertypen für Einsatzgebiete von der Fabrik bis zum Haushalt. Selbst wenn der Markt deutlich kleiner ausfällt, könnte die Robotik zu einer zusätzlichen Nachfragequelle für die Seltenen Erden werden, die in vielen kompakten Elektroantrieben stecken.
Warum ein Roboter viele kleine Motoren braucht
Ein Roboterarm muss eine Tasse greifen können, ohne sie zu zerdrücken, und sie präzise absetzen. Dafür arbeiten mehrere Gelenke und Antriebe zusammen. Gerade wenn ein Motor wenig Platz beanspruchen und trotzdem viel Kraft liefern soll, kommen häufig Neodym-Eisen-Bor-Permanentmagnete zum Einsatz. Neodym und Praseodym sind wichtige Ausgangsstoffe für diese Magnete. Je nach Temperaturanforderung können auch Dysprosium oder Terbium eine Rolle spielen.
Für den Rohstoffmarkt zählt deshalb neben der Stückzahl, welche Roboter sich durchsetzen. Ein mobiler Lagerroboter hat andere Antriebe als ein humanoides Modell mit beweglichen Händen. Auch die Motorkonstruktion und die eingesetzten Magnetwerkstoffe beeinflussen den Bedarf. Die Prognose für den Roboterabsatz lässt sich daher nicht mit einem einheitlichen Rohstoffverbrauch pro Gerät in eine Tonnage umrechnen.
Europas Robotik braucht eine industrielle Lieferkette
Das DLR hält es für möglich, dass die KI-Robotik in Europa innerhalb von zehn bis 15 Jahren eine wirtschaftliche Bedeutung ähnlich der heutigen Automobilindustrie erreicht. Die Vorführung in Brüssel zeigte, woran europäische Teams bereits arbeiten: Roboter zerlegten Geräte, übernahmen Aufgaben in der Logistik oder bewegten sich in Umgebungen, die nicht eigens für Maschinen eingerichtet waren. Der Schritt zur Serienfertigung stellt andere Anforderungen. Hersteller brauchen Bauteile mit gleichbleibender Qualität, planbaren Kosten und verlässlichen Lieferterminen.
Wie weit die Lieferkette dafür reichen muss, zeigt Lynas Rare Earths (ISIN: AU000000LYC6). Der Konzern gewinnt Rohstoffe in Westaustralien und trennt Seltene Erden in Malaysia. MP Materials (ISIN: US5533681012) verbindet den Bergbau und die Verarbeitung im kalifornischen Mountain Pass mit der Fertigung von Magneten in Texas. Beide Beispiele machen deutlich: Zwischen der Lagerstätte und dem Motor liegen mehrere spezialisierte Produktionsstufen. Europas Robotikhersteller brauchen daher Zugang zu den passenden Werkstoffen und Komponenten, unabhängig davon, wo das Erz gefördert wird.
Was St George in Brasilien entwickeln könnte
Eine mögliche zusätzliche Rohstoffquelle entwickelt St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) mit Araxá im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Laut Quartalsbericht vom 30. Oktober umfasst die Mineralressource 111,2 Millionen Tonnen mit durchschnittlich 3,57 Prozent Gesamtseltenerdoxiden und 0,57 Prozent Niobpentoxid. Für die Magnetlieferkette sind vor allem das enthaltene Neodym und Praseodym relevant. Niob eröffnet dem Projekt einen eigenen Absatzmarkt, unter anderem als Legierungszusatz für hochfeste Stähle.
Bei Pilotversuchen in Belo Horizonte untersucht St George, wie sich aus dem Material getrennte Konzentrate für Niob und Seltene Erden gewinnen lassen. Für den Seltene-Erden-Strom prüft das Unternehmen die Weiterverarbeitung zu einem gemischten Karbonat. Ein solches Zwischenprodukt müsste weiter getrennt und veredelt werden, bevor daraus Magnetwerkstoffe entstehen. Für Anleger sind die angekündigten Pilotdaten deshalb wichtig: Sie können zeigen, welche Produktgehalte und Ausbeuten das Verfahren erreicht und welche Arbeit bis zu einem industriell verwertbaren Produkt noch nötig ist.
Fazit
Die Prognose von 1,4 Milliarden jährlich verkauften Robotern zeigt, welche Größenordnung der Markt langfristig erreichen könnte. Für die Seltenen Erden ist entscheidend, wie viele dieser Geräte mit kompakten Permanentmagnetmotoren ausgestattet werden. Je stärker sich solche Antriebe in Fabriken, Lagern und Haushalten verbreiten, desto relevanter wird die Robotik als zusätzlicher Absatzmarkt neben Elektrofahrzeugen und Windkraft.
Für St George ist das ein langfristiger Nachfragefaktor. Eine Lieferbeziehung zu einem Roboter- oder Magnethersteller ist daraus nicht abzuleiten. Näher liegen die Ergebnisse der Aufbereitungstests und die Frage, ob Araxá ein Zwischenprodukt in geeigneter Qualität und mit wirtschaftlichen Ausbeuten liefern könnte. Anschließend zählen Machbarkeit, Genehmigungen, Finanzierung und die Qualifizierung bei potenziellen Abnehmern. Die Robotik erklärt, warum zusätzliche Lieferquellen interessant werden könnten. Die Pilotdaten können zeigen, ob Araxá das Material liefern könnte, das auf der nächsten Verarbeitungsstufe gebraucht wird.
Quellen
Sprott: "The Rare Earths Powering the Next Wave of Robotics", einschließlich der von Sprott wiedergegebenen Absatzprognose von Morgan Stanley.
https://sprott.com/insights/the-rare-earths-powering-the-next-wave-of-robotics/
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt: "AI-powered robotics in Europe - the next generation of intelligent machines", 2. September 2026.
https://www.dlr.de/en/latest/news/2026/ai-powered-robotics-in-europe-the-next-generation-of-intelligent-machines
Lynas Rare Earths: Unternehmens- und Betriebsübersicht.
https://lynasrareearths.com/
MP Materials: Übersicht zur Magnetproduktion in Fort Worth.
https://mpmaterials.com/magnetics/
St George Mining: "Quarterly Activities and Cashflow Report", 30. Oktober 2026.
https://www.stgm.com.au/pdf/41471e8d-eeb3-4cf4-8675-738c1a53ec47/Platform/ListPage/Quarterly-Activities-and-Cashflow-Report.pdf
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Land: Australien
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