Bonn/Berlin/Antalya (ots) -
Ein sehr starker El Niño, steigende Lebensmittelpreise und drastische Kürzungen der Hilfsgelder bedrohen die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen insbesondere im Globalen Süden. Die Klimakrise verursacht Extremwetterereignisse, während Kriege wichtige Handelswege unterbrechen und dadurch die Preise für Energie, Dünger und Nahrungsmittel in die Höhe treiben. Nach zwei Jahrzehnten des Fortschrittes nimmt der Hunger laut Welthunger-Index (https://www.welthungerhilfe.de/fileadmin/pictures/publications/de/studies-analysis/2026-welthunger-index-whi-englisch.pdf) wieder zu. Vor Beginn der Weltklimakonferenz COP31 in Antalya fordert die Welthungerhilfe deshalb mehr Investitionen in die Klimaanpassung und einen deutlichen Ausbau der vorausschauenden humanitären Hilfe: "Wer heute bei der Vorsorge spart, muss morgen teuer für die Schäden bezahlen. Wir können nicht verhindern, dass es zu Dürren oder Überschwemmungen kommt. Aber wir können verhindern, dass daraus eine Hungerkatastrophe wird - wenn wir rechtzeitig handeln", sagt Dunja Krause, Klimaexpertin der Welthungerhilfe.
Deutschland reist ohne Kanzler und mit einer nicht eingehaltenen Finanzierungszusage zur COP31: Statt der versprochenen mindestens sechs Milliarden Euro stellte Deutschland 2025 lediglich 4,7 Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln für die internationale Klimafinanzierung bereit. "Deutschland will ein verlässlicher Partner für den Globalen Süden sein, bricht aber sein eigenes Versprechen. Das setzt das falsche Signal, denn privates Kapital kann diese Lücke nicht einfach schließen. Laut OECD fließen bisher nur acht Prozent der mobilisierten privaten Mittel ausschließlich in Anpassungsmaßnahmen an die Folgen der Klimakrise. Die Bundesregierung muss ihre Zusagen aus Haushaltsmitteln erfüllen und sicherstellen, dass das Geld die am stärksten gefährdeten Menschen erreicht," fordert Dunja Krause.
Wie dringend frühzeitiges Handeln ist, zeigt sich in Somalia. Nach mehreren ausgefallenen Regenzeiten haben viele Familien kaum noch genug zu essen. Nun werden durch El Niño schwere Überschwemmungen befürchtet. "Nach der Dürre kommt die Flut. Wenn Felder überschwemmt werden, Vieh stirbt und Märkte nicht mehr erreichbar sind, wird sich der Hunger weiter ausbreiten. Wir dürfen nicht warten, bis Menschen sterben, obwohl wir heute handeln können", warnt Dalmar Abdi Keysane, Leiter der Welthungerhilfe-Programme in Süd- und Zentralsomalia.
Die Welthungerhilfe fordert von der internationalen Gemeinschaft auf der COP31 einen verbindlichen Plan für mehr öffentliche Mittel zur Klimaanpassung und eine ausreichende Ausstattung des Fonds für klimabedingte Verluste und Schäden. Dass zusätzliche Mittel dringend benötigt werden, macht die verheerende Sturzflut in Nepal deutlich: Mehr als 1.000 Menschen kamen Ende August ums Leben, ganze Ortschaften wurden verwüstet, Straßen und Brücken zerstört. "Das Geld muss schnell bei den besonders betroffenen Menschen ankommen und in eine widerstandsfähige Landwirtschaft, besseren Boden- und Wasserschutz sowie lokale Frühwarnsysteme fließen. Zugleich muss der Ausstieg aus fossilen Energien beschleunigt werden. Wir brauchen einen Umbau der Ernährungssysteme, sie müssen im Mittelpunkt der Klimapolitik stehen und dürfen bei den Klimaverhandlungen keine Nebensache bleiben", fordert Dunja Krause.
Für Interviews auf der COP31 steht Dunja Krause, Klimaexpertin der Welthungerhilfe, zur Verfügung.
Weitere Informationen unter www.welthungerhilfe.de/presse.
Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 13.424 Auslandsprojekte in rund 72 Ländern und Gebieten mit 5,76 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.
Pressekontakt:
Herausgeber:
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Ansprechpartnerinnen:
Simone Pott
Pressesprecherin
Telefon 0228-2288-132
Mobil 0172-2525962
simone.pott@welthungerhilfe.de
Assistenz: Isabell Kaluza
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Original-Content von: Deutsche Welthungerhilfe e.V., übermittelt durch news aktuell
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Ein sehr starker El Niño, steigende Lebensmittelpreise und drastische Kürzungen der Hilfsgelder bedrohen die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen insbesondere im Globalen Süden. Die Klimakrise verursacht Extremwetterereignisse, während Kriege wichtige Handelswege unterbrechen und dadurch die Preise für Energie, Dünger und Nahrungsmittel in die Höhe treiben. Nach zwei Jahrzehnten des Fortschrittes nimmt der Hunger laut Welthunger-Index (https://www.welthungerhilfe.de/fileadmin/pictures/publications/de/studies-analysis/2026-welthunger-index-whi-englisch.pdf) wieder zu. Vor Beginn der Weltklimakonferenz COP31 in Antalya fordert die Welthungerhilfe deshalb mehr Investitionen in die Klimaanpassung und einen deutlichen Ausbau der vorausschauenden humanitären Hilfe: "Wer heute bei der Vorsorge spart, muss morgen teuer für die Schäden bezahlen. Wir können nicht verhindern, dass es zu Dürren oder Überschwemmungen kommt. Aber wir können verhindern, dass daraus eine Hungerkatastrophe wird - wenn wir rechtzeitig handeln", sagt Dunja Krause, Klimaexpertin der Welthungerhilfe.
Deutschland reist ohne Kanzler und mit einer nicht eingehaltenen Finanzierungszusage zur COP31: Statt der versprochenen mindestens sechs Milliarden Euro stellte Deutschland 2025 lediglich 4,7 Milliarden Euro aus Haushaltsmitteln für die internationale Klimafinanzierung bereit. "Deutschland will ein verlässlicher Partner für den Globalen Süden sein, bricht aber sein eigenes Versprechen. Das setzt das falsche Signal, denn privates Kapital kann diese Lücke nicht einfach schließen. Laut OECD fließen bisher nur acht Prozent der mobilisierten privaten Mittel ausschließlich in Anpassungsmaßnahmen an die Folgen der Klimakrise. Die Bundesregierung muss ihre Zusagen aus Haushaltsmitteln erfüllen und sicherstellen, dass das Geld die am stärksten gefährdeten Menschen erreicht," fordert Dunja Krause.
Wie dringend frühzeitiges Handeln ist, zeigt sich in Somalia. Nach mehreren ausgefallenen Regenzeiten haben viele Familien kaum noch genug zu essen. Nun werden durch El Niño schwere Überschwemmungen befürchtet. "Nach der Dürre kommt die Flut. Wenn Felder überschwemmt werden, Vieh stirbt und Märkte nicht mehr erreichbar sind, wird sich der Hunger weiter ausbreiten. Wir dürfen nicht warten, bis Menschen sterben, obwohl wir heute handeln können", warnt Dalmar Abdi Keysane, Leiter der Welthungerhilfe-Programme in Süd- und Zentralsomalia.
Die Welthungerhilfe fordert von der internationalen Gemeinschaft auf der COP31 einen verbindlichen Plan für mehr öffentliche Mittel zur Klimaanpassung und eine ausreichende Ausstattung des Fonds für klimabedingte Verluste und Schäden. Dass zusätzliche Mittel dringend benötigt werden, macht die verheerende Sturzflut in Nepal deutlich: Mehr als 1.000 Menschen kamen Ende August ums Leben, ganze Ortschaften wurden verwüstet, Straßen und Brücken zerstört. "Das Geld muss schnell bei den besonders betroffenen Menschen ankommen und in eine widerstandsfähige Landwirtschaft, besseren Boden- und Wasserschutz sowie lokale Frühwarnsysteme fließen. Zugleich muss der Ausstieg aus fossilen Energien beschleunigt werden. Wir brauchen einen Umbau der Ernährungssysteme, sie müssen im Mittelpunkt der Klimapolitik stehen und dürfen bei den Klimaverhandlungen keine Nebensache bleiben", fordert Dunja Krause.
Für Interviews auf der COP31 steht Dunja Krause, Klimaexpertin der Welthungerhilfe, zur Verfügung.
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Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 13.424 Auslandsprojekte in rund 72 Ländern und Gebieten mit 5,76 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.
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