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Rund neun Tonnen verwittertes Gestein aus Brasilien sollen eine Frage beantworten, die für St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8) wichtiger werden könnte als der nächste spektakuläre Bohrabschnitt: Lässt sich das Material aus Araxá so aufbereiten, dass daraus getrennte Konzentrate für Niob und Seltene Erden entstehen? Im Quartalsbericht vom 30. Oktober hat das Unternehmen die Arbeiten im Pilotmaßstab beim Technologiezentrum CIT-SENAI in Belo Horizonte beschrieben. Ergebnisse erwartet St George im vierten Quartal 2026.
Die Probe stammt aus oberflächennahem Material im zentralen Projektbereich. Sie steht für den Übergang von einzelnen Laborversuchen zu einer größeren Testreihe. Für Anleger liegt der Reiz darin, dass die Ergebnisse einen anderen Teil des Projektrisikos beleuchten als Bohrdaten: Wie viel vom enthaltenen Rohstoff lässt sich tatsächlich in ein weiterverarbeitbares Produkt überführen?
Was zwischen einer Mine und einem Magneten liegt
Wie unterschiedlich die Verarbeitungsschritte sein können, zeigen zwei etablierte Anbieter. Lynas Rare Earths (ISIN: AU000000LYC6) gewinnt das Ausgangsmaterial in seiner Mine Mt Weld in Westaustralien und produziert in Malaysia getrennte Seltene-Erden-Produkte. Dazu zählen Materialien mit Neodym und Praseodym, die bei der Magnetherstellung zum Einsatz kommen.
MP Materials (ISIN: US5533681012) geht in den USA noch einen Schritt weiter. Das Unternehmen verbindet Förderung und Verarbeitung in Mountain Pass mit der Herstellung von Metallen, Legierungen und Magneten in Fort Worth. Laut Halbjahresbericht begann dort im Dezember 2025 die Fertigung von Neodym-Eisen-Bor-Magneten.
Die Beispiele helfen, Araxás Entwicklungsstand einzuordnen. St George arbeitet zunächst daran, aus dem Ausgangsmaterial geeignete Konzentrate und Zwischenprodukte zu erzeugen. Für potenzielle Kunden kommt es darauf an, ob diese Produkte in ihre Verarbeitung passen und sich in gleichbleibender Qualität herstellen lassen.
Der zweite Produktstrom ist die eigentliche Testfrage
Das Programm bei CIT-SENAI untersucht unter anderem Mahlen, Magnetabscheidung und Flotation. Bei der Flotation lassen sich bestimmte Mineralpartikel von anderen Bestandteilen des gemahlenen Gesteins trennen. Ziel ist zunächst ein Niobkonzentrat. Anschließend soll geprüft werden, wie sich die Seltenen Erden aus dem Material gewinnen lassen, das nach diesem Schritt übrig bleibt.
Frühere Tests liefern dafür einen Ausgangspunkt. St George berichtete über ein Konzentrat mit 39,6 Prozent Niobpentoxid bei einer Flotationsausbeute von 54,3 Prozent. Die erste Zahl beschreibt den Gehalt im Konzentrat. Die zweite gibt an, welcher Anteil des im Testmaterial enthaltenen Niobs bei diesem Aufbereitungsschritt im Konzentrat landete. Für die Wirtschaftlichkeit müssen beide Werte zusammen betrachtet werden: Ein hoher Produktgehalt hilft wenig, wenn zu viel Rohstoff im Restmaterial verloren geht.
Auch der angereicherte Seltene-Erden-Strom braucht weitere Tests. Für Niob ist Ferroniob ein mögliches Zielprodukt; für die Seltenen Erden untersucht St George den Weg zu einem gemischten Karbonat. Die beiden Produkte würden unterschiedliche Abnehmer und Verarbeitungsschritte erfordern. Das macht Araxá interessant, erhöht aber auch die Anforderungen an die Auslegung der Anlage.
86,2 Millionen australische Dollar für die Entwicklungsphase
St George verfügte zum 30. September über liquide Mittel von rund 86,2 Millionen australischen Dollar. Die abgeschlossene Kapitalerhöhung über 60 Millionen australische Dollar stärkt den finanziellen Spielraum für Tests, Bohrungen, Genehmigungsarbeiten und die Machbarkeitsstudie. Wie hoch der Kapitalbedarf für einen späteren kommerziellen Betrieb wäre, muss die Projektplanung erst ermitteln.
Die Ergebnisse aus Belo Horizonte sollen in die Planung einer größeren Pilotanlage am CEFET-Standort in Araxá einfließen. Dort lässt sich das Verfahren mit höherem Durchsatz untersuchen. Für Investoren ist besonders relevant, wie stabil die Ausbeuten bleiben, wenn mehr Material verarbeitet wird oder sich dessen Zusammensetzung ändert. Solche Daten helfen bei der Auslegung einer möglichen Anlage und bei der Abschätzung ihrer Betriebskosten.
Fazit
Die neun Tonnen aus Araxá können Anlegern etwas zeigen, das selbst eine deutlich größere Ressourcenschätzung offenlässt: Wie gut sich Niob und Seltene Erden aus demselben Material gewinnen lassen. Gelingt die Trennung mit brauchbaren Ausbeuten und stabilen Produktgehalten, hätte St George eine bessere Grundlage, um beide Produktströme in der Machbarkeitsstudie zu bewerten.
Die Liquidität gibt dem Unternehmen Spielraum, diese Arbeit voranzutreiben. Entscheidend sind jetzt die angekündigten Ergebnisse aus Belo Horizonte und die Frage, ob sich das Verfahren im größeren Pilotmaßstab bestätigen lässt. Auch bei guten Testwerten bleiben Genehmigungen, Baukosten, Produktqualifizierung und die Finanzierung einer kommerziellen Anlage offen. Die Pilotstudie kann diese Fragen eingrenzen, aber keine Produktionsentscheidung vorwegnehmen. Der nächste Fortschritt bei Araxá bemisst sich deshalb daran, wie viel verwertbares Produkt aus einer Tonne Gestein gewonnen werden kann - und mit welchem Aufwand.
Quellen
St George Mining: "Quarterly Activities and Cashflow Report", 30. Oktober 2026. stgm.com.au
https://www.stgm.com.au/pdf/41471e8d-eeb3-4cf4-8675-738c1a53ec47/Platform/ListPage/Quarterly-Activities-and-Cashflow-Report.pdf
St George Mining: "St George at the IMARC Conference, Sydney", Präsentation vom 27. Oktober 2026, insbesondere die Ergebnisse der Flotationstests. stgm.com.au
https://stgm.com.au/pdf/de982834-d69d-4ec5-a727-f832de546250/Platform/ListPage/St-George-at-the-IMARC-Conference-Sydney.pdf
Lynas Rare Earths: Geschäftsbericht 2026 und Unternehmensübersicht. financialfilings.com
https://financialfilings.com/filings/lynas-rare-earths-limited/annual-report/2026/57561152/
https://lynasrareearths.com/
MP Materials: Form 10-Q für das Quartal zum 30. Juni 2026. www.sec.gov
https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1801368/000180136826000048/mp-20260630.htm
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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
https://stgm.com.au
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