BERLIN (dpa-AFX) - Die militärische Erkundungsmission mehrerer Nato-Verbündeter Dänemarks nach Grönland hat aus Sicht von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nicht zum Hochschaukeln des Konflikts um die Arktis-Insel beigetragen. "Also erstens haben wir gar nichts zur Eskalation beigetragen", sagte der SPD-Politiker auf eine entsprechende Frage in der ARD-Sendung "Caren Miosga". Man habe ganz im Gegenteil durch die Aktion mit anderen Nato-Partnern zusammen "unterstrichen, dass wir uns unserer Verantwortung und unserer Pflicht bewusst sind, auch für die Sicherheit der Arktis einzutreten", sagte er.
"Wir haben das in die Nato hinein kommuniziert. In der Nato wussten alle Bescheid. Das war abgestimmt unter den Nato-Partnern." Dass die Strafzölle, die Androhungen derselben, dann vom amerikanischen Präsidenten zurückgenommen worden seien, zeige, dass es offenbar ein Missverständnis in Washington gegeben habe. Pistorius betonte: "Wir haben immer unterstrichen, dass es uns um die Sicherheit der Arktis und Grönlands geht, um nichts anderes."
Überraschende Deeskalation der Lage am Mittwoch
Am Mittwoch hatte es mit Blick auf Grönland eine überraschende Deeskalation der Lage durch US-Präsident Donald Trump gegeben. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte er, dass er im Grönlandkonflikt doch keine gewaltsame Lösung anstrebe. Trump nahm auch seine Drohung mit Strafzöllen gegen Dänemark, Deutschland und andere europäische Länder zurück und begründete das damit, dass während eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei.
Pistorius sagte, dass in dem Gespräch zwischen Trump und Rutte das verabredet worden sei, "was wir seit Monaten propagieren". "Ich selber habe vor zwei Jahren mit Kanada, Norwegen und Dänemark eine Sicherheitspartnerschaft für den Nordatlantik abgeschlossen." Das alles gehe genau in die Richtung, um die es im Vordergründigen gehe: Sicherheit der Arktis zu erhöhen und dazu gehöre Grönland. "Wir haben dazu immer unseren Beitrag geleistet und haben keinen Zweifel daran gelassen, auch zuletzt, dass wir bereit sind, unseren Beitrag zu erhöhen, als Nato-Partner."
Dies könne zum Beispiel durch eine Beteiligung an der Seefernaufklärung mit P-8 Poseidon erfolgen. "Die erste ist da, weitere werden folgen. Damit haben wir Fähigkeiten, die nicht alle haben. Da können wir jetzt von Island aus operieren, zusammen mit den Amerikanern und anderen Nato-Staaten." Man könne auch mit U-Booten operieren oder in der Luft mit Eurofightern patrouillieren. "Wir können sehr, sehr viel dort tun, aber wir tun nichts alleine, sondern wir machen alles im Konzert mit der Nato."/asn/DP/zb
