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Jörg Schulte
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Inflation, SpaceX & Chipsektor: Wochenrückblick KW 24-2026: SpaceX zündet die Börsenrakete - doch Zinsangst bleibt!

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Die Börsenwoche war ein Paradebeispiel für diesen verrückten Markt: viel Lärm, viele Wendungen, viele Hoffnungen - aber am Ende nur wenig klare Richtung.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

in den USA schwankten die Märkte heftig zwischen Iran-Sorgen, Inflationsangst, Zinsdruck und Tech-Euphorie. Die Wall Street schloss insgesamt nahe der Nulllinie. Europa zeigte sich dagegen robuster und konnte klarer zulegen.

Quelle: WallstreetOnline.de

Der große Paukenschlag kam aber nicht von einer Notenbank, sondern von SpaceX. Der Börsengang des Raumfahrt- und Satellitenriesen wurde zum Ereignis der Woche. Mit dem größten IPO der Börsengeschichte bewies SpaceX eindrucksvoll: Die Macht großer Zukunftsgeschichten ist an der Börse ungebrochen.

SpaceX: Der Bulle wird bei den Hörnern gepackt!

SpaceX hat den Markt elektrisiert. Der Börsengang war nicht nur groß, sondern spektakulär. Anleger griffen beherzt zu, die Aktie sprang deutlich an, und Wall Street bekam genau das, was sie liebt: eine Mega-Story aus Raumfahrt, Satelliten, Technologie, künstlicher Intelligenz und Elon Musk.

Natürlich kann man über Bewertung, Gewinne und Risiken diskutieren. Doch kurzfristig zählte vor allem eines: die Geschichte. SpaceX steht für Zukunft, Geschwindigkeit, Größe und Fantasie.Genau solche Narrative entfalten an den Märkten weiterhin enorme Anziehungskraft.

Das Signal ist klar: Auch in einem Umfeld aus hoher Inflation, geopolitischer Unsicherheit und steigenden Zinserwartungen ist Risikokapital nicht tot. Es wird nur selektiver eingesetzt. Wer eine große Story glaubwürdig verkaufen kann, bekommt weiter Kapital - und zwar reichlich.

Wall Street: Volatil, nervös, aber nicht gebrochen!

Die US-Märkte erlebten eine bewegte Woche. Donald Trumps ständig wechselnde Aussagen zum Iran sorgten erneut für Unsicherheit. Mal dominierten Drohungen, mal Verzögerungen, mal neue Hoffnungen auf eine Einigung. Die Märkte wollen an eine Entspannung glauben. Aber solange nichts unterschrieben ist, bleibt das Damoklesschwert über den Börsen hängen.

Besonders der Chipsektor fuhr Achterbahn. Nach den starken Kursanstiegen der vergangenen Monate reagierten Anleger empfindlich auf jede Enttäuschung und jede neue Zinsangst. Die Woche endete besser, als sie begonnen hatte, doch die Nervosität ist zurück.

Das ist keine Kapitulation. Aber es ist ein klares Zeichen: Der Markt ist nicht mehr bereit, jede Technologiestory blind nach oben zu kaufen. Bewertungen müssen wieder stärker durch Zahlen, Wachstum und Ausblick gerechtfertigt werden.

Europa profitiert - EZB handelt entschlossen!

Während die USA schwankten, konnten Europas Aktienmärkte zulegen. Ein Grund: Die Europäische Zentralbank schaffte Klarheit. Sie erhöhte die Zinsen um 25 Basispunkte und reagierte damit auf die wieder hartnäckigere Inflation.

Das war kein großer Schock, aber ein wichtiges Signal. Die EZB will zeigen, dass sie die Inflationsrisiken nicht unterschätzt. Energiepreise, Nahost-Risiken und Lieferkettenprobleme halten den Druck hoch. Wer gehofft hatte, die Zinsdebatte sei endgültig vorbei, wurde eines Besseren belehrt.

Für Aktien ist das zweischneidig. Einerseits schafft eine entschlossene Notenbank Vertrauen. Andererseits belasten höhere Zinsen Bewertungen, Kreditkosten und Konjunktur. Genau deshalb bleibt die Tonlage der Notenbanken entscheidend.

Inflation über 4%: Die Fed steht wieder unter Druck!

In den USA ist die Inflation wieder über die Marke von 4% gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit April 2023. Das ist der eigentliche Kern der Marktnervosität.

Denn solange Energiepreise hoch bleiben und die Lage im Nahen Osten unsicher ist, können sich Inflationserwartungen schnell verfestigen. Genau das fürchten die Notenbanken. Der Markt rechnet deshalb wieder stärker damit, dass die Fed bis Jahresende eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte in Betracht ziehen könnte.

Kommende Woche wird deshalb zur großen Notenbank-Woche. Gleich zehn Zentralbanken stehen im Fokus, darunter die Bank of England, die Bank of Japan, Brasilien, Australien und die Schweiz. Die Hauptrolle spielt aber eindeutig die Fed.

Besonders spannend: Es ist der erste große Auftritt von Kevin Warsh als neuer Fed-Chef nach einer Zinsentscheidung. Die Märkte werden jedes Wort auf Hinweise abklopfen. Klingt Warsh hart, könnten Renditen und Dollar steigen. Klingt er vorsichtiger, könnte die Wall Street aufatmen.

Gold: Das barbarische Relikt bekommt einen Dämpfer!

Gold erwischte eine schwierige Woche. Der Preis näherte sich zeitweise der psychologisch wichtigen Marke von 4.000,- US-Dollar je Unze, konnte sich zum Wochenschluss aber wiedererholen, auf rund 4.240,- US-Dollar je Unze, verbuchte aber dennoch ein Wochenminus von etwa 2,9%.

Eigentlich müsste Gold von geopolitischer Unsicherheit profitieren. Doch das Umfeld bleibt kompliziert. Hohe Inflation, hohe Energiepreise und die Aussicht auf länger hohe Zinsen sind Gift für ein zinsloses Edelmetall. Denn wenn Anleihen wieder attraktiver werden, muss Gold stärker um Kapital konkurrieren.

Quelle: MinerDeck auf X

Gleichzeitig bleibt die strategische Stütze erhalten. Zentralbanken kaufen weiter Gold, und auch ETF-Zuflüsse helfen. Kurzfristig wirkt Gold angeschlagen. Langfristig bleibt die Rolle als Schutz gegen Währungsrisiken, geopolitische Spannungen und Vertrauensverlust im Papiergeldsystem jedoch intakt.

Kupfer: ATH und knappe Lagerbestände!

Die Lagerbestände an der LME schrumpfen weiter. Das spricht nicht für ein Überangebot, sondern eher für ein enger werdendes Angebot. Kurzfristig dominieren zwar Konjunktursorgen, aber Strukturell bleibt Kupfer aber spannend - gerade wegen Stromnetzen, Elektrifizierung, Rechenzentren, künstlicher Intelligenz und industrieller Modernisierung.

Fazit: Die Märkte bleiben im Ausnahmezustand!

Diese Woche zeigte: Die Börse lebt weiter zwischen Angst und Gier. Auf der einen Seite stehen Inflation, Zinsrisiken, Nahost-Spannungen und schwankende Tech-Aktien. Auf der anderen Seite stehen Rekord-IPO, Risikobereitschaft, Europas Stärke und die ungebrochene Kraft großer Zukunftsgeschichten.

SpaceX war der emotionale Höhepunkt der Woche. Doch die eigentliche Richtungsentscheidungfällt womöglich erst in der kommenden Woche. Dann richtet sich der Blick auf die Fed und Kevin Warsh. Seine erste Pressekonferenz als Fed-Chef könnte den Ton für den Sommer setzen.

Für Anleger heißt das: Nicht blind der Euphorie folgen, aber auch nicht in Panik verfallen. Die Märkte sind volatil, aber nicht gebrochen. Entscheidend bleiben Qualität, starke Bilanzen, echte Gewinne, klare Wachstumstreiber und ein gutes Risikomanagement.

Die Börsenrakete SpaceX ist gestartet. Jetzt muss nur noch der Rest des Marktes beweisen, dassihm in dieser dünnen Luft nicht der Sauerstoff ausgeht.

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Viele Grüße,

Ihr

Jörg Schulte

Quellen: Marketscreener.com, onvista.de, Reuters.de, eigener Research, Bildquellen: tradingeconomics.com, onvista.de, MinerDeck, Intro Bild: stock.adobe.com,

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