DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Barclays: EZB hebt Leitzins im September erneut an
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihren Leitzins nach Aussage der Barclays-Analysten im September erneut anheben. "Die hereinkommenden harten Daten legen nahe, dass die Euroraum-Wirtschaft den Nahost-Konflikt besser abgewettert hat als anfangs befürchtet. Unser BIP-Tracker misst ein Wachstum von 0,5 Prozent auf Quartalssicht, was bedeutet, dass es für unsere offizielle Prognose von 0,2 Prozent für das zweite Quartal ein Aufwärtsrisiko gibt", schreiben sie in einem Kommentar. Darüber hinaus deuteten Preisindikatoren auf einen zunehmenden indirekten Kostendruck hin. "Wir erwarten, dass dies die EZB dazu veranlassen wird, im September den Leitzins erneut zu erhöhen, nicht zuletzt aus Gründen des Risikomanagements", prognostizieren sie.
Anleger erhöhen Erwartungen an BOE-Zinserhöhung - Nahost-Krieg eskaliert
Die Märkte erhöhen angesichts der Verschärfung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Bank of England in den kommenden Monaten. Die USA haben am Wochenende militärische Ziele des Irans angegriffen, und der Iran hat mit Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus geantwortet. Die erneuten Angriffe haben die Ölpreise in die Höhe getrieben und die Inflationsängste wieder aufleben lassen. Die Anleger preisen derzeit Zinserhöhungen der BOE im Jahr 2026 von insgesamt 34 Basispunkten ein, was laut LSEG-Daten sieben Basispunkte mehr ist als in der Vorwoche erwartet.
BoE-Mitglieder könnten Zinserhöhung signalisieren - Ölpreise steigen
Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Bank of England könnten angesichts steigender Ölpreise in den kommenden Monaten eine Präferenz für eine Zinserhöhung signalisieren, schreiben die Analysten von Barclays in einer Research Note. Die USA haben am Wochenende iranische Ziele angegriffen und der Iran hat Angriffe auf Schiffe gestartet, die die Straße von Hormus passieren. "Wir sind der Meinung, dass die gestiegenen Spannungen im Nahen Osten und der Anstieg der Ölpreise in dieser Woche dafür sorgen werden, dass das Risiko eines weiteren Inflationsimpulses bei den Mitgliedern des MPC im Vordergrund stehen wird", schreiben sie. Die Märkte preisen eine Zinserhöhung der BOE um einen Viertelprozentpunkt im Jahr 2026 und eine 28-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine zweite Zinserhöhung bis zum Jahresende vollständig ein, wie aus Daten von LSEG hervorgeht.
Seit Samstag keine LNG-Transporte durch Straße von Hormus - Kpler
Seit dem 11. Juli haben laut Daten von Kpler keine Flüssiggastanker mehr die Straße von Hormus durchquert, da die Sicherheitsrisiken in der strategischen Wasserstraße nach iranischen Angriffen auf Handelsschiffe zugenommen haben. Die Unterbrechung ist besonders bedeutsam, da die Meerenge die einzige See-Exportroute für katarische LNG-Ladungen ist, die über den Persischen Golf hinaus transportiert werden, und sie zudem eine wichtige Route für LNG-Lieferungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist. Der LNG-Verkehr hatte sich im Juni zu erholen begonnen, nachdem die USA und der Iran ein vorläufiges Friedensabkommen unterzeichnet hatten. Daten von Kpler zeigten in jenem Monat 40 Durchfahrten von LNG-Tankern durch die Meerenge, nach acht im Mai, vier im April und keiner im März. Am Vormittag steigen die europäischen Erdgaspreise um 3,7 Prozent auf 50,61 Euro je Megawattstunde.
Naher Osten wird instabiler - US-Zwischenwahlen könnten Lösung erzwingen
Der Nahe Osten ist heute instabiler als vor Beginn des Krieges, schreibt Mohit Kumar von Jefferies in einer Research Note. Jefferies zeige sich jedoch kurzfristig optimistisch, dass es eine Lösung geben könnte, die den Ölfluss ermöglichen und die Ölpreise deckeln würde. Die bevorstehenden US-Zwischenwahlen setzten US-Präsident Trump unter Druck, meint der globale Ökonom. "Trump ist aufgrund der Zwischenwahlen und der Aussicht, den Senat (sowie das Repräsentantenhaus) zu verlieren, eingeschränkt", sagt Kumar. Er könne "viel empfänglicher für eine Art von Deal vor den Zwischenwahlen sein, um die Ölpreise in Schach zu halten".
Nahost wieder dominierendes Thema für globale Märkte
Die Entwicklung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran dürfte in dieser Woche der entscheidende Faktor für alle wichtigen Anlageklassen und die Anlegerstimmung sein, schreiben die Analysten der First Abu Dhabi Bank in einer Research Note. Die militärischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich am Wochenende verschärft. Der Fokus werde darauf liegen, ob sich die Lage stabilisiere oder weiter eskaliere, meinen sie. "Die erneuten Feindseligkeiten zwischen beiden Seiten am Wochenende sind eine besorgniserregende Entwicklung - eine, die die Stimmung der regionalen Anleger wahrscheinlich stark belasten und sich auch auf globaler Makroebene negativ auswirken wird", so die Analysten.
DJG/DJN/apo
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July 13, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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