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MÄRKTE EUROPA/Börsen zeigen sich unbeeindruckt vom Nahen Osten

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen zeigen sich unbeeindruckt vom Nahen Osten

DOW JONES--Trotz neuer militärischer Scharmützel zwischen dem Iran und den USA hat der europäische Aktienmarkt am Montag kaum verändert geschlossen. Nach Einschätzung von Rabobank stufen die Märkte einen neuen Konflikt rund um die Straße von Hormus als beherrschbar ein. Das habe mehrere Gründe. Erstens habe der Abbau von Lagerbeständen den unmittelbaren Druck gemindert. Zweitens bewegten sich die chinesischen Ölimporte auf niedrigem Niveau. Drittens gebe es zunehmend Alternativen zur Straße von Hormus. Und schließlich sei die Nachfrage gefallen. "Diese Dynamik ist langfristig nicht tragfähig. Aber für einige Wochen - höchstens Monate - könnte der Markt bei den Spot-Ölpreisen weiterhin signalisieren 'Es gibt keinen Schmerz'", so die Analysten.

Der DAX gewann 0,2 Prozent auf 25.114 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schloss mit 6.271 praktisch unverändert. Der Ölpreis zog mit den neuen Angriffen im Nahen Osten kräftig an. Für Brent ging es um 5 Prozent auf 79,77 Dollar das Fass nach oben. Am Devisenmarkt fiel der Euro leicht zurück auf rund 1,14 Dollar.

Durch den Ölpreis-Anstieg rücken die Daten zur US-Inflation in der laufenden Woche wieder stärker in den Fokus. Die nächste Sitzung der US-Notenbank steht am 28. und 29. Juli an. Analysten sehen den neuen Fed-Chairman Kevin Warsh dabei in einer schwierigen Lage, sollten die Ölpreise weiter steigen. "Wenn er den Luxus hat zu warten, wird er sich dafür entscheiden", sagte James Egelhof, Chefvolkswirt für die USA bei der BNP Paribas. Die Rendite der 10-jährigen US-Bonds stieg derweil weiter auf 4,60 Prozent an. Auch in Europa standen Anleihen weiter unter Druck - die Renditen stiegen also.

Für Energietiel in Europa ging es im Schnitt 2,1 Prozent nach oben. BP gewannen 4,6 Prozent oder Totalenergies 3 Prozent. Chipaktien wurden dagegen verkauft. Das Wechselbad der Gefühle mit Blick auf das Thema KI setzte sich fort. Ein wichtiger Gradmesser bleibt der technologielastige Kospi. Hier rauschten die Kurse zu Wochenbeginn um 9 Prozent nach unten, in die Tiefe gerissen von den beiden Chipriesen Samsung Electronics (-10%) und SK Hynix (-15%). Infineon verloren 2,9 Prozent, Suss 1,1 Prozent, ASML 1,8 Prozent oder STMicrolelectronics 0,7 Prozent.

Die Aktien der Fluglinien litten unter dem Anstieg des Ölpreises. Ohne die neuerlichen US-Angriffe habe man der Branche eigentlich positiv gegenübergestanden, sagte ein Händler: "Die Zahlen von Delta Air Lines am Freitag waren eigentlich besser als erwartet." Vor allem habe die US-Airline von breiter Nachfrage und Resilienz gegenüber steigenden Kerosinkosten gesprochen. IAG und Air France-KLM fielen bis zu 3,3 Prozent, Lufthansa reduzierten sich um 4,1 Prozent, für die Aktien des Reiseveranstalters Tui ging es um 1,1 Prozent nach unten.

Hapag-Lloyd schlossen 2,7 Prozent fester. Eine neuerliche Schließung der Straße von Hormus würde die Transport-Frachtraten wieder nach oben treiben. Moeller-Maersk kamen sogar auf ein Plus von 6 Prozent. Für Kühne + Nagel ging es um 2,2 Prozent nach oben.

Nur 0,1 Prozent höher schlossen die Aktien von Akzo Nobel, obwohl Nippon Paint ein Angebot von 7,5 Milliarden Euro für das Geschäft mit Dekorativfarben der Niederländer abgeben hatte. "Gemessen an der Volatilität nach den letzten Vorschlägen ist das nicht viel", sagt ein Händler. Das japanische Angebot sei nicht hoch genug, um die Akzo-Aktionäre "vom Hocker zu hauen". Dazu komme, dass die Akzo-Führung weiter einen Zusammenschluss mit Nippon-Konkurrent Axalta bevorzuge.

Die Aktien von Hellofresh gaben auch am Montag weiter nach und fielen um 1,6 Prozent zurück. Auch wurde ein neues Rekordtief bei 3,63 Euro markiert. "Seit dem Fall durch den breiten Support um 3,90 Euro kommen jetzt auch laufend Verkäufe durch Stop-Loss-Marken", sagte ein Händler. Die aktuelle Abstufung durch Kepler auf "Reduce" mit Kursziel 3,50 Euro gebe der Aktie nun den Rest. Kräftig nach oben um 17,3 Prozent schossen die Aktien von Docmorris. Die Online-Apotheke wurde von der Deutschen Bank zum Kauf empfohlen, das Kursziel wurde mehr als verdoppelt. Im Sog stiegen Redcare um 7 Prozent.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.271       +0,0          +8,3 
Stoxx-50        5.370       -0,1          +9,3 
Stoxx-600        641       -0,0          +8,3 
DAX          25.114       +0,2          +2,4 
FTSE-100 London    10.497       +0,0          +5,7 
CAC-40 Paris      8.339       +0,3          +2,3 
AEX Amsterdam     1.084       +0,1         +14,0 
ATHEX-20 Athen     6.390       -0,1         +19,4 
BEL-20 Brüssel     5.594       +0,2         +10,2 
BUX Budapest     142.467       -0,9         +28,3 
OMXH-25 Helsinki    6.176       +0,1          +8,3 
OMXC-20 Kopenhagen   1.644       +0,9          +2,2 
PSI 20 Lissabon    9.107       +0,3         +10,2 
IBEX-35 Madrid    19.385       -0,3         +12,0 
FTSE-MIB Mailand   52.614       +0,4         +17,1 
OBX Oslo        1.867       +1,0         +16,9 
PX Prag        2.628       -0,7          -2,2 
OMXS-30 Stockholm   3.178       -0,3         +10,2 
WIG-20 Warschau   142.489       +0,2         +21,3 
ATX Wien        6.485       -0,3         +21,8 
SMI Zürich      14.235       +0,2          +7,3 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:01 
EUR/USD          1,1400  -0,1  -0,0013     1,1413   1,1422 
EUR/JPY          185,04  +0,3   0,4700     184,57  184,8500 
EUR/CHF          0,926  +0,4   0,0033     0,9227   0,9227 
EUR/GBP          0,8518  +0,0   0,0002     0,8516   0,8518 
USD/JPY          162,3  +0,4   0,6100     161,69  161,8100 
GBP/USD          1,3381  -0,2  -0,0024     1,3405   1,3407 
USD/CNY          6,7795  +0,0   0,0029     6,7766   6,7772 
USD/CNH          6,7816  0,0   0,0003     6,7813   6,7820 
AUS/USD          0,6935  -0,2  -0,0015      0,695   0,6944 
Bitcoin/USD      62.517,43  -2,6 -1.649,82    64.167,25 63.884,99 
 
ROHOEL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         74,92  +4,9    3,51      71,41 
Brent/ICE         79,77  +5,0    3,76      76,01 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.015,55  -2,5  -104,53    4.120,08 
Silber           58,00  -3,1   -1,84      59,84 
Platin         1.611,19  -1,0   -16,20    1.627,39 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/cln

(END) Dow Jones Newswires

July 13, 2026 12:13 ET (16:13 GMT)

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