DJ XETRA-SCHLUSS/DAX zwischen Inflation und Ölpreis
DOW JONES --Gut behauptet hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag aus dem Handel verabschiedet. Mit den neuen US-Inflationsdaten, einer Rede des neuen Fed-Chefs und der neuerlichen Eskalation des Iran-Kriegs hielten sich Anleger zurück. Der DAX erholte sich um 0,1 Prozent auf 25.147 Punkte,.
Sorgen machte den Anlegern ein möglicher neuer Inflationsschub durch den Ölpreis. Der Brent-Preis sprang am Morgen weitere rund 4 Prozent auf rund 87 Dollar und kam im Tagesverlauf wieder zurück. Preistreibend wirkte dabei nicht nur die fast wieder geschlossene Straße von Hormus, sondern auch die Forderung von Transportgebühren durch US-Präsident Donald Trump in Höhe von 20 Prozent auf Cargoschiffe, wenn sie die Meerenge durchqueren wollten. Bei den Transportgebühren ruderte Trump indessen später zurück. Stattdessen sollten die Golf-Anrainerstaaten mit den USA Investitions- und Handelsabkommen schließen, so der Präsident.
Im Fokus der Märkte stand aber nur das Thema US-Inflation und -Zinsen. Die US-Verbraucherpreise wurden am Nachmittag mit 3,5 Prozent Anstieg im Juni zwar geringer als befürchtet vermeldet; Händler sahen darin aber nur eine temporäre Erholung. Die neuerliche US-Eskalation hat das Öl von den rund 70 Dollar je Fass Brent beim Waffenstillstand nun wieder weit über die 80er-Marke springen lassen.
Sollte die Inflationsrate im Juli wieder höher ausfallen, könnte sich die Fed gezwungen sehen, im September ihre Leitzinsen zu erhöhen. "Der Rückgang der Inflationsrate im Juni sollte keineswegs als Entwarnung interpretiert werden", warnte Chef-Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.
Hapag-Lloyd gesucht - Crash bei Evotec
Deutsche Autowerte standen weiter mit den diversen Pre-Close-Calls und auch eigenen Zahlen im Blick: So gab es im Call von VW (+0,6%) keine großen Überraschungen. Die gekündigte Allianz für automatisiertes Fahren mit Bosch führte im zweiten Quartal 2026 laut JP Morgan zu einer GuV-Belastung im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Kosten für Restrukturierung und Stellenabbau wurden noch verhandelt, die Prognose für den operativen Umsatz im Gesamtjahr blieb.
SAP verloren 2,8 Prozent nach schlechten Vorlagen der Software-Sparte von IBM. Traton (+0,7%) legte vorläufige Zahlen für das zweite Quartal vor, die besser als erwartet ausfielen. Das bereinigte operative Konzernergebnis lag bei 957 Millionen Euro, was einer bereinigten operativen Rendite von 8,1 Prozent entsprach. Analysten hatten im Konsens nur 763 Millionen Euro bei einer Marge von 6,6 Prozent erwartet. Daimler Truck im DAX legten sogar 1,6 Prozent zu.
Hapag-Lloyd rückten um 6,1 Prozent vor. Der Reedereikonzern erhöhte die Gewinnprognose fürs laufende Jahr. Wegen guter Marktnachfrage und steigenden Spot-Frachtraten erwartete Hapag einen Gewinn (EBITDA) in der Spanne von 2,3 bis 3,2 (zuvor: 0,9 bis 2,6) Milliarden Euro.
Evotec brachen nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung um 24 Prozent ein. Für das laufende Jahr rechnet Evotec nun mit einem Umsatz von rund 570 bis 610 Millionen Euro und einem bereinigten EBITDA-Verlust von 70 bis 105 Millionen Euro. Bislang war der Konzern von einem Umsatz von 700 bis 780 Millionen Euro und einem positiven EBITDA von 0 bis 40 Millionen Euro ausgegangen.
Vossloh fielen um 4,2 Prozent. Während die Halbjahreszahlen noch etwas besser ausgefallen waren, sprach die Deutsche Bank bei der Prognosesenkung für das Gesamtjahr von einer negativen Überraschung. Hintergrund waren schwächere Volumina, Projektverzögerungen sowie höhere Kosten.
Index zuletzt* +/- % +/- % YTD DAX 25.147 +0,1 2,7 DAX-Future 25.226 +0,4 2,1 XDAX 25.114 +0,5 2,2 MDAX 32.101 +0,4 4,9 TecDAX 3.847 -0,6 6,2 SDAX 18.180 -0,6 5,9 zuletzt +/- Ticks Bund-Future 125,16 -8,0 *gerundet
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July 14, 2026 11:54 ET (15:54 GMT)
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