DJ MÄRKTE EUROPA/Schwach - Abverkauf im Technologie-Sektor geht weiter
DOW JONES--Europas Börsen bauen die Verluste bis Freitagmittag weiter aus. Der DAX verliert 0,6 Prozent auf 24.757 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fällt um 1 Prozent auf 6.22 Punkte zurück. Die Welle der Gewinnmitnahmen im Bereich der KI- und Chip-Aktien hat sich in den USA und Asien ungebremst fortgesetzt. Der Philly-Halbleiterindex ist auf ein Achtwochentief gefallen und notiert nun knapp 20 Prozent unter den Höchstständen.
Im DAX zieht das Titel wie Infineon um 3,9 Prozent nach unten. Daneben fallen ASML 3,4 Prozent zurück, die Papiere von BE Semiconductor verlieren 5,4 Prozent und STMicro 5,7 Prozent. Auch Ausrüster von Datencentern wie Siemens Energy verlieren 1,9 Prozent, Schneider Electric 1,2 Prozent.
Sorgen macht Händlern, dass keine klaren Kandidaten unter den Sektoren erkennbar sind, in die umgeschichtet wird. "Es wird immer deutlicher, dass ein Teil des Kapitals wegen der attraktiven Zinsen weg aus Aktien und in den Anleihemarkt fließt", kommentiert ein Händler. Von Goldman Sachs heißt es, das Netto-Engagement in Aktien aus dem KI-Bereich von ihren Hedge-Fonds-Kunden sei mittlerweile auf ein Jahrestief gefallen. Sorgen machen die anstehenden Sitzungen der Zentralbanken, so der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche und der US-Notenbank in der Woche darauf.
Der Brent-Ölpreis tendiert fester bei 86 Dollar. Die Lage im US-Iran-Krieg ist unklar. Das US-Militär griff in der Nacht auch zivile Ziele an wie Brücken. Als auffallend werten Kommentare aus der Nacht die Rede an die Nation von US-Präsident Donald Trump. Dort habe er zum Thema Iran nur die üblichen Behauptungen wie eine kurz bevorstehende Atombombe wiederholt. Von den US-Geheimdiensten werden diese Aussagen nicht gedeckt.
Beim Ölpreis sehen Analysten das Preisniveau aber noch als tragbar an: Von ANZ Research heißt es, "Solange die Preise unter 90 Dollar pro Barrel bleiben, sind die Risiken für Wachstum und Inflation unserer Ansicht nach beherrschbar."
Bei den Zinsen in Europa wird wegen der bevorstehenden EZB-Sitzung auf die endgültigen Inflationsdaten aus der Eurozone geblickt. Der Preisdruck in der Eurozone hat im Juni nachgelassen, was vor allem an fallenden Ölpreisen nach dem Abkommen zwischen den USA und dem Iran lag. Dieses ist aber zur Makulatur geworden. Die jährliche Inflationsrate sank auf 2,8 Prozent, damit wurde die erste Lesung bestätigt.
Aus der Berichtssaison kommen gute Nachrichten von SMA Solar, das die Jahresprognose erhöht hat. Die Aktien steigen um 12,3 Prozent. Allerdings kommt ein Teil des Gewinnanstiegs aus der Rückerstattung von Zöllen, der Auflösung von Wertberichtigungen und Devisenkursbewegungen.
Beim Rüstungshersteller Saab aus Schweden geht es um 7,2 Prozent höher. Die Zahlen wurden als gut bezeichnet, übergeordnet belaste aber der Rückzug aus dem Rüstungssektor. Für die Rheinmetall-Aktie geht es 1,8 Prozent nach oben.
Burberry fallen um 5,8 Prozent. Die Zahlen zum zweiten Quartal untermauern den laufenden Turnaround des Mode-Unternehmens. Die Aktien verlieren, da einige Kennzahlen dennoch leicht unter Erwartung liegen.
GSK hat bekannt gegeben, die Entwicklung eines experimentellen Medikaments zur Behandlung von chronischem Husten einzustellen, nachdem das Arzneimittel das Hauptziel in einer klinischen Spätphasenstudie verfehlt hat. GSK fallen um 3,9 Prozent.
Bei Dermapharm geht es 1,7 Prozent tiefer, nachdem die Finanzaufsicht Bafin eine Prüfung von Konzernabschluss und Lagebericht eingeleitet hat. Allerdings hörten sich die kritisierten Punkte wie beispielweise "Zinsansprüche" nicht wirklich problematisch an, heißt es im Handel.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.222,00 -1,0 -61,61 6.283,61 7,4 Stoxx-50 5.371,11 -0,7 -36,93 5.408,04 9,2 DAX 24.757,45 -0,6 -158,04 24.915,49 1,1 MDAX 31.707,05 -1,0 -332,78 27.039,42 3,6 TecDAX 3.773,46 -0,2 -8,82 3.091,28 4,2 SDAX 18.285,37 -0,2 -44,15 13.062,07 6,5 FTSE 10.561,48 -0,1 -10,76 10.572,24 6,3 CAC 8.310,93 -0,8 -66,93 8.377,86 2,0 SMI 14.287,83 +0,1 20,64 14.267,19 7,7 ATX 6.356,70 -1,6 -102,97 6.459,67 19,3 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:20 Uhr EUR/USD 1,1433 -0,1 -0,0008 1,1441 1,1441 EUR/JPY 185,61 -0,1 -0,1800 185,79 185,8400 EUR/CHF 0,9225 -0,3 -0,0027 0,9252 0,9246 EUR/GBP 0,8504 +0,2 0,0016 0,8488 0,8483 USD/JPY 162,33 -0,0 -0,0500 162,38 162,4300 GBP/USD 1,3439 -0,3 -0,0037 1,3476 1,3482 USD/CNY 6,7777 +0,1 0,0051 6,7726 6,7665 USD/CNH 6,779 +0,1 0,0060 6,7730 6,7728 AUS/USD 0,6973 -0,3 -0,0023 0,6996 0,7001 Bitcoin/USD 63.139,27 -1,5 -964,78 64.104,05 64.477,05 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 80,80 +2,3 1,85 78,95 Brent/ICE 86,02 +2,1 1,79 84,23 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 3.992,06 +0,6 22,12 3.969,94 Silber 55,36 -0,3 -0,15 55,51 Platin 1.574,92 -2,6 -42,58 1.617,50 (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mpt/ros
(END) Dow Jones Newswires
July 17, 2026 07:46 ET (11:46 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
