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Jamie Coleman (MFS): Inflation lässt nach, aber Fed bleibt wachsam

11. bis 17. Juli 2026

Internationale Aktien gaben diese Woche etwas nach. Die US-Zehnjahresrendite war am Freitag mit 4,53% etwa so hoch wie vor einer Woche, nachdem sie am Dienstag nach neuen Gefechten zwischen den USA und dem Iran zwischenzeitlich auf 4,63% gestiegen war. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich wegen der Eskalation um 9,50 US-Dollar auf 81,50 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) stieg die Volatilität diese Woche von 17,4 auf 19,3.

Konjunktur

Niedrigere US-Inflation dämpft Zinserwartungen

Im Juni war die amerikanische Inflation überraschend niedrig. Die Verbraucherpreise fielen gegenüber dem Vormonat um 0,4%, der erste Rückgang seit 2020. Der Kernindex blieb unverändert. Dabei betrug die Teuerung 3,5% z.Vj. nach 4,2% z.Vj. im Mai, und die Kernrate ging von 2,9% auf 2,6% zurück. Auch die Produzentenpreise stiegen erstaunlich schwach, um 5,5% z.Vj. statt der erwarteten 6,2%. Im Vormonatsvergleich sind sie sogar um 0,3% gefallen. Nach Bekanntwerden der Daten fielen die Renditen. Wegen der niedrigen Inflation wurde am Markt keine Zinserhöhung im Juli mehr erwartet; zuvor hatte man die Wahrscheinlichkeit auf etwa 50% geschätzt. Vor der Datenveröffentlichung am Dienstag hatte Notenbankvorstand Christopher Waller gesagt, dass bei einer überraschend starken Kerninflation eine Zinserhöhung nötig werden könnte. Händler hatten höhere Leitzinsen daraufhin für wahrscheinlicher gehalten - bis die Zahlen vorlagen.

Notenbankchef Kevin Warsh warnte aber davor, einer einzelnen Zahl zu viel Bedeutung beizumessen. Vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses sagte er, dass der Offenmarktausschuss eine dauerhaft zu hohe Teuerung nicht akzeptieren könne. Die Fed müsse sicherstellen, dass die Preise nicht aus dem Ruder liefen.

Unterdessen sprach John Williams, Präsident der New York Fed, von ermutigenden Anzeichen für einen allmählichen Inflationsrückgang. Der Nahe Osten bliebe zwar ein Risikofaktor, und ähnlich wie Warsh warnte auch er davor, zu viel auf eine einzige gute Zahl zu geben. Am Donnerstag äußerten sich dann gleich drei Vertreter der Fed recht vorsichtig. Lorie Logan aus Dallas forderte wegen der Inflation etwas höhere Zinsen, und laut Jeff Schmid aus Kansas ist die Inflation noch immer zu hoch und überschreitet den Zielwert schon viel zu lange. Schließlich äußerte sich auch noch Philip Jefferson. Man müsse die Zinsen wohl anheben, wenn die Inflation nicht bald fiele, so der Notenbankvize.

Erneute Eskalation im Nahen Osten

Der Krieg zwischen den USA und dem Iran wurde diese Woche wieder heftiger. Die USA erneuerten ihre Seeblockade gegen den Iran und kündigten an, für den Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus 20% Gebühren zu verlangen. Später machte Trump aber einen Rückzieher. Statt einer Gebühr schlug er jetzt umfassendere Handels- und Investitionsabkommen mit einzelnen Golfstaaten vor. Die Seeblockade betrifft die gesamte iranische Küste einschließlich Häfen mit Ölterminals, hindert neutrale Schiffe aber nicht an der Passage der Meerenge. Nach Angaben des US-Zentralkommandos wurde die Blockade am Dienstag um 16.00 Uhr Washingtoner Zeit wieder aufgenommen. Das US-Militär würde Handelsschiffen bei der Passage der Meerenge weiterhin zur Seite stehen.

Am Donnerstag hieß es dann aus Teheran, dass man den USA keine Aktivitäten in der Straße von Hormus erlauben wolle. Mit der amerikanischen Militäraktion sei "Irans unsichtbare rote Linie" überschritten worden. Wenn andere Golfstaaten mit den USA zusammenarbeiteten, könne dies als feindlicher Akt angesehen werden. Vertreter Irans drohten mit Angriffen auf die Öl- und Gasinfrastruktur im gesamten Nahen Osten, falls die USA zivile iranische Infrastruktur unter Beschuss nähmen. Irans Angriffe schränken Öltransporte durch die Meerenge ein, verhindern sie aber nicht völlig. Das Öl wird dann nach der Passage auf Tanker umgeladen und in erster Linie nach Asien verschifft. Dadurch ist Rohöl längst nicht mehr so knapp wie zu Kriegsbeginn. Unabhängig davon setzen sich die USA dem Vernehmen nach für die Wiederinbetriebnahme einer beschädigten Pipeline aus dem Irak nach Syrien ein. Weil damit die Straße von Hormus umgangen werden kann, hätte der Iran dann wohl noch weniger Einfluss auf das weltweite Ölangebot.

Zusätzliche Risiken für die Ölversorgung entstehen durch Raketenangriffe der Huthis auf Saudi-Arabien und ihre Drohung, saudische Ölanlagen gezielt unter Beschuss zu nehmen.

Technologieaktien unter Druck, weil China bei KI aufzuschließen scheint

An den beiden letzten Handelstagen standen KI- und Halbleiterwerte im Blickpunkt. Die Sorge wuchs, dass billigere chinesische KI-Modelle rasch zu den teureren US-Modellen aufschließen könnten. Anleger fürchten geringere Investitionen in den Ausbau der amerikanischen KI-Infrastruktur, wenn sich US-Unternehmen für die günstigeren chinesischen Modelle entscheiden. Nahezu alle Technologieaktien bekämen dies zu spüren. Wegen der hohen Verluste hat Südkoreas Börse, deren Index von zwei Speicherchipherstellern dominiert wird, neue Notierungen gehebelter Einzelaktien-ETFs erst einmal ausgesetzt.

Japan will mehr Inlandsinvestitionen

Um mehr Investoren an den japanischen Kapitalmarkt zu locken, erwägt Finanzministerin Satsuki Katayama, Staatsanleihen in ein steuerfreies Anlageprogramm für Privatanleger aufzunehmen. Vielleicht würde Japans riesiger staatlicher Pensionsfonds seine Positionen aufstocken. Von Rechts wegen muss der Pensionsfonds aber nachhaltige Langfristerträge für seine Mitglieder anstreben. Höhere Inlandsinvestitionen müssten also mit ihrer Rentabilität begründet werden - und nicht mit allgemeinen wirtschaftspolitischen Zielen.

Kurz gefasst

Im Juni stiegen die amerikanischen Einzelhandelsumsätze um 0,2% z.Vm.; der Kernindex legte um 0,5% zu. Die Maizahlen wurden jeweils um 10 Basispunkte auf 1,0% bzw. 0,7% heraufkorrigiert.

Mit 0,1% z.Vm. stieg die amerikanische Industrieproduktion im Juni nicht ganz so stark wie erwartet.

Die britische Regierung will die iranischen Revolutionsgarden zur Terrororganisation erklären. Britische Versicherungen und Schiffe würden dann faktisch daran gehindert, dem Iran Gebühren für die Passage der Straße von Hormus zu zahlen.

In den USA sind die Baubeginne im Juni um 19% gestiegen. Im Mai waren sie noch um 15,2% gefallen.

Die Bank of Canada ließ ihren Leitzins unverändert bei 2,25% und begründete das mit der besseren Konjunktur. Unabhängig davon hat Fitch das kanadische Länderrating von AA+ mit stabilem Ausblick bestätigt.

Die größten US-Banken erzielten ordentliche Gewinne. In den Telefonkonferenzen verwiesen sie auf den stabilen Konsum und die soliden Finanzmärkte.

Nach einem Bericht des Wall Street Journal fürchten Anleger umfangreiche Aktien- und Anleihenemissionen und weniger Rückkäufe. Allerdings seien die Neuemissionen gemessen am Aktienmarktvolumen von gut 80 Billionen US-Dollar noch immer recht niedrig.

Nach einer ein Jahr dauernden Untersuchung haben die USA auf manche brasilianische Importe 25% Zoll gemäß Section 301 verhängt.

Die schwebenden Hausverkäufe gingen in den USA im Juni um 5,4% zurück.

Laut Bundeskanzler Friedrich Merz haben die US-Zölle Deutschlands Wirtschaft sehr geschadet.

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer dämpfte Hoffnungen auf eine neue Handelsvereinbarung bei dem für September geplanten Gipfeltreffen von Trump und Xi.

Die britische Wirtschaft ist im Mai um 0,1% gewachsen - und nicht wie erwartet um 0,1% geschrumpft.

Die koreanische Notenbank hat ihren Leitzins am Donnerstag um 25 Basispunkte auf 2,75% angehoben. Sie begründete dies mit der Inflation über dem Zielwert und dem höheren Wachstum.

Am Donnerstag beschuldigte Trump China der Einmischung in die amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2020.

Nach chinesischen Zolldaten sind Chinas Chipexporte in der ersten Jahreshälfte auch wegen des KI-Booms um 96% gestiegen. Die Robotikexporte legten ähnlich stark zu.

Es heißt, New York werde als erster Bundesstaat keine neuen Datenzentren mehr genehmigen. Das Moratorium solle ein Jahr lang gelten.

Nach einem Gesetzesvorschlag, der gerade seinen Weg durch den US-Kongress nimmt, könnte Präsident Trump die fünf größten Käufer von russischem Öl und Gas mit bis zu 100% Zoll belegen. Trump würde dann Zölle nutzen, um weltpolitische Ziele zu erreichen.

Nächste Woche

Montag: kanadische Verbraucherpreise

Dienstag: britische Arbeitslosenquote

Mittwoch: britische Verbraucherpreise

Donnerstag: EZB-Ratssitzung, kanadische Einzelhandelsumsätze

Freitag: vorläufige Einkaufsmanagerindizes weltweit, britische Einzelhandelsumsätze

Fokussiert und diversifiziert bleiben

Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.

Diese Informationen sowie Nennungen von Unternehmen und Einzelwerten dürfen nicht als Anlageberatung, Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Hinweis auf die Kauf- oder Verkaufsabsichten eines MFS-Produkts aufgefasst werden.

Die hier genannten Einzelwerte können, aber müssen nicht in MFS-Fonds enthalten sein. Eine vollständige Liste aller Einzelwerte von MFS-Portfolios finden Sie in deren aktuellen Jahres-, Halbjahres- oder Quartalsberichten. Vollständige Bestandsübersichten finden Sie auch in den Fondsübersichten im Abschnitt "Produkte" auf mfs.com.

Die hier dargestellten Meinungen sind die von MFS und können sich jederzeit ändern. Prognosen sind keine Garantien.

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Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

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Achtung, Korrektur!
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Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

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