Anzeige
Mehr »
Donnerstag, 30.07.2026 - Börsentäglich über 12.000 News
Vor China-Exportstopp: Firma könnte sich Zugriff auf 12-Mrd.-$-Chance sichern
Anzeige

Indizes

Kurs

%
News
24 h / 7 T
Aufrufe
7 Tage

Aktien

Kurs

%
News
24 h / 7 T
Aufrufe
7 Tage

Xetra-Orderbuch

Fonds

Kurs

%

Devisen

Kurs

%

Rohstoffe

Kurs

%

Themen

Kurs

%

Erweiterte Suche
Asset Standard
284 Leser
Artikel bewerten:
(0)

Jamie Coleman (MFS): Unklarheit im Nahen Osten, aber Unternehmensgewinne entlasten

18. bis 24. Juli 2026

Internationale Aktien gaben diese Woche etwas nach. Den deutlich höheren Ölpreisen und Renditen standen hohe Unternehmensgewinne gegenüber. Die US-Zehnjahresrendite stieg um 13 Basispunkte auf 4,68%. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 8 US-Dollar auf 89,60 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) betrug die Volatilität diese Woche nahezu unverändert 19,1.

Konjunktur

Irankrieg eskaliert erneut

Diese Woche griff der Irankrieg einmal mehr auf die Nachbarländer über. Die Huthis verhängten zunächst eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien und beschossen dann auch noch zwei saudische Tanker im Roten Meer. Wie es heißt, erwägen südasiatische Ölimporteure jetzt die Umleitung saudischer Öllieferungen durch den Suezkanal und um Afrika. Der Transport könnte dann bis zu einen Monat länger dauern. US-Präsident Donald Trump sagte, dass er den Iran und die mit ihm verbündeten Huthis zur Verantwortung ziehen werde.

Nach dem Tod von vier US-Soldaten verstärkten die USA ihre Angriffe. Der Iran müsse für den Tod amerikanischer Soldaten "vielfach büßen", so der Präsident. Für jede iranische Rakete oder Drohne, die ein Schiff in der Straße von Hormus treffe, würde im Iran eine Brücke oder ein Kraftwerk zerstört, auch in der Hauptstadt. Der Iran wiederum drohte bei einem Beschuss seiner Infrastruktur mit Angriffen auf die Energiewirtschaft am Golf. Laut Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf werde die Lage in der Meerenge "nie wieder so sein wie vor dem Krieg". Ohne Sicherheitsgarantien sei die gesamte Infrastruktur der Region in Gefahr. Irans Außenminister Abbas Araghchi warnte, dass alle Unterstützer der USA "legitime Ziele" seien. "Auge um Auge" sei die Devise. US-Außenminister Marco Rubio konterte mit "Kopf um Auge". Am Mittwoch ließ das Pentagon schließlich wissen, dass der Krieg bis jetzt etwa 37,5 Milliarden US-Dollar gekostet habe.

Am Donnerstagmorgen sagte Trump dann gegenüber Axios, dass er ernsthaft neue Militärschläge im Iran erwäge, weit intensivere als in der ersten Kriegsphase. Dem Vernehmen nach hat der Iran am Freitag einen Waffenstillstandsvorschlag des irakischen Premierministers abgelehnt.

Ölpreise steigen, Anleihenrenditen auch

Als das Barrel Brent wieder die 100-Dollar-Marke überschritt, legten die Anleihenrenditen weltweit kräftig zu. Die US-Zehnjahresrendite stieg zeitweise auf 4,71%, den höchsten Wert seit Januar 2025. In vielen Industrieländern wurde mit Zinserhöhungen gerechnet. Die EZB ließ ihren Leitzins unverändert bei 2,25%. Man orientiere sich an den Daten und wolle von Sitzung zu Sitzung entscheiden, hieß es erneut. Zugleich signalisierte man aber eine Zinserhöhung im September. Bis zum Jahresende erwartet man am Markt 43 Basispunkte Zinserhöhungen in den USA, 45 Basispunkte im Euroraum und 44 Basispunkte in Großbritannien.

Zölle, mal wieder

Am Freitag lief der vorübergehende weltweite Zoll von 10% aus. Jetzt verhängte die Trump-Administration neue Zölle von bis zu 12,5% gegen 60 Handelspartner und verwies unter Berufung auf Section 301 des Trade Act von 1974 auf unzureichende Standards im Umgang mit Zwangsarbeit. Vor einigen Wochen hatte der Oberste Gerichtshof Trumps umfassende, mit Notstandsgesetzen begründete Zölle für rechtswidrig erklärt. Die Administration suchte daraufhin nach Möglichkeiten für andere Zölle.

Am Montag ließ Trump dann wissen, dass er bestimmte kanadische Importe gemäß Section 338 des Tariff Act von 1930 mit 50% Zoll belegen will. Demnach kann der Präsident ohne Zustimmung des Kongresses bis zu 50% Zoll gegen Länder verhängen, denen unfaire Praktiken im Handel mit den USA vorgeworfen werden. Anders als früher sind Produkte, die unter das US-Mexico-Canada Agreement fallen, diesmal nicht ausgenommen. Dem Vernehmen nach sind die USA bei den Neuverhandlungen des USMCA mit Mexiko weiter als mit Kanada. Kanadas Premier Mark Carney hat nach eigener Aussage mit Trump gesprochen. Man wolle die Gespräche intensivieren, um ein umfassendes Handelsabkommen zu vereinbaren. Am Donnerstag fügte Carney dann hinzu, dass "alles möglich" sei, falls man sich nicht bis zum 19. August mit den USA einige.

Außerdem kündigte Trump an, dass die Hersteller generischer Medikamente ab August 2028 mit 100% Zoll belastet würden, wenn sie ihre Produktion nicht in die USA verlagerten. Im August 2029 solle der Zoll dann auf 200% steigen. Unabhängig davon erklärte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer, dass "Modelldestillation" bei KI aus Sicht der USA Diebstahl geistigen Eigentums sei. Finanzminister Scott Bessent ergänzte, dass die USA KI-Modelle sanktionieren könnten, die geistiges Eigentum stählen. Grundsätzlich fände er Open Source aber gut. Und dann passierte noch etwas wie aus dem Science-Fiction-Roman: OpenAI berichtete über einen beispiellosen Cyberangriff, bei dem ein KI-Agent aus der Testumgebung "entkommen" sei und sich Zugang zum Internet verschafft habe. Er habe sich dann die Log-in-Daten eines Wettbewerbers beschafft, um ihn zu hacken.

KI-Investitionen machen weiter Sorgen

KI- und Halbleiteraktien gerieten diese Woche erneut unter Druck. Der Philadelphia Semiconductor Index fiel in eine technische Baisse, erholte sich dann aber wieder leicht. Anleger fürchteten, dass der Bau von KI-Datenzentren viele Milliarden Dollar mehr kostet als erwartet und es außerdem zu Verzögerungen kommt. Darüber hinaus machte man sich Sorgen über die Erträge dieser Investitionen. Für zusätzliche Unsicherheit sorgte die Diskussion über offene KI-Modelle; ein genereller Zugang zu kostengünstigeren Modellen könnte am Ende zu einer schnelleren und billigeren KI-Nutzung führen. Wenn die Erträge der amerikanischen KI-Infrastrukturanbieter darunter leiden, hat man aber vielleicht zu viel investiert. Möglich wäre eine weltweite Fragmentierung mit rivalisierenden Technologien.

Kurz gefasst

Wegen der kurzen Entspannung im Nahen Osten legten die Einkaufsmanagerindizes im Juni weltweit zu.

In der Woche bis zum 18. Juli fielen die Erstanträge auf Arbeitslosengeld in den USA deutlich auf 187.000, den niedrigsten Wert seit September 1969. Wegen des soliden Arbeitsmarktes könnte sich die Fed daher weiter auf die Preisstabilität konzentrieren.

In Japan ließen führende Regierungsvertreter wissen, dass sie den Yen bei Bedarf stützen werden. Gerade erst war er gegenüber dem US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit 1986 gefallen. Dem Vernehmen nach ist die Notenbank zu schnelleren Zinserhöhungen bereit als am Markt vermutet, da der schwache Yen die Inflation anheizt.

Nach dem Ausverkauf von Technologieaktien entschloss sich China zu den umfassendsten Stützungsmaßnahmen seit Jahren. Fonds der Zentralregierung haben am späten Sonntag für fast 60 Millionen Renminbi (8,9 Milliarden US-Dollar) Aktien gekauft, sodass die chinesischen Indizes trotz Verlusten an den übrigen asiatischen Märkten am Montag stiegen. Der chiplastige STAR 50 Index legte am Dienstag um 11% zu, der höchste Tagesgewinn seit fast zwei Jahren. In der Vorwoche war er um etwa 17% gefallen.

Nachdem die Europäische Union Google am Donnerstag eine neue milliardenschwere Strafe auferlegt hatte, nannte die Trump-Administration das Bußgeld ein echtes Risiko für den Handel zwischen den USA und der EU.

Andy Burnham trat sein Amt als britischer Premierminister an und ernannte John Healey zum Finanzminister. Burnham sagte, dass er die Haushaltsregeln nicht ändern, wohl aber flexibler handhaben wolle. Healey bezeichnete Haushaltsdisziplin als sein wichtigstes Ziel. Außerdem wolle er die Vermögensbildung fördern.

Wegen des ungewöhnlich warmen Wetters und der Fußball-WM stiegen die britischen Einzelhandelsumsätze um überraschend starke 4,2% z.Vj.

Laut PitchBook war der Nettoinventarwert von mindestens zehn Jahre alten Private-Equity-Fonds (deren geplante Laufzeit also schon lange überschritten ist) mit 348,5 Milliarden US-Dollar Ende 2025 so hoch wie nie zuvor. Ihr Volumen ist damit etwa 3,5-mal so hoch wie 2015 und über 100-mal so hoch wie 2005.

Am Mittwoch standen die USA und Saudi-Arabien kurz vor dem Abschluss eines Nuklearabkommens. US-Unternehmen könnten dann vielleicht Reaktoren in Saudi-Arabien bauen. Am Donnerstag sagte Trump dann aber, dass das Land zunächst einer Normalisierung der Beziehungen zu Israel zustimmen müsse. Erst dann würde man die Technologie liefern. Damit kamen Zweifel an dem Abkommen auf.

Das US-Justizministerium skizzierte ein neues Konzept für die Prüfung von Fusionen. Schwerpunkt sollen jetzt die bei einer Transaktion offensichtlichsten Wettbewerbsgefährdungen sein.

Chinas Kabinett teilte mit, dass man am diesjährigen Wachstumsziel von 4,5% bis 5% festhalten wolle, obwohl es im 2. Quartal unterschritten wurde. Vermutlich wird das Politbüro jetzt Anleihenemissionen forcieren, um angesichts der schwachen Binnennachfrage die Infrastruktur auszubauen.

GEWINNMELDUNGEN

Die Erwartungen vor der Berichtssaison waren hoch, und doch wurden sie meist übertroffen. Bislang haben etwa 27% der S&P-500-Unternehmen die Ergebnisse für das 2. Quartal 2026 vorgelegt. Kombiniert mit Schätzungen für die übrigen 73% sind die Gewinne laut FactSet um 38% z.Vj. gestiegen. Die Umsätze haben im Vorjahresvergleich um 12,9% zugelegt.

Nächste Woche

Montag: Bestellungen langlebiger Güter in den USA

Dienstag: Handelsbilanz der USA

Mittwoch: Offenmarktausschusssitzung der Fed

Donnerstag: BIP und Arbeitslosenquote im Euroraum, Sitzung der Bank of England, PCE-Kernindex und BIP (2. Quartal) in den USA

Freitag: Sitzung der Bank of Japan, Verbraucherpreise im Euroraum

Fokussiert und diversifiziert bleiben

Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.

Diese Informationen sowie Nennungen von Unternehmen und Einzelwerten dürfen nicht als Anlageberatung, Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Hinweis auf die Kauf- oder Verkaufsabsichten eines MFS-Produkts aufgefasst werden.

Die hier genannten Einzelwerte können, aber müssen nicht in MFS-Fonds enthalten sein. Eine vollständige Liste aller Einzelwerte von MFS-Portfolios finden Sie in deren aktuellen Jahres-, Halbjahres- oder Quartalsberichten. Vollständige Bestandsübersichten finden Sie auch in den Fondsübersichten im Abschnitt "Produkte" auf mfs.com.

Die hier dargestellten Meinungen sind die von MFS und können sich jederzeit ändern. Prognosen sind keine Garantien.

Die Performance der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

© 2026 Asset Standard
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

In unserem aktuellen Spezialreport zeigen wir fünf Aktien, bei denen die Abwärtsrisiken besonders hoch sind – und wo sich Gewinnmitnahmen oder sogar Short-Strategien anbieten könnten.

Jetzt den kostenlosen Report sichern – bevor die Korrektur Fahrt aufnimmt!
Werbehinweise: Die Billigung des Basisprospekts durch die BaFin ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend zu informieren, insbesondere über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers. Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.