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Der dänische Pharmakonzern kann mit seinen am Dienstagabend vorgelegten Zahlen trotz Prognoseanhebung nicht überzeugen. Die Aktie legt den Rückwärtsgang ein.
Novo Nordisk: Schon wieder eine neue Enttäuschung
Nach neuen Mehrjahrestiefs im April konnte sich die Aktie von Novo Nordisk in den vergangenen Wochen gut erholen. Sie eroberte nicht nur wichtige Unterstützungen zurück, sondern konnte mit dem Anstieg über die gleitenden Durchschnitte, in denen es zu einem Golden Cross gekommen ist, auch erste technische Kaufsignale liefern.
Diese für eine dauerhafte Trendwende zunehmend aussichtsreiche Ausgangslage dürfte erst einmal dahin sein, nachdem es der dänische Pharmariese mit seinen am Dienstagabend vorgelegten Geschäftszahlen zu überzeugen. Zwar hob Novo Nordisk seine Prognose für das Gesamtjahr an, das genügte jedoch nicht, um die in den zurückliegenden Wochen gewährten Vorschusslorbeeren zu rechtfertigen.
US-Geschäft rettet ein kleines Umsatzwachstum
Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse um rund 2 Prozent auf 78,5 Milliarden Dänische Kronen (DKK; 10,5 Milliarden Euro) zu. Trotz aller Schwierigkeiten entwickelte sich vor allem das US-Geschäft mit Abnehmpräparaten überdurchschnittlich stark. Hierbei profitierte Novo Nordisk vor allem von der Zulassung und einem starken Marktstart seiner oral verabreichten Wegovy-Variante.
Einen deutlichen Rückschlag verzeichneten dagegen die operativen Erträge, wo ein Minus von 19 Prozent 27,1 Milliarden DKK (3,62 Milliarden Euro) zu verzeichnen war. Dieser ist auf die Auflösung einer Rabatt-Rückstellung zurückzuführen. Um diese (und andere Einmaleffekte) bereinigt konnte das operative Ergebnis um 8 Prozent auf 33,4 Milliarden DKK (4,47 Milliarden Euro) gesteigert werden.
Der daraus erzielte Nettoertrag beläuft sich auf knapp 21,0 Milliarden DKK (2,81 Milliarden Euro), was pro Aktie 4,75 DKK (0,64 Euro) entspricht. Vor einem Jahr hatte Novo Nordisk noch 26,5 Milliarden DKK (3,54 Milliarden Euro) und einen Gewinn je Anteil von 5,96 DKK (0,80 Euro) erwirtschaftet.
Prognose angehoben - weniger Einbußen als befürchtet
Seinen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr hat der Konzern deutlich angehoben. Wurde bislang mit einem Minus sowohl bei den Erlösen als auch beim Betriebsgewinn von 4 bis 12 Prozent gerechnet, befürchtet das Management um den neue CEO Mike Doustdar nur noch einen Rückgang von -6 bis 0 Prozent. Seinen Status als Wachstumsunternehmen ist Novo Nordisk damit nichtsdestotrotz los.
Für ausschüttungsorientierte Anlegerinnen und Anleger gab es wenigstens eine gute Nachricht: Der Verwaltungsrat stimmte der Auszahlung einer Interimsdividende in Höhe von 3,75 DKK (0,50 Euro) zu für alle Investoren, die bis zum 17. August als Aktionäre eingetragen sind.

Aktie nach jüngsten Kursverlusten in großen Schwierigkeiten
Anlegerinnen und Anleger zeigen sich am Mittwoch enttäuscht über das Abschneiden von Novo Nordisk. An der Heimatbörse in Kopenhagen büßte die Aktie bis zum frühen Nachmittag 5,5 Prozent ein. In der US-Vorbörse legte sie dagegen rund 1,5 Prozent zu - an der NYSE hatte sie allerdings am Vortag schon knapp 6 Prozent an Wert verloren, da Novo Nordisk seine Zahlen noch zur US-Handelszeit veröffentlicht hatte.
Aus charttechnischer Perspektive sind die jüngsten Verluste eine mittlere Katastrophe. Die Aktie hat ihre beiden Durchschnittslinien bereits aufgegeben, jetzt stehen die Unterstützung bei 300 DKK (40,13 Euro) sowie die Aufwärtstrendlinie der vergangenen Wochen zur Debatte. Sollten auch diese unterschritten werden, droht ein Rücksetzer bis 270 DKK (36,11 Euro). Neue Kaufimpulse lägen dagegen erst oberhalb von etwa 310 DKK (41,46 Euro) wieder vor.
Fazit: Wieso sollte man hier investieren? Es gibt kaum einen Grund!
Nicht nur Anlegerinnen und Anleger, sondern auch die Mehrheit der Expertinnen und Experten zeigt sich am Mittwoch eher zurückhaltend gegenüber den von Novo Nordisk vorgelegten Quartalszahlen. Das ist mit Blick auf die Unternehmensbewertung verständlich. Für 2026 steht ein KGVe von 13,4 und für 2027 von 14,5 zu Buche. Das mag auf den ersten Blick wenig erscheinen, ist für ein Unternehmen ohne jedes Wachstum aber angemessen. Pfizer beispielsweise, das ebenfalls kaum Wachstum vorzuweisen hat, wird mit einem KGVe von 8,6 bewertet und bietet mit 6,8 Prozent außerdem die deutlich höhere Dividendenrendite.
Eines der aktuell am günstigsten und tatsächlich auch wachsenden Pharma- und Biotechnologieunternehmen ist der Wirkstoffverstärkungsspezialist Halozyme, der mit einem KGVe 2026 von 10,3 Prozent bewertet ist. Schon diese beiden schnellen Vergleiche zeigen, dass es für Investoren gegenwärtig keinen Grund gibt, ihr Kapital bei Novo Nordisk zu binden.
Gastautor: Max Gross
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