DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
MEHRWERTSTEUER - Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 7 Prozent und im Gegenzug als Ausgleich Gutschriften für Haushalte mit kleineren Einkommen. Zu Bild sagte Fuest, künftig solle für alle Güter derselbe Satz gelten. "Alle Güter mit derzeit ermäßigtem Mehrwertsteuersatz, vor allem Lebensmittel, würden sich verteuern", sagte Fuest. Bei vollständiger Weitergabe könnten die Preise um bis zu 12 Prozent steigen. Tatsächlich werde es vermutlich weniger, "weil die Steuer von den Unternehmen nicht voll weitergegeben werden kann". Ziel sei es, die Komplexität des Systems zu reduzieren und Mehreinnahmen für den Staat zu erzielen. Um im Gegenzug Haushalte mit geringen Einkommen vor zu hohen Mehrbelastungen zu schützen, schlägt Fuest eine Gutschrift für diese Haushalte von je 360 Euro im Jahr vor. Diese Gutschriften sollte es für alle Haushalte mit bis zu 55.000 Euro Bruttoeinkommen im Jahr geben. Nach Abzug der Ausgleichszahlungen blieben dem Staat mehr als 36 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich. Sein Ziel sei es, "das Chaos bei der Mehrwertsteuer abzuschaffen, ohne die ärmsten Haushalte mehr zu belasten", sagte Fuest. (Bild)
BONPFLICHT - Der Handel in Deutschland wehrt sich gegen die Regierungspläne zur Einführung einer E-Bonpflicht. "Im Koalitionsvertrag wurde die vollständige Abschaffung der Bonpflicht vereinbart und das erwarten die Einzelhändler auch", sagte der Steuerexperte des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Ralph Brügelmann, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Um auf digitale Belege umzustellen, müssten viele Händler erhebliche Investitionen tätigen, was im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld nicht verantwortbar sei. Ähnlich äußerte sich das Bäckerhandwerk. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) verwies auf mögliche rechtliche Probleme. (RND)
RECHENZENTRUMSBOOM - Ein neuer Stromnachfrage-Boom in den USA wird derzeit zum großen Wachstumstreiber für deutsche Unternehmen. Das zeigt eine Handelsblatt-Analyse aktueller Geschäftszahlen und Aktienkurse. Getrieben wird die Entwicklung vor allem durch den massiven Zubau von Rechenzentren in den USA. Neben den DAX-Konzernen Siemens, Siemens Energy und RWE sagten auch die börsennotierten Unternehmen Hochtief, 2G, Deutz, Pfisterer und Technotrans dem Handelsblatt, sie profitierten derzeit in ungewöhnlichem Maße vom Strom- und Rechenzentrumsboom. Die Aktien der jeweiligen Unternehmen stiegen binnen eines Jahres zwischen 22 und 130 Prozent. (Handelsblatt)
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August 06, 2026 00:00 ET (04:00 GMT)
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