DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutscher Auftragseingang steigt im Juni um 3,1 Prozent
Der Auftragseingang der deutschen Industrie ist im Juni stärker gestiegen als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, erhöhten sich die Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 3,1 Prozent und lagen kalenderbereinigt um 6,5 (Mai: 4,5) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten nur einen monatlichen Anstieg um 0,7 Prozent prognostiziert. Der für Mai vorläufig gemeldete monatliche Anstieg von 1,9 Prozent wurde auf 0,3 Prozent revidiert. Diese Revision habe sich aus einer Anpassung bei der Preisbereinigung ergeben, hieß es.
Deutscher Industrieumsatz sinkt Juni
Der preisbereinigte Umsatz im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands ist im Juni gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, ging er gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war der Umsatz kalenderbereinigt 0,4 Prozent niedriger. Für Mai ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Anstieg von 0,2 (vorläufig: 1,8) Prozent gegenüber April. Die Revision habe sich aus einer Anpassung bei der Preisbereinigung ergeben, hieß es.
Umsatz im Dienstleistungsbereich Deutschlands steigt im Mai
Der Umsatz im Dienstleistungsbereich Deutschlands hat im Mai zugenommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte, stieg der Umsatz (ohne Finanz- und Versicherungsdienstleistungen) kalender- und saisonbereinigt real gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 ergab sich ein Realanstieg von 3,5 Prozent. Nominal lag das Plus bei 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat und bei 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Brasiliens Notenbank senkt Leitzins um 25 Basispunkte
Die brasilianische Zentralbank hat die Zinsen zum vierten Mal in Folge gesenkt, da sich die Inflation abkühlt und die nach wie vor hohen Kreditkosten die Wirtschaft belasten. Der geldpolitische Ausschuss der Bank senkte den Leitzins Selic wie erwartet von 14,25 auf 14,00 Prozent. Die Währungsbehörde wies jedoch darauf hin, dass die Unsicherheit hinsichtlich ihrer Inflationsprognosen weiterhin höher als üblich sei, insbesondere angesichts der Konflikte im Nahen Osten. "Das globale Umfeld bleibt aufgrund der ungewissen Entwicklung der bewaffneten Konflikte im Nahen Osten und der Unsicherheit hinsichtlich der Geldpolitik in einigen Industrieländern weiterhin ungewiss", erklärte der Ausschuss.
Ohne Zinserhöhungen der BoJ dürfte Yen-Aufwertung ins Stocken geraten
Interventionen Japans und der USA sowie hawkishe Äußerungen von BoJ-Gouverneur Ueda hatten den Dollar-Yen-Kurs auf die Prognose von Fitch Ratings von 156 für Ende 2026 getrieben. Eine hartnäckige Reflation bedeute jedoch, dass Zinserhöhungen wahrscheinlich notwendig seien, um eine weitere Aufwertung des Yen zu stützen, meinen die Analysten von Fitch. Finanzvertreter beider Seiten haben ihre Bereitschaft signalisiert, bei Bedarf weiter zu intervenieren. Der Yen bleibt jedoch gegenüber dem US-Dollar und einem breiteren Währungskorb historisch schwach. Die BoJ hat erklärt, dass sie die Geldpolitik weiter straffen werde, wobei Gouverneur Ueda den September als mögliches Zeitfenster genannt habe. Fitch erwartet, dass die BoJ bis Oktober warten und die Zinsen dann schneller anheben wird, als die Märkte erwarten.
Starkes BIP im zweiten Quartal dürfte mexikanische Notenbank nicht zu strafferem Kurs bewegen
Die mexikanische Notenbank dürfte in ihrer geldpolitischen Erklärung in dieser Woche trotz der Erholung des BIP im zweiten Quartal keinen hawkisheren Ton anschlagen, schreiben die Analysten von BBVA in einer Research Note. BBVA teile die Konsensmeinung, dass die Zentralbank ihren Leitzins bei der Entscheidung am Donnerstag unverändert bei 6,5 Prozent belassen und ihre Prognose einer längeren Haltephase bekräftigen werde. "Wir sind der Meinung, dass der wahrscheinlich vorübergehende Charakter der starken BIP-Erholung im zweiten Quartal 2026 und die anhaltende Schwäche des Arbeitsmarktes das Board davon abhalten werden, einen hawkishen Ton anzuschlagen", meinen sie.
USA und China wollen technologische Abhängigkeiten reduzieren
Die USA und China seien entschlossen, ihre technologischen Abhängigkeiten zu minimieren, schreibt William Bratton von BNP Paribas in einer Research Note. Chinas jüngste Gegenmaßnahmen, einschließlich der verschärften Kontrollen für den Export von Drohnen in die USA, zeigten, dass sich das technologische Machtgleichgewicht weiter entwickle, wobei China an mehreren Fronten Fortschritte mache, so Bratton. Unterdessen deute die chinesische Reaktion auf ein wachsendes Maß an Reibung in den bilateralen Beziehungen hin, was potenziell eine Reihe zukünftiger Ereignisse erschweren könnte, einschließlich der bevorstehenden Reise von Präsident Xi in die USA im September, heiße es weiter.
Indonesiens Wachstum dürfte sich im zweiten Halbjahr verlangsamen - Sparmaßnahmen belasten
Die zurückgefahrenen Prioritätsprogramme Indonesiens dürften den Konsum und die Investitionen im zweiten Halbjahr belasten, schreiben die Volkswirte von CIMB in einem Kommentar. Sie erwarten eine schwächere Wachstumsdynamik im zweiten Halbjahr, da niedrigere Staatsausgaben, eine knappere Liquidität im Bankensektor und die kumulativen Zinserhöhungen der Bank Indonesia um 100 Basispunkte die Investitionsnachfrage dämpfen könnten. CIMB geht davon aus, dass die Bank Indonesia ihren Leitzins bis zum Jahresende unverändert bei 5,75 Prozent belassen wird, da die politischen Entscheidungsträger die Stabilität der Rupiah gegen die sich verlangsamenden Wachstumsaussichten abwägen und gleichzeitig die globalen monetären Bedingungen weiter bewerten.
Ölpreise geben nach - Wachsender Optimismus für Wiedereröffnung der Straße von Hormus
Die Ölpreise geben im frühen asiatischen Handel angesichts des wachsenden Optimismus über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus nach. Durch diese wichtige Wasserstraße wird ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert. "Der Iran habe mitgeteilt, eine Einigung mit dem Oman über eine vorgeschlagene Schifffahrtsroute durch die Wasserstraße erzielt zu haben, die Details müssten jedoch noch geklärt werden", schreiben die Analysten von ANZ Research in einer Research Note. "Sowohl die ein- als auch die ausgehenden Routen sollen sich im nördlichen Teil der Meerenge in iranischen Hoheitsgewässern befinden", so die Analysten in einem Research-Bericht. Der nächstfällige Terminkontrakt auf WTI-Rohöl fällt um 0,3 Prozent auf 74,98 US-Dollar pro Barrel.
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August 06, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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