DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Konsumgüterkonzern Henkel hat im ersten Halbjahr in einem weiter schwierigen Umfeld das Ergebnis gesteigert. "Die Verbesserung unseres organischen Umsatzwachstums war erneut durch beide Unternehmensbereiche getragen, die jeweils eine positive Preis- und Volumenentwicklung erzielten", sagte Konzern-Chef Carsten Knobel laut Mitteilung. Für das laufende Jahr zeigt sich das Management nun zuversichtlicher und hat die Umsatzprognose angehoben. An der Börse kam das gut an.
Für die Aktie ging es zuletzt um gut 4 Prozent auf 79,74 Euro nach oben. Seit Jahresbeginn hat sie gut 14 Prozent an Wert gewonnen. Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate liegt das Plus bei nahezu einem Fünftel.
Analystin Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan verwies darauf, dass das organische Wachstum von Henkel mit 4,7 Prozent die Konsensschätzung von 3,3 Prozent übertroffen habe. Der Konsumgüterhersteller habe vor allem von höheren Volumina profitiert, aber auch von höheren Preisen.
Im laufenden Jahr erwartet Henkel nun ein Umsatzwachstum ohne Währungs- und Portfolioeffekte um 1,5 bis 3,5 Prozent und damit an beiden Enden 0,5 Prozentpunkte mehr als bisher geplant. Dabei wurde die Umsatzprognose für die Klebstoffsparte angehoben. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) soll indessen konzernweit unverändert 14,5 bis 16 Prozent erreichen. 2025 hatte Henkel einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro bei einer Marge von 13,7 Prozent erzielt.
Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz des Herstellers von Produkten wie Persil-Waschmittel, Pattex-Klebstoff, Fa-Duschgel und Syoss-Haarpflege zwar leicht um 0,5 Prozent auf rund 10,35 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft wuchs er aber um 3,2 Prozent. Sowohl das Klebstoffgeschäft als auch die Konsumentensparte legten dabei organisch zu. Das Wachstum im Klebstoffgeschäft sei dabei vor allem vom Geschäftsfeld Mobilität & Elektronik getragen worden, so Henkel. Im Konsumentensegment habe vor allem das Geschäftsfeld Haarpflege das Wachstum angetrieben.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 1,62 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahreswert. Branchenexperten hatten im Durchschnitt etwas weniger auf dem Zettel. Die entsprechende Rendite verbesserte sich ebenfalls leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent.
Henkel will auch durch Zukäufe weiter wachsen. Zuletzt hatten die Düsseldorfer fünf Übernahmen mit einem Gesamtumsatzvolumen von rund 1,6 Milliarden Euro angekündigt. 2026 sollen die Zukäufe laut Mitteilung rund 700 Millionen Euro zum Umsatz beitragen. Mittelfristig soll der Umsatzbeitrag auf rund zwei Milliarden Euro 2030 ansteigen.
Dem Konzern zufolge wurden bereits vier Transaktionen abgeschlossen. Die im Februar angekündigte Übernahme der Spezialbeschichtungsfirma Stahl soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden./err/men/mis




