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Die beiden deutschen Verteidigungskonzerne Renk und Rheinmetall haben ihre Quartalsbilanzen vorgelegt. Die Kursreaktion zeigen, dass es einen klaren Gewinner gibt!
Rheinmetall mit Achterbahnfahrt, Renk zieht davon
Am Donnerstag standen mit Branchenprimus Rheinmetall und Panzergetriebehersteller Renk die Zahlen von gleich zwei deutschen Verteidigungskonzernen auf dem Programm. Zwar hatte Rheinmetall bereits in der vergangenen Woche überraschend sein Umsatzergebnis vorgestellt, Details zu den operativen Erträgen sowie ein Ausblick auf den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres lieferten die Düsseldorfer erst heute. Es folgte eine Berg- und Talfahrt der Anteile.
Deutlich geradliniger verlief die Ergebnispräsentation für Renk und dessen Anteile. Mit Blick auf die positive Kursreaktion von über 8 Prozent kamen die von Augsburgern vorgelegten Geschäftszahlen am Markt hervorragend an. Die Aktie zieht Rheinmetall davon und macht auch technisch schnellere Fortschritte.
Hoher Auftragsbestand begeistert, aber Wachstum noch verhalten
Gegenüber der ersten Hälfte des vergangenen Jahres legten die Erlöse von Renk um 2,7 Prozent auf 637,2 Millionen Euro zu. Zwar stellt das Unternehmen auch Güter für den zivilen Bereich her, doch der Wachstumstreiber war wenig überraschend das Verteidigungsgeschäft mit einem Plus von 7,6 Prozent auf 418,6 Millionen Euro, während es bei den Sparten Marine und Industrie (M&I) sowie Kugellagern (SB) zu rückläufigen Erlösen kam.
Dank einer um 100 Basispunkte (ein Prozentpunkt) auf 15,4 Prozent verbesserten EBIT-Marge konnte Renk sein operatives Ergebnis deutlich steigern. Das EBIT kletterte auf bereinigter Basis um 10,1 Prozent auf 98,2 Millionen Euro (nach 89,2 Millionen Euro im Vorjahresquartal). Unter dem Strich liegt vor den Augsburgern aber noch einiges an Arbeit, denn der Nachsteuergewinn fiel von 31,2 auf 30,1 Millionen Euro.
Das eigentliche Highlight war ohnehin der Auftragseingang, denn dieser kletterte in den ersten sechs Monaten des Jahres um 29,7 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro. Davon entfielen 612,8 Millionen Euro auf das zurückliegende Quartal, was nach Unternehmensangaben einen neuen Rekordwert darstellt. Insgesamt liegt der Auftragsbestand jetzt bei 7,4 Milliarden Euro nach 6,7 Milliarden Euro zum Jahresauftakt. Damit ist das Unternehmen auf absehbar lange Zeit abgesichert. Dementsprechend konnte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigt werden.

Aktie legt deutlich zu, nimmt Kurs auf eine Trendwende
Während es bei Rheinmetall zunächst zu einem empfindlichen Rücksetzer und einer anschließenden Aufholjagd gekommen war, ließen sich Anlegerinnen und Anleger bei Renk nicht lange bitten. Die Aktie konnte sich vom Start weg kontinuierlich steigern und erreichte zeitweise ein Plus von mehr als 8 Prozent. Damit verteuerte sie sich zum ersten Mal seit mehr als zwei Monaten auf mehr als 52 Euro.
Aus charttechnischer Perspektive macht die Aktie damit einen zunehmend guten Eindruck. Der Abstand zur 50-Tage-Linie, deren Überwinden für ein erstes Kaufsignal gesorgt hatte, wächst, während auch der alte Widerstandsbereich bei 50 Euro überwunden werden kann. Damit ist Renk auf dem Weg in Richtung 54 Euro, wo neben der 200-Tage-Linie auch die Abwärtstrendoberkante wartet.
Kann dieser Bereich nachhaltig überwunden werden, dürfte eine Trendwende gelingen und die jüngste Erholung weiter an Fahrt aufnehmen. Dass es so weit kommt, ist mit Blick auf die sich schon seit Wochen beziehungsweise Monaten verbessernden technischen Indikatoren wahrscheinlich. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist kurzfristig zwar überkauft, signalisiert aber Stärke, während der Trendstärkeindikator MACD einen an Fahrt gewinnenden Aufwärtstrend anzeigt.
Fazit: Erster Fingerzeig, aber die Kür muss noch folgen
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung tut sich die Aktie mit den jüngsten Gewinnen jedoch keinen Gefallen. Angesichts eines KGVe 2026 von 36 und von 25,6 für 2027 steht Renk spätestens in 3 Monaten in der Pflicht, zu beweisen, dass es den hohen Auftragsbestand zügiger als zuletzt auch in Umsatz- und Gewinnwachstum übersetzen kann. Diesen Beweis blieben die Augsburger im abgelaufenen Quartal noch schuldig, auch wenn die Margenverbesserung ein erstes Indiz für diese Fähigkeit ist.
Anlegerinnen und Anleger, die bereits investiert sind, lassen ihre jüngsten Gewinne laufen und hoffen auf einen Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal. Wer noch nicht investiert ist, sollte für einen fundamental aussichtsreicheren Einstieg auf einen Rücksetzer warten oder als Trader den Ausbruch, sobald er erfolgt, handeln.
Gastautor: Max Gross
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