DJ MÄRKTE EUROPA/Gut behauptet - Unternehmen liefern
DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt hat am Donnerstag mit leichten Aufschlägen geschlossen. Der DAX gewann 0,1 Prozent auf 26.140 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,4 Prozent nach oben. Nach der Rally der vergangenen Tage fehlte den Indizes die Kraft für mehr. Die Hoffnung nimmt zu, dass bald eine Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus erzielt werden könnte. Iran und Oman finalisierten einen Vertragsentwurf zur Wiedereröffnung des für den Öltransport wichtigen Seeweges, der Teheran die Aufsicht über Schiffe, die in den Persischen Golf einfahren, gewährte, jedoch keine Erhebung von Maut- oder Servicegebühren erlaubte, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Daneben setzte die laufende Berichtssaison fortgesetzt positive Akzente.
Mit Aufschlägen von 6,3 Prozent führten Deutsche Telekom die Gewinnerliste im DAX mit großem Abstand an. Hintergrund waren weniger die guten Geschäftszahlen, sondern das um bis zu 3 Milliarden Euro aufgestockte Aktienrückkaufprogramm. Aus Sicht von Berenberg ist dies ein klares Signal für die Kapitalallokation. "Aus unserer Sicht könnte dies ein Anzeichen dafür sein, dass ein Schritt hin zu einer Übernahme der Minderheitsanteile an T-Mobile US weniger wahrscheinlich wird, obwohl es dazu keine direkte Stellungnahme gibt", hieß es.
Bei Siemens liefen das Industrie- und das Infrastrukturgeschäft besser als gedacht. Allerdings fiel der Kurs um 4,5 Prozent. Der Enthusiasmus der Anleger für Siemens dürfte kurzfristig aufgrund des langsamen Zeitplans für die Abspaltung von Healthineers, der Unsicherheit bezüglich der makroökonomischen Nachfrage und der Risiken im Zusammenhang mit Software für künstliche Intelligenz weiterhin begrenzt sein, erläuterten die Analysten von RBC. Zudem scheine die Prognoseanhebung des deutschen Industriekonzerns weniger ausgeprägt zu sein als die der Wettbewerber.
Auch von Merck KGaA (+0,1%) und Qiagen (-0,6%) kamen gute Geschäftszahlen. Rheinmetall verloren 3,5 Prozent trotz besserer Zahlen. Der deutlich negative und schwächer als erwartet ausgefallene Free Cashflow ist laut der DZ Bank nicht überzubewerten, er beruhe auf weiterhin hohen Investitionen für Kapazitätserweiterungen, dem notwendigen Vorratsaufbau für die Folgequartale und temporären Verschiebungen von Anzahlungen.
Kursgewinne von 3,9 Prozent verbuchten Henkel. Nach den schwachen Daten von Beiersdorf seien Anleger generell skeptischer gegenüber defensiven Werten geworden und hätten dieses Segment untergewichtet. Im Bereich Konsumprodukte sei es bei Henkel auch geringer als erwartet nach oben gegangen, "das Klebstoffgeschäft reißt aber alles raus", sagte ein Händler. Auch hier schienen die Erwartungen angesichts der schleppenden deutschen Konjunktur zu zaghaft gewesen zu sein.
RWE reagierten mit Aufschlägen von 2,2 Prozent auf die Einigung von RWE U.S. Offshore mit dem US-Innenministerium auf einen Vergleich, um rechtliche Ansprüche beizulegen und Pachten für Offshore-Windprojekte vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana zurückzugeben. Grund dafür ist die fehlende Genehmigungsfähigkeit dieser Standorte auf absehbare Zeit, in die RWE zuvor über eine Milliarde US-Dollar investiert hatte. Der Vergleich sieht nach Angaben von RWE Ausgleichszahlungen in Höhe von 1,22 Milliarden US-Dollar an den Essener Konzern vor.
Scout24 stürzten um 6 Prozent ab, Händler sprachen von einer leichten Enttäuschung über die operative Marge durch den jüngsten Zukauf in Spanien. Metzler attestierte hingegen solide Ergebnisse. Die Analysten sind der Meinung, dass die vom Unternehmen in Aussicht gestellte jährliche Wachstumsrate des EBITDA eine Bewertungsprämie gegenüber dem europäischen Classifieds-Sektor rechtfertige, die sich derzeit nicht im Aktienkurs zeige.
Die Aktien der Werbeagentur-Holding WPP schlossen über 28 Prozent höher. "Die meisten Fonds dürften hier völlig untergewichtet gewesen sein", sagte ein Händler. Die Aktien-Gewichtungen bei den Fonds dominierten derzeit die Kursrichtung. Bei WPP dürften sie nach Jahren schlechter Nachrichten auf einem Minimum gewesen sein, daher der Sprung. Die Geschäftszahlen zum zweiten Quartal von WPP waren durchweg besser.
Zurich Insurance fielen nach Zahlenausweis um 3 Prozent, obwohl die Kommentare zu den Geschäftszahlen durchaus wohlwollend ausfielen. Dies betraf insbesondere das Segment Leben. Allerdings gab es kritische Stimmen zur Entwicklung des US-Geschäfts.
Die Aktien des Getränkeherstellers Diageo kamen auf ein Plus von 5,6 Prozent. Ein Händler sprach von weiter andauerndem Kaufdruck. Eine nur minimale Verbesserung von erwartet schlechten Daten reichte aus, "denn die Zeichen stehen auf Turnaround". So gingen die Verkäufe organisch zwar um 2,0 Prozent zurück, Analysten hatten aber mit bis zu 2,2 Prozent gerechnet. Als überraschend positiv unterstrich ein Händler das Wachstum in Afrika und Europa, das einen Teil der Schwäche in Nordamerika und Asien aufgefangen habe. Überdies legte die operative Marge um 116 Basispunkte zu, entsprechend stieg der organische Gewinn um 2,0 Prozent. Zusammen mit 1 Milliarde Dollar an Einsparungen reiche das für die Kursgewinne, so der Händler.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.503 +0,4 +11,8 Stoxx-50 5.507 +0,1 +11,8 Stoxx-600 658 +0,2 +11,0 DAX 26.140 +0,1 +6,7 FTSE-100 London 10.888 -0,2 +9,6 CAC-40 Paris 8.669 +0,4 +6,4 AEX Amsterdam 1.111 +0,1 +16,8 ATHEX-20 Athen 6.694 -0,6 +25,1 BEL-20 Brüssel 5.776 -0,3 +13,7 BUX Budapest 148.086 -1,0 +33,4 OMXH-25 Helsinki 6.221 +0,3 +9,1 OMXC-20 Kopenhagen 1.567 +0,1 -2,6 PSI 20 Lissabon 9.176 +0,5 +11,0 IBEX-35 Madrid 20.057 +0,6 +15,9 FTSE-MIB Mailand 53.447 +0,4 +18,9 OBX Oslo 1.951 +0,4 +22,1 PX Prag 2.769 +1,3 +3,1 OMXS-30 Stockholm 3.327 -0,1 +15,4 WIG-20 Warschau 152.153 +0,7 +28,9 ATX Wien 6.704 +0,6 +25,9 SMI Zürich 14.552 -0,2 +9,7 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:15 EUR/USD 1,1520 -0,3 -0,0031 1,1551 1,1548 EUR/JPY 182,59 +0,2 0,3500 182,24 181,9800 EUR/CHF 0,9361 +0,4 0,0038 0,9323 0,9320 EUR/GBP 0,856 -0,2 -0,0018 0,8578 0,8572 USD/JPY 158,48 +0,5 0,7400 157,74 157,5400 GBP/USD 1,3455 -0,1 -0,0011 1,3466 1,3467 USD/CNY 6,7488 -0,0 -0,0009 6,7497 6,7497 USD/CNH 6,7506 +0,0 0,0025 6,7481 6,7476 AUS/USD 0,7028 -0,4 -0,0029 0,7057 0,7057 Bitcoin/USD 64.653,70 -0,2 -148,59 64.802,29 64.575,91 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 77,75 +3,4 2,53 75,22 Brent/ICE 82,43 +3,8 2,98 79,45 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.240,89 -0,1 -4,51 4.245,40 Silber 61,25 -1,3 -0,83 62,08 Platin 1.723,91 -0,6 -10,95 1.734,86 (Angaben ohne Gewähr) ===
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August 06, 2026 12:11 ET (16:11 GMT)
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