DJ Deutsche Produktion steigt im Juni um 0,2 Prozent
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands ist im Juni leicht gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, erhöhte sie sich gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent und lag kalenderbereinigt um 0,1 (Mai: 0,0) Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten eine Stagnation im Vergleich zum Vormonat prognostiziert. Den für Mai vorläufig gemeldeten Zuwachs von 0,9 Prozent revidierten die Statistiker auf 0,7 Prozent.
Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war die Produktion von April bis Juni um 0,7 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor.
Die positive Entwicklung der Produktion im Juni ist maßgeblich auf die Zuwächse in der Automobilindustrie zurückzuführen (saison- und kalenderbereinigt plus 3,6 Prozent zum Vormonat). Auch der Anstieg im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge - plus 8,4 Prozent) beeinflusste das Gesamtergebnis positiv. Negativ wirkte sich hingegen der Rückgang im Maschinenbau (minus 3,9 Prozent) aus.
Die Industrieproduktion ohne Energie und Baugewerbe blieb im Juni gegenüber Mai saison- und kalenderbereinigt unverändert (0,0 Prozent). Dabei stieg die Produktion von Konsumgütern um 1,0 Prozent und die Produktion von Investitionsgütern um 0,2 Prozent. Die Produktion von Vorleistungsgütern sank dagegen um 0,9 Prozent. Außerhalb der Industrie stieg die Energieerzeugung um 1,9 Prozent und die Bauproduktion um 0,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Industrieproduktion kalenderbereinigt um 0,8 Prozent.
In den energieintensiven Industriezweigen ist die Produktion im Juni gegenüber Mai saison- und kalenderbereinigt um 1,8 Prozent gesunken. Verglichen mit dem Vorjahresmonat war die energieintensive Produktion kalenderbereinigt um 2,2 Prozent höher.
"Neben den anhaltenden Unsicherheiten um die weitere Entwicklung im Nahen Osten ist mit den aktuell historischen Niedrigwasserständen auf zentralen Binnenschifffahrtsstraßen in Deutschland eine zusätzliche Herausforderung für die regionale Rohstoff- und Materialversorgung bei Industrieunternehmen entstanden", kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium. "Auch wenn viele Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Transportlogistik umgestellt haben, alternative Transportwege nutzen und größere Lagerbestände vorhalten, um ihre Lieferketten resilienter zu machen, sind bei einem längeren Anhalten der reduzierten Binnenschifffahrtskapazitäten temporäre Einschränkungen bei der Produktionstätigkeit von betroffenen Unternehmen nicht auszuschließen."
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
DJG/apo/mgo
(END) Dow Jones Newswires
August 07, 2026 02:15 ET (06:15 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
