DJ MÄRKTE EUROPA/DAX legt zu - Deutsche Konjunktur läuft besser
DOW JONES--Mit weiteren Kursgewinnen sind die europäischen Börsen am Freitag in den Handel gestartet. Vor allem den DAX treiben erneut gute Konjunkturdaten aus Deutschland. Der Index steigt um 0,6 Prozent auf 26.290 Punkte, der Euro-Stoxx-50 steigt 0,4 Prozent auf 6.526 Zähler. Daneben wird aber auf den US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag gewartet. Neuigkeiten zur Lage um die Straße von Hormus gibt es wenige, die Ölpreise ziehen wieder leicht an - Brent klettert über 83 Dollar das Fass.
Gute Konjunkturnachrichten gibt es von mehreren Seiten: In China sprangen die Exporte um fast 24 Prozent zum Vorjahr an, was auf eine Belebung der internationalen Nachfrage im Juli deutet. Schon im Wochenverlauf hatten auch in Europa diverse Konjunkturdaten nach oben gezeigt. Selbst in Deutschland sei die Lage besser als die Stimmung, hieß es dazu vom Vermögensverwalter DWS. Wachstumsdaten, Frühindikatoren und Finanzmärkte zeichneten ein robusteres Bild der deutschen Wirtschaft, als die öffentliche Debatte vermuten lasse.
Auch die aktuellen Daten zur deutschen Industrieproduktion und den Exporten passen ins Bild: Der DAX könnte wieder als "unterbewertetes Konjunktur-Play entdeckt" werden, heißt es im Handel. Dies stützte weitere DAX-Rekorde auch fundamental. Die Industrieproduktion legte im Juni um 0,2 Prozent zum Vormonat zu, die Exporte kletterten um 0,9 Prozent zum Mai. "Das zweite Quartal war für die deutsche Industrie ein gutes", sagt Chef-Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.
US-Arbeitsmarkt wegen Fed-Politik im Fokus
Am Nachmittag im Fokus steht der monatliche US-Arbeitsmarktbericht gilt als Grundlage für künftige Entscheidungen der US-Notenbank. Erwartet werden rund 83.000 neue Stellen. Ein schwacher Bericht könnte als Begründung genutzt werden, den Inflationsanstieg weiter nicht mit einer Zinserhöhung bekämpfen zu wollen. Marktteilnehmer verweisen dabei auf die geänderte Kommunikation der Fed.
"Es geht weniger um das aktuelle Zinsniveau als um Vertrauen in die nächsten Schritte. Wenn die Notenbank ihre Sicht auf Konjunktur und Inflation nicht klar genug einordnet, entsteht ein Vakuum. Und dieses Vakuum füllen Märkte mit eigenen Annahmen. Glaubwürdigkeit ist dabei die zentrale Währung: Sie wird über Jahre aufgebaut, kann aber durch wenige unglückliche Auftritte schnell beschädigt werden", betont Marktstratege Felipe Villarroel von TwentyFour Asset Management.
Wer der Fed nicht mehr zutraue, Preisstabilität zu sichern, verlange dafür schnell einen spürbaren Aufschlag. Sollte deren Glaubwürdigkeit erodieren, stecke in den Renditen noch viel Luft nach oben. Die wichtigen 10-jahres Renditen der US-Bonds zeigen sich am Morgen knapp unter 4,70 Prozent.
Die Berichtssaison der Unternehmen liefert am Freitag weitere Zahlen. Bei Daimler Truck (-2,9%) und Munich Re (-3,1%) wurden finale Zahlen vorgelegt. Der Markt moniert hier zumeist Details. So merkt JP Morgan bei Munich Re an, dass die Einnahmen im Bereich Schaden- und Unfallrückversicherung im zweiten Quartal stärker als vom Markt veranschlagt zurückgegangen seien.
Neue Geschäftszahlen kommen von Lanxess (-3,7%) und Allianz (-0,9%). Bei allen Unternehmen werde viel über einzelne Aspekte diskutiert, klare Einschätzungen gebe es dazu weiter nicht, heißt es im Handel. Auch die Kommentare der Analysten verlören sich in Detaildiskussionen. So moniert die RBC bei Allianz die Entwicklung im Bereich P&C sowie die Einnahmen des Konzerns. Diese Entwicklung habe man bereits bei Zurich Insurance beobachten können. Nur bei Brenntag wird der erneut erhöhte Jahresausblick mit 2,2 Prozent Plus belohnt.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.526,45 +0,4 23,89 6.502,56 12,7 Stoxx-50 5.534,07 +0,5 26,80 5.507,27 12,5 DAX 26.289,67 +0,6 149,54 26.140,13 7,4 MDAX 32.524,19 +0,3 93,07 27.039,42 6,2 TecDAX 4.070,45 +1,7 69,46 3.091,28 12,4 SDAX 18.679,16 +0,6 114,35 13.062,07 8,8 FTSE 10.887,47 +0,2 19,58 10.867,89 9,6 CAC 8.729,06 +0,3 29,35 8.699,71 7,1 SMI 14.588,78 +0,5 70,03 14.518,75 10,0 ATX 6.715,06 -0,4 -29,60 6.744,66 26,1 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:15 EUR/USD 1,1520 -0,0 -0,0004 1,1524 1,1528 EUR/JPY 182,47 -0,1 -0,0900 182,56 182,6100 EUR/CHF 0,9352 -0,1 -0,0005 0,9357 0,9349 EUR/GBP 0,8567 +0,0 0,0003 0,8564 0,8564 USD/JPY 158,4 -0,0 -0,0200 158,42 158,3900 GBP/USD 1,3446 -0,1 -0,0007 1,3453 1,3455 USD/CNY 6,7466 -0,0 -0,0022 6,7488 6,7488 USD/CNH 6,7461 -0,0 -0,0020 6,7481 6,7483 AUS/USD 0,7034 +0,1 0,0004 0,703 0,7036 Bitcoin/USD 64.318,27 -0,1 -84,22 64.402,49 64.808,86 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 77,83 +0,7 0,54 77,29 Brent/ICE 83,3 +1,0 0,81 82,49 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.284,59 +1,1 45,36 4.239,23 Silber 63,68 +3,6 2,20 61,48 Platin 1.755,45 +1,5 26,20 1.729,25 (Angaben ohne Gewähr) ===
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