DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutsche Industrie verharrt im Seitwärtstrend
Der leichte Anstieg der Produktion im produzierenden Gewerbe ändert aus der Sicht von Commerzbank-Ökonom Marco Wagner nichts daran, dass sich die Industrieproduktion auf niedrigem Niveau unter Schwankungen seitwärts bewegt. "Wegen des Niedrigwassers im Rhein dürfte sich daran im Sommer nichts ändern", schreibt Wagner in einem Kommentar. "Und danach wird es wohl nur langsam bergauf gehen. Schließlich ändern die geplanten Reformen der Bundesregierung kaum etwas an der gebeutelten Standortqualität Deutschlands." Die deutsche Industrie tue sich schwer mit einer Erholung.
Klimawandel jetzt zentrales Wirtschaftsrisiko - Dürfte Haltung der EZB aber nicht ändern
Der Klimawandel entwickelt sich zu einem zentralen Wirtschaftsrisiko, schreiben die Analysten von Berenberg in einer Research Note. Obwohl die Dürre in Deutschland zu Lieferunterbrechungen geführt habe, dürfte die Europäische Zentralbank dies vorerst übersehen, heißt es weiter. Die niedrigen Wasserstände des Rheins bedeuteten, dass Schiffe, wenn überhaupt, nur mit sehr geringer Ladung passieren könnten, was zu Lieferengpässen führe, so die Analysten. Die Situation treibe die Kosten in die Höhe und könnte das Wachstum im dritten Quartal um bis zu 0,2 Prozentpunkte schmälern, sagen sie. Allerdings werde nur ein Bruchteil der deutschen Fracht über den Rhein transportiert, während die Unternehmen bereits mit der Anpassung begonnen hätten. Der Nahostkonflikt überschatte diese vorübergehenden Lieferengpässe, und es sei unwahrscheinlich, dass die EZB ihnen große Bedeutung beimessen werde, heißt es.
Saudi-Arabien senkt Rohölpreise - Störungen im Roten Meer belasten Käufer
Die Entscheidung Saudi-Arabiens, den Preis für seine wichtigste Rohölsorte für Asien weiter zu senken, erfolgt laut Analysten von ING vor dem Hintergrund höherer Transportkosten für die Käufer, da Störungen im Roten Meer einige Tanker auf längere Routen um das südliche Afrika zwingen. "Es habe einen Druck von asiatischen Käufern auf die Saudis gegeben, ihre offiziellen Verkaufspreise angesichts der Eskalation im Roten Meer zu senken", so die Analysten. "Das bedeutet, dass einige Tanker die längere und teurere Schifffahrtsroute um Afrika nehmen."
Hohe Ölpreise stellen große Zentralbanken vor Herausforderung
Hohe Ölpreise infolge des Nahost-Konflikts stellen aufgrund von Inflationssorgen eine Herausforderung für die großen Zentralbanken dar, schreibt Patrick Munnelly von der Tickmill Group in einer Research Note. Medienberichten zufolge könnte eine mögliche Vereinbarung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus Beschränkungen für US-amerikanische und israelische Schiffe beinhalten. Dies könnte den Schock bei der Energieversorgung verlängern und die Ölpreise hoch halten. Die Renditen von Staatsanleihen aus den USA, der Eurozone und Großbritannien steigen, da die Anleger ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Zentralbanken in den kommenden Monaten erhöhen.
Taiwans Exportwachstum verlangsamte sich im vergangenen Monat weiter
Taiwans Exportwachstum hat sich im Juli weiter verlangsamt und damit die Markterwartungen verfehlt. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der durch die weltweite Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI) angetriebene Exportboom wahrscheinlich seinen Höhepunkt erreicht hat. Die wertmäßigen Ausfuhren stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 32,9 Prozent, wie aus am Freitag veröffentlichten offiziellen Daten hervorgeht. Damit wurde das in einer Umfrage des Wall Street Journal unter Ökonomen erwartete Wachstum von 40,3 Prozent verfehlt. Der Wert lag auch unter dem Anstieg von 40,3 Prozent im Juni.
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August 07, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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