DJ US-Arbeitsmarkt büßt im Juli 23.000 Stellen ein
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Die Beschäftigung in der US-Wirtschaft hat sich im Juli schlechter entwickelt als erwartet - und auch die Stellenzuwächse in den beiden Vormonaten wurden kräftig nach unten revidiert. Wie das US-Arbeitsministerium berichtete, gingen im Juli in der Privatwirtschaft und beim Staat 23.000 Stellen verloren. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten dagegen einen Zuwachs um 83.000 erwartet.
Die Angaben für die beiden Vormonate wurden kumuliert um 103.000 Jobs nach unten revidiert: Das Ministerium meldete für Juni nun ein Stellenplus von 20.000 (vorläufig: 57.000) und für Mai von 63.000 (vorläufig: 129.000). Der überraschend schwache Arbeitsmarkt dürfte die Ängste vor Zinserhöhungen lindern.
Die separat erhobene Arbeitslosenquote sank im Juli auf 4,1 von 4,2 Prozent, während Ökonomen eine stabile Quote von 4,2 Prozent erwartet hatten. Für diese Statistik werden private Haushalte befragt, für die Beschäftigtenzahl hingegen Unternehmen und Behörden.
Die sogenannte Erwerbsquote - also der Anteil der Erwerbspersonen an der Gesamtheit der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter - sank von 61,5 auf 51,4 Prozent.
Die US-Stundenlöhne stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent auf 37,62 Dollar. Im Jahresvergleich lagen die Löhne um 3,2 (3,5) Prozent höher. Ökonomen hatten ein monatliches Plus von 0,3 Prozent und eine Jahresrate von 3,5 Prozent erwartet.
Für die Federal Reserve unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh gewinnen die Arbeitsmarktdaten eine besondere strategische Note. Warsh gilt als Verfechter einer Geldpolitik, die stark auf Produktivitätsgewinne setzt, anstatt rein reaktiv auf kurzfristige Konjunkturschwankungen zu blicken.
Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
DJG/apo/cbr
(END) Dow Jones Newswires
August 07, 2026 08:46 ET (12:46 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
