DJ MÄRKTE EUROPA/Etwas fester - US-Arbeitsmarktbericht lindert Zinssorgen
DOW JONES--Europas Börsen haben sich etwas fester ins Wochenende verabschiedet. Gute Konjunkturnachrichten gab es von mehreren Seiten: In China sprangen die Exporte im Juli um fast 24 Prozent zum Vorjahr an, was auf eine Belebung der internationalen Nachfrage deutet. Schon im Wochenverlauf hatten auch in Europa diverse Konjunkturdaten nach oben gezeigt. Selbst in Deutschland sei die Lage besser als die Stimmung, hieß es dazu vom Vermögensverwalter DWS. Wachstumsdaten, Frühindikatoren und Finanzmärkte zeichneten ein robusteres Bild der deutschen Wirtschaft, als die öffentliche Debatte vermuten lasse. Auch die aktuellen Daten zur deutschen Industrieproduktion und den Exporten passten ins Bild: Der DAX könnte wieder als "unterbewertetes Konjunktur-Play entdeckt" werden, hieß es im Handel. Die am Nachmittag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten waren überraschend schwach ausgefallen. Demnach wurden im Juli außerhalb der Landwirtschaft 23.000 Stellen abgebaut, während Volkswirte mit einem Beschäftigungsaufbau von 83.000 gerechnet hatten. Die schwachen Daten verringerten jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in den USA, was am Aktienmarkt positiv aufgenommen wurde. Ausbleibende Neuigkeiten über eine Wiederöffnung der Straße von Hormus dämpften indessen die Kauflaune.
Der DAX gewann 0,7 Prozent auf 26.319 Punkte, bei 26.445 Punkten markierte der Index ein neues Allzeithoch. Der Euro-Stoxx-50 verbuchte ein Plus von 0,3 Prozent. An den Anleihemärkten gaben die Renditen nach den US-Daten deutlicher nach. Der Euro stieg auf etwa 1,1560 Dollar.
Vor allem die als zinssensitiv geltenden Technologiewerte profitierten von den schwachen US-Arbeitsmarktdaten und den daraufhin fallenden Marktzinsen. Der Sektor-Index lag zum Handelsschluss rund 2 Prozent im Plus. Im DAX trieben Infineon mit 4,1 Prozent und SAP mit 2,9 Prozent Aufschlag.
Die Berichtssaison der Unternehmen lieferte am Freitag weitere Zahlen. Daimler Truck (-2,8%) und Munich Re (-1,4%) legten finale Zahlen vor. Der Markt monierte hier zumeist Details. So merkte JP Morgan bei Munich Re an, dass die Einnahmen im Bereich Schaden- und Unfallrückversicherung im zweiten Quartal stärker als vom Markt veranschlagt zurückgegangen seien.
Neue Geschäftszahlen kamen von Lanxess (-4,4%) und Allianz (-1,6%). Bei allen Unternehmen sei viel über einzelne Aspekte diskutiert worden, klare Einschätzungen gebe es dazu weiter nicht, hieß es im Handel. Auch die Kommentare der Analysten verloren sich in Detaildiskussionen. So monierte die RBC bei Allianz die Entwicklung im Bereich P&C sowie die Einnahmen des Konzerns. Diese Entwicklung habe man bereits bei Zurich Insurance beobachten können. Bei Brenntag wurde der erneut erhöhte Jahresausblick nicht gewürdigt; die Aktie fiel um 0,9 Prozent.
Die Titel des Satellitenbauers OHB profitierten nicht nachhaltig von der Ersteinstufung durch Deutsche Bank mit "Buy". Anfängliche Kursgewinne wurden abgegeben; zum Handelsschluss stand die Aktie 3,6 Prozent niedriger. Bei Suss Microtec ging es indessen 5,2 Prozent höher. Hier trieben gleich zwei Hochstufungen auf "Kaufen" von MPCM und Deutscher Bank.
In der Schweiz verloren Amrize 8,8 Prozent. Die Zahlen des von Holcim (-2,4%) abgespaltenen Zementherstellers enthielten Licht und Schatten, wie die Analysten von Vontobel anmerkten.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.524 +0,3 +12,3 Stoxx-50 5.527 +0,4 +12,0 Stoxx-600 660 +0,3 +11,2 DAX 26.319 +0,7 +6,7 FTSE-100 London 10.868 +0,3 +9,4 CAC-40 Paris 8.700 +0,2 +6,8 AEX Amsterdam 1.112 -0,1 +16,9 ATHEX-20 Athen 6.657 +0,3 +24,4 BEL-20 Brüssel 5.760 +0,3 +13,4 BUX Budapest 146.563 +1,4 +32,0 OMXH-25 Helsinki 6.240 -0,0 +9,4 OMXC-20 Kopenhagen 1.569 +2,0 -2,5 PSI 20 Lissabon 9.224 -0,5 +11,6 IBEX-35 Madrid 20.180 -0,0 +16,6 FTSE-MIB Mailand 53.683 +0,1 +19,4 OBX Oslo 1.958 +0,2 +22,6 PX Prag 2.805 -0,7 +4,4 OMXS-30 Stockholm 3.323 -0,3 +15,3 WIG-20 Warschau 151.783 -0,2 +29,8 ATX Wien 6.745 -1,4 +26,6 SMI Zürich 14.519 +0,2 +9,4 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:15 EUR/USD 1,1561 +0,3 0,0037 1,1524 1,1528 EUR/JPY 182,13 -0,2 -0,4300 182,56 182,6100 EUR/CHF 0,9334 -0,3 -0,0023 0,9357 0,9349 EUR/GBP 0,8563 -0,0 -0,0001 0,8564 0,8564 USD/JPY 157,51 -0,6 -0,9100 158,42 158,3900 GBP/USD 1,3495 +0,3 0,0042 1,3453 1,3455 USD/CNY 6,7474 -0,0 -0,0014 6,7488 6,7488 USD/CNH 6,7433 -0,1 -0,0048 6,7481 6,7483 AUS/USD 0,7062 +0,5 0,0032 0,703 0,7036 Bitcoin/USD 64.975,57 +0,9 573,08 64.402,49 64.808,86 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 78,12 +1,1 0,83 77,29 Brent/ICE 83,38 +1,1 0,89 82,49 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.350,61 +2,6 111,38 4.239,23 Silber 63,45 +3,2 1,97 61,48 Platin 1.747,13 +1,0 17,88 1.729,25 (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/cln/cbr
(END) Dow Jones Newswires
August 07, 2026 12:08 ET (16:08 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
