(Aktualisierung: Angriffe dauern an)
SANAA (dpa-AFX) - Die Huthi-Miliz hat nach Angaben regierungsnaher Medien erneut Ziele in der jemenitischen Provinz Marib mit Raketen und Drohnen angegriffen. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur, sie hätten am Morgen mehrere Explosionen am Stadtrand von Marib gehört. Über einem Militärlager der international anerkannten jemenitischen Regierung seien Rauchwolken aufgestiegen.
Der Gesundheitsminister der jemenitischen Regierung, Kasim Bahibah, teilte auf X mit, die Huthi-Miliz habe Wohngebiete und Lager für Binnenvertriebene in Marib angegriffen. Mindestens zwei Zivilisten seien getötet worden, 14 weitere Menschen verletzt.
Aus Militärkreisen hieß es, bei einem Angriff auf Stellungen regierungstreuer Truppen in der Provinz Marib seien zwei Militärangehörige getötet und drei weitere verletzt worden.
Der regierungsnahe Fernsehsender Saba TV berichtete, die Luftabwehr habe mehrere mit Sprengstoff beladene Drohnen über Marib abgefangen. Zugleich habe die Huthi-Miliz die Stadt mit Raketen und Drohnen beschossen.
Ein weiterer regierungsnaher Sender berichtete am Abend unter Berufung auf lokale Quellen und Anwohner, die Huthi-Angriffe in Marib dauerten an. Die Huthi selbst äußerten sich bislang nicht zu den Attacken.
Ölreiche Provinzen seit Jahren umkämpft
Bereits am Donnerstag hatte die Miliz nach eigenen Angaben Militärlager der Regierung in den Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen. Militärsprecher Jahja Sari kündigte weitere Angriffe an.
Die ölreiche Provinzen sind in dem seit mehr als zehn Jahren andauernden Bürgerkrieg besonders umkämpft. Die offiziell anerkannte Regierung im Jemen wird von Saudi-Arabien unterstützt. Im Bürgerkrieg herrschte seit 2022 eine inoffizielle Waffenruhe.
Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi war vor einigen Wochen mit Luftangriffen in der von der Miliz kontrollierten Hauptstadt Sanaa erneut eskaliert. Die Huthi hatten jüngst auch mehrere saudi-arabische Schiffe angegriffen oder zu Kurswechseln gezwungen./arj/DP/he
