
© Foto: Pexels
Bei TKMS reiht sich derzeit scheinbar eine Erfolgsmeldung an die nächste. Der Kieler Marineschiffbauer hat mit Kanada einen der größten U-Boot-Aufträge seiner Geschichte an Land gezogen, dazu kommt eine milliardenschwere Fregattenbestellung aus Deutschland. Der Auftragsbestand klettert auf Rekordniveau, die Aktie zieht an. Nach dem Rückzug aus den GNYK-Übernahmegesprächen setzt der Konzern stattdessen voll auf die Partnerschaft mit Navantia, ein Kurs, der beim Markt gut ankommt. Wir schauen uns an, was hinter der Rally steckt und wie weit die Reise noch gehen könnte.
Auftragsbücher platzen aus allen Nähten
Bei TKMS geht es gerade Schlag auf Schlag. Kanada hat den Kielern den Zuschlag für bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD erteilt, ein Auftragsvolumen von bis zu 70 Milliarden US-Dollar, gefertigt in den Werften Kiel und Wismar. Fast zeitgleich billigte der Bundestag einen 12 Milliarden-Euro-Auftrag für bis zu 8 Fregatten des Typs MEKO A-200. 2 Großaufträge innerhalb weniger Tage, das gab es beim Kieler Marineschiffbauer selten. Der Gesamtauftragsbestand kletterte damit auf ein Rekordniveau. Das Management hob die Umsatzprognose entsprechend an. Die geplante Übernahme des Wettbewerbers German Naval Yards Kiel wurde zwar wegen Uneinigkeit beim Kaufpreis zurückgezogen, im Gegenzug vertieft der Konzern aber die Partnerschaft mit der spanischen Staatswerft Navantia, ein zweites Memorandum of Understanding wurde bereits unterzeichnet.
Mit der Auslieferung des letzten U-Boots der Dolphin-II-Klasse an Israel unterstreicht TKMS zudem seine technologische Kompetenz, die auch bei künftigen internationalen Ausschreibungen ein Pluspunkt sein dürfte. Schon in wenigen Tagen, am 12. August, legt der Konzern seine nächsten Quartalszahlen vor. Analysten rechnen mit weiterem Rückenwind aus den frischen Großaufträgen.

Charttechnik
Der Chart zeigt einen klaren Aufwärtsdrang aktuell. Die Aktie nimmt erneut Anlauf auf die runde Marke von 100 Euro, der RSI notiert bei rund 64 und lässt damit noch etwas Luft nach oben, von überkauft kann also derzeit noch keine Rede sein. Gelingt der Sprung über 100 Euro, ist es dann nur noch ein Katzensprung bis zum bisherigen Allzeithoch bei 102,90 Euro. Wird auch diese Marke geknackt, öffnet sich der Weg nach oben regelrecht, dann rückt sogar die Zone um 120 Euro aufgrund der Charttechnik - Verlängerung der vorherigen Aufwärtswelle - in den Blick.
Was tun?
Operativ liefert TKMS aktuell genau das, was Anleger sehen wollen, nämlich prall gefüllte Auftragsbücher, milliardenschwere Neuaufträge aus Kanada und Deutschland sowie eine klare strategische Ausrichtung mit der Navantia-Partnerschaft. Charttechnisch steht die Aktie kurz vor dem Sprung über die 100-Euro-Marke und damit in Reichweite des Allzeithochs. Die schon in Kürze anstehenden Quartalszahlen am 12. August dürften zeigen, ob sich die Auftragsflut auch in den Margen niederschlägt. Wer von der langfristigen Rüstungsstory überzeugt ist, findet in TKMS einen aussichtsreichen Titel mit intaktem Aufwärtstrend und noch Potenzial.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen. Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.



