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Bei Siemens Energy läuft es gut, richtig gut sogar. Der Energietechnikkonzern hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen die Erwartungen des Marktes klar übertroffen, der Auftragseingang kletterte auf einen Rekordwert von 17,9 Milliarden Euro. Besonders erfreulich: Die einstige Sorgenkind-Sparte Gamesa schreibt endlich wieder schwarze Zahlen. Auch die Analysten reagieren begeistert, die Deutsche Bank hat ihr Kursziel zuletzt kräftig angehoben. Wir schauen uns an, was hinter der starken Entwicklung steckt und wie es charttechnisch jetzt weitergehen könnte.
Rekordauftragsbuch und Gamesa-Turnaround
Bei Siemens Energy purzeln gerade die Rekorde. Im dritten Geschäftsquartal kletterte der Auftragseingang auf 17,9 Milliarden Euro und übertraf die Markterwartungen um mehr als eine Milliarde Euro. Der Umsatz legte um 14 bis 16 Prozent zu, während sich der bereinigte operative Gewinn auf 1,6 Milliarden Euro glatt verdreifachte. Auch bei der Marge stimmt die Richtung, sie kletterte auf 14,2 Prozent und lag damit deutlich über den Erwartungen der Analysten. Für das Gesamtjahr peilt das Management weiterhin das obere Ende der Zielspanne von 10 bis 12 Prozent an. Den größten Beitrag zu dieser Entwicklung lieferte ausgerechnet die einstige Problemsparte Gamesa. Die Windkrafttochter schrieb erstmals seit einigen Jahren wieder schwarze Zahlen und verbesserte das Konzernergebnis um mehr als 500 Millionen Euro, ein wichtiges Signal nach Jahren, in denen die Sparte das Gesamtergebnis belastet hatte. Auch der freie Cashflow zeigt nach oben, er verbesserte sich von 0,4 auf 2,3 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand wuchs derweil auf ein Rekordniveau von 162 Milliarden Euro, wobei mittlerweile rund 20 Prozent der Nachfrage im Gasturbinengeschäft aus Projekten rund um KI-Rechenzentren stammt. Auch international läuft es gut: Die indische Tochtergesellschaft meldete zuletzt einen Umsatzsprung von 39,3 Prozent und einen Gewinnanstieg von 67,8 Prozent, ein weiteres Puzzleteil in der positiven Gesamtstory. Die Deutsche Bank reagierte prompt und hob ihr Kursziel von 200 auf 210 Euro an.

Charttechnik
Charttechnisch hat sich einiges getan. Der 200er SMA hat zuletzt vorbildlich als Unterstützung funktioniert, kurzzeitige Unterschreitungen erwiesen sich im Nachhinein nur als Stopp-Loss-Jagd, danach ging es prompt wieder nach oben. Aktuell kämpft die Aktie mit dem 50er SMA, liegt aber aktuell bereits hauchdünn darüber. Die Weichen stehen damit auf Aufwärtstrend. Gelingt der nachhaltige Ausbruch, rückt das bisherige Allzeithoch bei 195,38 Euro wieder in greifbare Nähe.
Was tun?
Operativ liefert Siemens Energy aktuell auf ganzer Linie ab: Rekordaufträge, eine gewendete Windkraftsparte und ein deutlich verbesserter Cashflow sprechen für sich. Auch die Analysten trauen der Aktie mit Kurszielen von teilweise 210 Euro noch einiges zu. Charttechnisch hat sich die Lage über dem 200-Tage-Durchschnitt stabilisiert, der Kampf um den 50-Tage-Durchschnitt könnte schon bald zugunsten der Bullen entschieden werden. Wer an die fortgesetzte Erholungsstory glaubt, findet hier einen Titel mit intaktem Potenzial bis zum alten Rekordhoch oder auch darüber hinaus.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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