DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
FEIERTAGSHINWEIS
MONTAG: In Singapur bleiben die Börsen wegen eines Ersatzfeiertags für den Nationalfeiertag (9. August) geschlossen.
DIENSTAG: In Japan ruht der Börsenhandel wegen des Tags des Berges.
TAGESTHEMA
In China hat sich im Juli die Inflation bei den Verbraucher- und auch bei den Erzeugerpreisen unerwartet stark abgeschwächt. Dies deutet auf eine verhaltene Binnennachfrage hin und spiegelt die Auswirkungen von Extremwetter sowie sinkenden Ölpreisen wider. Der Erzeugerpreisindex stieg im Juli um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und verlangsamte sich damit nach einem Anstieg von 4,1 Prozent im Vormonat, wie das Nationale Statistikamt am Sonntag mitteilte. Dieser Wert lag unter dem von Ökonomen in einer Umfrage des Wall Street Journal erwarteten Plus von 3,9 Prozent. Chinas Erzeugerpreise kletterten den fünften Monat in Folge, angetrieben durch stark steigende Ölpreise im Zuge des Nahostkonflikts. Dies folgte auf einen lang anhaltenden 41-monatigen Rückgang, der Ende 2022 begonnen hatte. Auf Monatsbasis sanken Chinas Erzeugerpreise im Juli um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat - ein stärkerer Rückgang als im Juni mit minus 0,3 Prozent, weil die globalen Ölpreise bröckelten und ungünstige Wetterbedingungen der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu schaffen machten. Unterdessen stiegen die Verbraucherpreise in China um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sie verlangsamten sich damit gegenüber dem Wachstum von 1,0 Prozent im Juni und verfehlten den von den befragten Ökonomen prognostizierten Anstieg von 0,8 Prozent. Die Kerninflationsrate (Kern-VPI), welche die schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, stieg im Juli um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und kühlte sich damit von einem Anstieg von 1,0 Prozent im Vormonat ab.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
GEA GROUP
Nachfolgend die Konsensschätzungen für das zweite Quartal (in Millionen Euro, Ausnahme Ergebnis je Aktie in Euro, Marge in Prozent, nach IFRS):
. PROG PROG PROG 2. QUARTAL 2Q26 ggVj Zahl 2Q25 Auftragseingang 1.414 +8% 11 1.309 Umsatz 1.376 +5% 13 1.312 EBITDA 233 +7% 13 217 EBITDA-Marge 16,9 -- 13 16,5 Ergebnis je Aktie 0,71 +8% 7 0,66 Free Cashflow 163 +329% 3 38
Weitere Termine:
07:10 DE/Hypoport SE, ausführliches Ergebnis 1H (10:00 Analysten- und Pressekonferenz)
18:00 DE/Patrizia SE, Ergebnis 1H
AUSBLICK KONJUNKTUR
Keine relevanten Daten angekündigt.
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 26.436,00 0,0 E-Mini-Future S&P-500 7.789,25 +0,1 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.916,00 +0,3 Topix (Tokio) 4.102,17 +0,7 Hang-Seng (Hongk.) 25.810,68 +0,6 Shanghai-Comp. 3.943,22 +0,1 Freitag: INDEX zuletzt +/- % DAX 26.319,45 +0,7 DAX-Future 26.389,00 +0,5 MDAX 32.407,20 -0,1 TecDAX 4.068,78 +1,7 SDAX 18.659,63 +0,5 Euro-Stoxx-50 6.523,86 +0,3 Stoxx-50 5.527,31 +0,4 XDAX 26.375,60 +0,2 Dow-Jones 54.036,93 +0,3 S&P-500 7.757,64 +0,6 Nasdaq Composite 26.690,62 +1,3
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Mit einer zurückhaltenden Eröffnung an Europas Börsen rechnen Händler zum Wochenstart. Die Lage um die Straße von Hormus ist eher unklarer geworden. Deutlich wird aber, dass die USA entgegen ihrer Ankündigungen keine wirkliche Rolle bei den Gesprächen spielen. Der Iran hat unterstrichen, dass er kurz vor einer Einigung mit dem Oman über die Verwaltung des Schiffsverkehrs durch die strategisch wichtige Straße steht, hat nun aber Zusatzforderungen in Richtung USA erhoben. Sorgen macht auch die Wirtschaft in China, wo die Erzeugerpreise im Juli um 3,5 Prozent angestiegen sind. Das war geringer als erwartet und deutet auf ein Nachlassen des Erholungsmomentums der dortigen Wirtschaft an. Der schwächere US-Arbeitsmarkt hat für Entspannung bei den Zinserhöhungserwartungen gesorgt. Allerdings dürften sich Anleger vor den wichtigen US-Verbraucherpreisen am Mittwoch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, heißt es. Der Datenkalender am Montag ist leer. Das dürfte die Bedeutung von technischen Handelsmarken in den Vordergrund rücken, heißt es im Handel.
Rückblick: Gute europäische Konjunkturdaten lieferten Kaufargumente. Am Nachmittag linderte der überraschend schwache US-Arbeitsmarktbericht Zinserhöhungsorgen, was die Kurse weiter nach oben trieb und den DAX ein neues Rekordhoch erklimmen ließ. Ausbleibende Nachrichten zu einer Wiederöffnung der Straße von Hormus dämpften indessen die Kauflaune. Vor allem die als zinssensitiv geltenden Technologiewerte profitierten von den schwachen US-Arbeitsmarktdaten und den daraufhin fallenden Marktzinsen. Der Sektor-Index lag zum Handelsschluss rund 2 Prozent im Plus. Die Berichtssaison schaltete am Freitag einen Gang zurück. In der Schweiz verloren Amrize 8,8 Prozent. Die Zahlen des von Holcim (-2,4%) abgespaltenen Zementherstellers enthielten Licht und Schatten, wie die Analysten von Vontobel anmerkten.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Freundlich - Daimler Truck (-2,8%) und Munich Re (-1,4%) hatten finale Zahlen vorgelegt. Der Markt monierte hier zumeist Details. So merkte JP Morgan bei Munich Re an, dass die Einnahmen im Bereich Schaden- und Unfallrückversicherung im zweiten Quartal stärker als vom Markt veranschlagt zurückgegangen seien. Neue Geschäftszahlen kamen von Lanxess (-4,4%) und Allianz (-1,6%). Bei allen Unternehmen sei viel über einzelne Aspekte diskutiert worden, klare Einschätzungen fehlten aber, hieß es im Handel. Auch die Kommentare der Analysten verlören sich in Detaildiskussionen. So monierte die RBC bei Allianz die Entwicklung im Bereich P&C sowie die Einnahmen des Konzerns. Bei Brenntag löste der erneut erhöhte Jahresausblick keine Freudensprünge aus - die Aktie verlor 0,9 Prozent. Zinssensible Techaktien profitierten von der Aussicht auf eine stillhaltende US-Notenbank. Am deutschen Aktienmarkt gewannen Infineon 2,9 Prozent, SAP 4,1 Prozent, Aixtron 2,5 Prozent oder Suss 5,2 Prozent. Letztere wurde zusätzlich gestützt durch zwei Hochstufungen auf "Kaufen" von MPCM und Deutscher Bank.
XETRA-NACHBÖRSE
Wenig verändert zeigte sich die Stabilus-Aktie im nachbörslichen Handel am Freitag. Das Unternehmen wird einen neuen Finanzvorstand bekommen.
USA - AKTIEN
Freundlich - Der unerwartet schwache US-Arbeitsmarktbericht für Juli linderte Zinserhöhungssorgen. Statt des erwarteten Beschäftigungsaufbaus war ein Abbau von Stellen gemeldet worden. Ausbleibende Neuigkeiten zu den Verhandlungen zwischen Iran und Oman über die Wiederöffnung der Straße von Hormus dämpften die Kauflaune etwas. Unternehmensseitig hatte Airbnb bei der Veröffentlichung von Zweitquartalszahlen den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Der Online-Vermittler von privaten Unterkünften verzeichnet nach eigenen Angaben eine rege Nachfrage und nutzt (KI) zur Verbesserung der Plattform. Die Aktie verteuerte sich um 17,4 Prozent. Der Kurs von Atlassian sprang um 35,3 Prozent nach oben. Das Unternehmen hatte vor allem in seiner Cloudsparte überraschend gut abgeschnitten. Under Armour (-4,5%) hat im ersten Geschäftsquartal zwar aufgrund einer geringeren Nachfrage einen Umsatzrückgang verbucht, ist aber in die Gewinnzone zurückgekehrt. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Sportartikelanbieter mit einem Umsatzrückgang um einen mittleren einstelligen Prozentsatz; bisher war ein "leichter" Rückgang erwartet worden. Die Schnellrestaurantkette Wendy's (+4,1%) hatte nach einem durchwachsenen zweiten Quartal den Ausblick für 2026 zurückgezogen und die Dividende gekürzt. Das Unternehmen will unter anderem mit Investitionen die Trendwende schaffen. Positiv werden die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal von Take-Two Interactive (+6%) aufgenommen. Der Videospieleanbieter sieht nach eigenen Angaben keine Kaufzurückhaltung der Kunden aufgrund des konjunkturellen Umfelds. Die als zinssensitiv geltenden Technologiewerte profitierten nicht durchweg von den sinkenden Marktzinsen, da Anleger weiter die Nachhaltigkeit der KI-bedingten Gewinne und die massiven Investitionen in Frage stellten. Unter anderem gewannen Nvidia 2,3 Prozent und Intel 1,8 Prozent. Die am Donnerstag nach Zahlenvorlage abgestraften Aktien von Western Digital und Sandisk verloren jedoch weitere 3,8 und 3,7 Prozent.
USA - ANLEIHEN
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,20 -0,03 4,26 4,15 10 Jahre 4,66 -0,01 4,69 4,60
Die Renditen der US-Anleihen kamen nach den enttäuschenden Arbeitsmarktdaten zunächst deutlich zurück, weil Zinserhöhungerwartungen ausgepreist wurden, erholten sich aber im weiteren Verlauf von ihren Tagestiefs. Die Zehnjahresrendite fiel um 1 Basispunkt auf 4,66 Prozent.
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
August 10, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)
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