DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Chinas Inflation lässt nach - Binnennachfrage bleibt schwach
In China hat sich im Juli die Inflation bei den Verbraucher- und auch bei den Erzeugerpreisen unerwartet stark abgeschwächt. Dies deutet auf eine verhaltene Binnennachfrage hin und spiegelt die Auswirkungen von Extremwetter sowie sinkenden Ölpreisen wider. Der Erzeugerpreisindex stieg im Juli um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und verlangsamte sich damit nach einem Anstieg von 4,1 Prozent im Vormonat, wie das Nationale Statistikamt am Sonntag mitteilte. Dieser Wert lag unter dem von Ökonomen in einer Umfrage des Wall Street Journal erwarteten Plus von 3,9 Prozent.
Chinas Verbraucherpreise dürften schwach bleiben
Der chinesische Verbraucherpreisindex dürfte nach Einschätzung von BofA Securities in nächster Zeit schwach bleiben. Die Gesamtinflation sei im Juli schwächer als erwartet ausgefallen, wobei sich die Teuerung auf 0,5 Prozent im Jahresvergleich abgeschwächt habe, heißt es. Dies sei auf die geringeren Zuwächse bei den Benzinpreisen zurückzuführen, fügt die Bank hinzu. "Künftig könnten wir angesichts der anhaltend schwachen Inlandsnachfrage und des nachlassenden Basiseffekts beim Goldpreis einen anhaltenden Druck bei der Kerninflation der Verbraucherpreise sowie bei der Inflation der Erzeugerpreise für Konsumgüter sehen", schreibt BofA Securities in einer Research Note.
Taiwans Exportwachstum dürfte hoch bleiben
Das Exportwachstum Taiwans dürfte kurzfristig hoch bleiben, schreibt BofA Securities in einer Research Note. Gestützt werde dies durch "fortgesetzte Investitionen in die KI-Infrastruktur durch Cloud-Anbieter, den beschleunigten Ausbau der KI-Infrastruktur in den großen Volkswirtschaften und die laufende Erweiterung der Halbleiterkapazitäten und Prozessverbesserungen in Taiwan", so die Bank. Die Exportstärke dürfte die Prognose von BofA für ein BIP-Wachstum von 12 Prozent im Jahr 2026 stützen, heißt es weiter. Die Nettoexporte und die inländischen Investitionsausgaben im Technologiesektor dürften die wichtigsten Treiber der Wirtschaft der Insel bleiben, so BofA.
BoJ dürfte Zinsen im September statt Oktober anheben
Die Bank of Japan (BoJ) dürfte die Zinsen im September statt im Oktober anheben, meinen zwei Volkswirte von Barclays. Sie ziehen damit ihre Prognose für eine Zinserhöhung vor. Die heute veröffentlichte Zusammenfassung der Meinungsäußerungen von der BoJ-Sitzung vom 30. bis 31. Juli "klang insgesamt hawkish-er als die Äußerungen von Gouverneur Ueda und erweckte den Eindruck, dass die Währungshüter einer Zinserhöhung auf der September-Sitzung positiv gegenüberstehen", so die Volkswirte. Barclays prognostiziert nun drei Zinserhöhungen der BoJ: im September 2026, Januar 2027 und Juli 2027, mit einem Leitzinsendstand von 1,75 Prozent. Bisherige Prognosen hatten zwei Zinserhöhungen im Oktober und April sowie einen Leitzinsendstand von 1,5 Prozent vorgesehen.
Trump unternimmt neuen Versuch zur Absetzung von Lisa Cook
US-Präsident Donald Trump versucht erneut, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen. Er drängt sie, auf Vorwürfe des Hypothekenbetrugs zu reagieren, die Cook als unbegründet bezeichnet hat. Ein enger Berater Trumps sandte diese Woche ein Schreiben an Cook, in dem er erklärte, der Präsident erwäge aufgrund der Vorwürfe, "Sie aus Ihrem Amt zu entlassen", und forderte sie auf, bis Ende August eine schriftliche Stellungnahme abzugeben. Der Oberste Gerichtshof hatte Trump im Juni daran gehindert, Cook ohne eine angemessene rechtliche Prüfung zu entlassen. Das Schreiben des Weißen Hauses scheint ein Versuch zu sein, sie auf eine Weise zu entlassen, die den vom Gericht festgelegten rechtlichen Standards entspricht.
Emirate machen Revolutionsgarden für Angriff auf Schiff verantwortlich
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) erklärten, dass ein mit ihrer nationalen Ölgesellschaft verbundenes Schiff am frühen Samstag bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus unter iranischen Raketenbeschuss geraten sei. Die VAE machten die Islamischen Revolutionsgarden des Iran für den Angriff verantwortlich.
Iran fordert US-Rückzug für Hormus-Öffnung
Ein hochrangiger iranischer Vertreter hat eine Reihe harter Forderungen für die Öffnung der Straße von Hormus aufgestellt. Mohammad Bagher Zolghadr, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, sagte, die USA müssten den Krieg dauerhaft beenden, ihre Seeblockade aufheben, ihre Streitkräfte abziehen, alle Sanktionen aufheben, die eingefrorenen Vermögenswerte des Iran freigeben, Kriegsreparationen zahlen, Drohungen und Beleidigungen einstellen und militärische Aktionen gegen die mit dem Iran verbündeten Milizen in der Region stoppen, bevor der Iran die Meerenge öffnen würde, so ein Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.
Weltweite Ölbestände gehen zur Neige
Die globalen Puffer bei den Ölbeständen schwinden weiter, so Daniel Hynes, leitender Rohstoffstratege bei ANZ. Die Bestände an Ölprodukten gingen weiterhin stark zurück, allen voran bei Benzin und Mitteldestillaten, sagt er. Weitere Bestandsabnahmen seien in Asien, dem Nahen Osten und Singapur zu beobachten. Auch die schwimmenden Lagerbestände seien rückläufig, wobei die auf beladenen Schiffen gehaltene Rohölmenge weiter abnehme, da eingeschränkte Durchfahrten in der Straße von Hormus die Möglichkeiten zur Wiederauffüllung begrenzten, so Hynes. Zugleich werde die Unterstützung durch staatliche Lagerbestände immer begrenzter. Die Entnahmen aus der strategischen Erdölreserve der USA hätten sich verlangsamt, da die Anlagen operative Mindestfüllstände erreichten, während die gesamten Bestände der strategischen Reserve auf Rekordtiefs gefallen seien, fügt er hinzu.
Netanjahu lehnt Trumps Friedensplan für Gaza ab
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lehnt Präsident Donald Trumps Plan zur Herstellung eines Friedens im Gazastreifen ab - ein seltener öffentlicher Bruch mit dem US-Präsidenten, der noch vor wenigen Wochen "ein historisches Abkommen" zur Entwaffnung der Hamas gelobt hatte. Der Plan sieht vor, dass die militante Gruppe ihre Waffen niederlegt, während sich die israelischen Truppen schrittweise aus dem Gazastreifen zurückziehen. Der israelische Regierungschef erklärte, dies könne erst geschehen, wenn die Hamas vollständig entwaffnet sei. Netanjahus Entscheidung, die er in einer Regierungssitzung und einer Videoerklärung darlegte, birgt die Gefahr, Trump zu verärgern, mit dem er hinter den Kulissen seit Monaten ein angespanntes Verhältnis hat.
+++ Konjunkturdaten +++
Norwegen Verbraucherpreise Juli +1,0% gg Vm, +3,0% gg Vj
Norwegen Verbraucherpreise ex Energie, Steuern Juli +0,8% gg Vm
Norwegen Verbraucherpreise ex Energie, Steuern Juli +2,7% gg Vj
Norwegen Verbraucherpreise Juli +1,0% gg Vm, +3,0% gg Vj
Japan/Leistungsbilanz Juni nsb Defizit 92,3 Mrd JPY (PROG: Überschuss 1,514 Bill JPY)
DJG/DJN/apo
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August 10, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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