DJ MÄRKTE EUROPA/Verschnaufpause knapp unterhalb der Rekorde
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte habennach den Rekordhochs in der Vorwoche am Montag einen kleine Verschnaufpause eingelegt. Während die Impulse von der Berichtssaison fehlten, kam auch von der Geopolitik kaum Störfeuer. Der DAX schloss behauptet bei 26.324 Punkten, der Euro-Stoxx-50 gewann 0,2 Prozent auf 6.536 Punkte. Öl der Sorte Brent handelte mit knapp 86,60 Dollar je Fass gut 3,5 Prozent höher, belastete aber die Risikostimmung unter den Investoren nicht. Der Euro trat mit 1,1550 Dollar nahezu auf der Stelle.
Leicht positiv sieht Anlagestratege Jochen Stanzl von der Consorsbank den DAX. Nachlassende Zinsängste nach den schwächeren US-Arbeitsmarktdaten festigten den DAX-Ausbruch über 26.000 Punkte. Der Ausbruch scheine sukzessive Käufer anzulocken, die aus technischen Gründen einstiegen, was den Index ein wenig resilienter gegenüber jeder Nachricht aus dem Iran zu machen scheine.
Im Wochenverlauf stehen die US-Verbraucherpreise am Mittwoch im Fokus. Der Preisdruck dürfte sich den zweiten Monat in Folge leicht abgeschwächt haben. Der Analystenkonsens erwartet einen Rückgang der jährlichen Gesamtrate von 3,5 auf 3,4 Prozent und der Kernrate von 2,6 auf 2,5 Prozent. Aktuell zeigt das CME-Fed-Tool, dass wieder 56 Prozent der Marktteilnehmer an unveränderte Zinsen im September-Meeting der US-Notenbank glauben. Vor einer Woche waren es noch rund 33 Prozent.
Für den am Donnerstag anstehenden Produzentenpreisindex, dessen Entwicklung den Verbraucherpreisen vorausläuft, werden für Juli sogar deutlichere Rückgänge prognostiziert. Eine insgesamt schwächere Inflationsdynamik könnte Markterwartungen an einen restriktiveren Kurs der Fed dämpfen und sowohl US-Aktien als auch US-Staatsanleihen Auftrieb geben.
Gea schlossen 0,5 Prozent im Plus, nachdem die endgültigen Zahlen für das zweite Quartal im Einklang mit den vorläufigen Ergebnissen lagen, wie es von JP Morgan hieß. Der vom Unternehmen definierte freie Cashflow (FCF) sei signifikant auf 151 Millionen Euro gestiegen, was den höchsten Stand für ein zweites Quartal seit 2020 darstelle.
Umstufungen und Analystenkommentare sorgten für höhere Kursveränderungen. So hat die Deutsche Bank das Kursziel von Qiagen auf 47 nach 43 Euro erhöht, hier ging es um 5,5 Prozent aufwärts. Das zweite Quartal von Qiagen zeigte die erwartete Verbesserung im zugrunde liegenden Geschäft und übertraf sowohl die Erwartungen des Unternehmens als auch die des Marktes, so die Deutsche Bank.
Zu den Gewinnern zählten auch Aumovio mit einem Plus von 1,9 Prozent. Sie wurden von Bernstein auf "Outperform" hochgestuft. Die Analysten sehen das zweite Quartal als bereinigendes Ereignis. Das Gewinnwachstum werde vollständig durch eigene Maßnahmen getrieben und eine Neubewertung der Aktie durch realen freien Cashflow und eine sehr starke Bilanz gestützt.
Nach dem sehr starken Auftragseingang von PVA Tepla (+0,3%) im ersten Quartal waren die Bestellungen der Monate April bis Juni zwar weiterhin solide, aber deutlich moderater, hieß es von SMC. Besonders erfreulich sei die Entwicklung im Segment Metrology gewesen.
Stabilus stellten mit minus 9,1 Prozent den Verlierer am deutschen Aktienmarkt. Am Freitagabend hatte die Mitteilung des Unternehmens für einen Schock gesorgt, dass der Autozulieferer schon zum zweiten Mal seinen CFO verliert. Finanzvorstand Andreas Jaeger will schon nach zehn Monaten wieder gehen.
Nachfrageschwäche in Deutschland belastet Aryzta, die Aktie schloss gut 11 Prozent im Minus. Die fragile Konsumstimmung, insbesondere im Kernmarkt Deutschland (27 Prozent des Umsatzes, im ersten Halbjahr 2026 rund minus 10 Prozent), erwies sich als noch größerer Belastungsfaktor als erwartet. Für Vontobel-Analyst Arben Hasanaj überlagerte dies eine ansonsten gute operative Dynamik. Das Unternehmen wird ab dem kommenden Jahr wieder Kapital an die Aktionäre ausschütten und strebt langfristig eine Ausschüttungsquote von 30 bis 40 Prozent an. Hasanaj erwartet nun eine erste Dividende von 1,0 Franken für das Geschäftsjahr 2026, was einer Rendite von 1,9 Prozent entspricht.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.536 +0,2 +12,7 Stoxx-50 5.541 +0,3 +12,4 Stoxx-600 660 +0,0 +11,5 DAX 26.324 +0,0 +7,5 FTSE-100 London 10.901 -0,4 +9,8 CAC-40 Paris 8.715 +0,1 +6,9 AEX Amsterdam 1.111 +0,2 +16,8 ATHEX-20 Athen 6.675 -0,3 +24,8 BEL-20 Brüssel 5.778 -0,2 +13,8 BUX Budapest 148.633 -0,0 +33,9 OMXH-25 Helsinki 6.239 -0,2 +9,4 OMXC-20 Kopenhagen 1.600 -0,4 -0,5 PSI 20 Lissabon 9.181 -0,3 +11,1 IBEX-35 Madrid 20.176 -0,0 +16,6 FTSE-MIB Mailand 53.717 -0,1 +19,5 OBX Oslo 1.963 +0,8 +22,8 PX Prag 2.785 -0,3 +3,7 OMXS-30 Stockholm 3.312 -0,2 +14,9 WIG-20 Warschau 152.704 +0,6 +29,5 ATX Wien 6.653 +0,0 +24,9 SMI Zürich 14.545 +0,6 +9,6 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:15 EUR/USD 1,1553 -0,0 -0,0005 1,1558 1,1528 EUR/JPY 183,62 +0,7 1,2600 182,36 182,6100 EUR/CHF 0,9345 +0,1 0,0007 0,9338 0,9349 EUR/GBP 0,854 -0,3 -0,0025 0,8565 0,8564 USD/JPY 158,9 +0,7 1,1200 157,78 158,3900 GBP/USD 1,3524 +0,3 0,0036 1,3488 1,3455 USD/CNY 6,7452 -0,0 -0,0020 6,7472 6,7488 USD/CNH 6,7451 +0,0 0,0021 6,7430 6,7483 AUS/USD 0,7065 -0,0 -0,0002 0,7067 0,7036 Bitcoin/USD 64.176,29 -1,4 -913,88 65.090,17 64.808,86 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 80,96 +3,6 2,78 78,18 Brent/ICE 86,56 +3,6 3,01 83,55 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.364,02 +0,5 22,31 4.341,71 Silber 65,19 +2,6 1,64 63,55 Platin 1.750,95 +0,3 5,96 1.744,99 (Angaben ohne Gewähr) ===
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