BERLIN (dpa-AFX) - Will die Jugend von heute nicht mehr arbeiten? Kaum ein Vorwurf taucht in Debatten über die Generation Z so regelmäßig auf wie dieser. Vier-Tage-Woche, Work-Life-Balance oder Sabbatical gelten manchen als Beleg dafür, dass junge Menschen weniger leistungsbereit seien als frühere Generationen. Doch passt dieses Bild wirklich zur Realität? Zum Internationalen Tag der Jugend (12. August) ein Blick auf die Datenlage.
"In der Tat gibt es gegenüber der Generation Z das Klischee der Arbeitsunwilligkeit. Nach allen harten Indikatoren, die wir haben, trifft das nicht zu", erklärt Arbeitsmarktforscher Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Sein Befund stützt sich auf mehrere Entwicklungen: Die Erwerbsbeteiligung junger Menschen sei so hoch wie seit Jahrzehnten nicht, ihre Arbeitszeit entwickle sich ähnlich zu der älterer Beschäftigter und sie wechselten ihren Arbeitsplatz nicht häufiger als frühere Generationen. "Das Bild von jungen Leuten, die entweder im Sabbatical oder in der Dreitagewoche sind, ist keine treffende Beschreibung der Generation Z", sagt Weber.
Die Generation Z umfasst je nach Definition ungefähr die zwischen Ende der 1990er- und den frühen 2010er-Jahren Geborenen. Einheitliche Geburtsjahrgänge gibt es nicht./mfl/DP/zb
