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Bei BASF brodelt es wie bei einem Vulkan. Der Ludwigshafener Chemieriese lieferte Quartalszahlen und füllte die eigenen Kassen mit Milliarden für Aktienrückkäufe auf. Zugleich mischt das Unternehmen kräftig am amerikanischen Markt mit. Die Aktie kletterte zuletzt auch folgerichtig weiter nach oben und nähert sich einer Marke, die seit Monaten wie ein Magnet wirkt. Reicht jetzt die Kraft für den Sprung darüber? Wir werfen einen Blick auf die Zahlen, den Chart und die Frage, ob sich jetzt noch ein Einstieg lohnt und wie weit es gehen könnte!
Mit Rückenwind geht's leichter
Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz von BASF um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro, das operative Ergebnis übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Kein Wunder also, dass der Vorstand die Jahresprognose angehoben hat. Frischen Schub liefert außerdem die frisch erteilte FDA-Zulassung für den UV-Filter Tinosorb S, welcher ein echter Türöffner für den US-Markt im Kosmetikgeschäft sein könnte. Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm über 1 Milliarde Euro. Bis 2028 sollen insgesamt 12 Milliarden Euro an die Aktionäre zurückfließen - eine Wahnsinnssumme!
Nicht alles läuft aber bei BASF reibungslos, denn das Niedrigwasser am Rhein macht dem Stammwerk in Ludwigshafen zu schaffen. Frachtschiffe können längst nicht mehr voll beladen fahren, und die Logistikkosten steigen merklich. BASF reagiert darauf mit speziellen Niedrigwasser-Schiffen und weicht verstärkt auf Bahn und Lkw aus, bislang anscheinend mit Erfolg, denn die Versorgung scheint stabil zu laufen. Auch der harte Sparkurs am Heimatstandort, mit dem der Vorstand Tausende Stellen streicht, sorgt für Diskussionsstoff. Doch am Kapitalmarkt zählt am Ende die Substanz und daher reagieren Analysten auch darauf positiv. Kepler stufte die Aktie kürzlich hoch, die Deutsche Bank sieht ein Kursziel von 60 Euro.

Charttechnik
Charttechnisch nimmt die Aktie gerade richtig Fahrt auf. Seit Wochen schiebt sich der Kurs Stück für Stück näher an die psychologisch wichtige 55-Euro-Marke heran, die zugleich dem Mehrjahreshoch entspricht. Diese Hürde (55,09 Euro) hält bislang stand aber genau das macht die Situation spannend. Gelingt der Ausbruch, könnte es schnell gehen, denn es scheint hier wie bei einem Vulkan, der lange vor sich hin brodelt und dann plötzlich Dampf ablässt. Es wäre nach dem Bruch ein zügiger Anstieg Richtung 60 bis 65 Euro durchaus denkbar. Nach unten hin sieht die Lage ebenfalls solide aus. Sowohl der 50-Tage- als auch der 200-Tage-Durchschnitt verlaufen im Bereich von 47,50 bis 50 Euro und sollten dort ein stabiles Auffangnetz bilden.
Was tun?
Unterm Strich zeigt sich die BASF-Aktie derzeit aufstrebend. Die Geschäftszahlen stimmen, die Prognose wurde angehoben, und mit Tinosorb S öffnet sich ein neuer Wachstumsmarkt in den USA. Die großzügige Kapitalrückführung über Dividenden und Rückkäufe unterstreicht das Vertrauen des Managements in die eigene Stärke. Charttechnisch steht die Aktie vor dem möglichen Ausbruch über 55 Euro. Dieser ist aber noch nicht vollzogen. Ein Kauf auf aktuellem Niveau mit Blick auf die Unterstützung um 47,50 bis 50 Euro erscheint durchaus möglich und könnte vom C/R-Verhältnis her passen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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