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DUDERSTADT(dpa-AFX) - Der Prothesenhersteller Ottobock wird nach deutlichen Zuwächsen im zweiten Quartal optimistischer für das laufende Jahr. "Wir blicken auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück, in dem wir uns durch starkes organisches Wachstum schneller als der Markt entwickelt haben", sagte Unternehmenschef Oliver Jakobi am Donnerstag laut Mitteilung. An der Börse kamen die Quartalszahlen zunächst gut an. Am Nachmittag drehte die Aktie aber in die Verlustzone.
Der Konzern steigerte den Umsatz in den drei Monaten bis Ende Juni um 9,7 Prozent auf 458 Millionen Euro. Im Kerngeschäft erzielte Ottobock ein Plus von 10,7 Prozent auf 440 Millionen Euro. Dabei ist unter anderem das Rollstuhlgeschäft ausgeklammert, dessen Verkauf Mitte Juni mitgeteilt wurde. So konzentriert sich Ottobock auf wachstums- und margenstärkere Bereiche.
Im Kerngeschäft stieg der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 23 Prozent auf 122,7 Millionen Euro, die entsprechende Marge stieg um 2,8 Prozentpunkte auf 27,9 Prozent. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit 48,5 Millionen Euro gut viermal so viel wie im Vorjahr.
Dabei profitierte Ottobock vor allem von guten Geschäften in der europäischen Region EMEA, während der Umsatz aus eigener Kraft in der Region Americas nur leicht zulegte und im asiatisch-pazifischen Raum sogar etwas sank. Letzteres liege aber auch an starken Vorjahreszahlen und Timing-Effekten, hieß es vom Unternehmen.
Branchenexperte Henrik Paganetty vom Investmenthaus Jefferies sprach in einer ersten Reaktion von starken Quartalszahlen. Während der Umsatz im Kerngeschäft auf dem Niveau der Markterwartung liege, übertreffe der operative Gewinn im Kerngeschäft diese. Dabei hätten ein vorteilhafter Produktmix, Beschaffungseffizienzen und fortgesetzte Kostendisziplin die Gewinnmarge angetrieben.
Ottobock-Chef Jacobi traut dem Unternehmen 2026 nun denn auch in der Tendenz mehr Wachstum sowie eine höhere Profitabilität zu als bisher. Für den Umsatz aus eigener Kraft im Kerngeschäft hob er das untere Ende der angepeilten Wachstumsspanne um einen Prozentpunkt an und geht von einem Plus von sechs bis acht Prozent aus.
Davon sollen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten nun mehr als 27 Prozent übrig bleiben. Zuvor hatte das Management mehr als 26,5 Prozent in Aussicht gestellt.
Der Aktienkurs des seit vergangenen Herbst an der Börse notierten Unternehmens legte am Vormittag zeitweise um mehr als drei Prozent zu. Bis zum Nachmittag gaben die Aktien ihre Gewinne aber ab und büßten zuletzt rund 0,2 Prozent auf 58,80 Euro ein. Der Ausgabepreise im Oktober 2025 hatte 66 Euro betragen./mis/nas/stk/jha/



