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Operativ liefert der Augsburger Antriebsspezialist Renk derzeit richtig stark ab. Das sind zum einen Rekordaufträge, steigende Margen und eine bevorstehende Übernahme in Großbritannien, die für Aufbruchstimmung sorgen. Da sind zum anderen Analysten die mit Kaufempfehlungen reagieren und ihre Kursziele anhaben. Auch am Aktienmarkt kommt langsam wieder Fantasie auf. Der Kurs hat den 50er SMA hinter sich gelassen und nimmt nun weitere entscheidende Widerstände ins Visier. Doch reicht dieses Momentum für eine echte Trendwende? Wir schauen genauer hin!
Auftragsbücher auf Rekordniveau
Die Halbjahreszahlen sind mehr als deutlich und eindeutig. Mit einem Plus von rund 30 Prozent stieg der Auftragseingang auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Allein das zweite Quartal markierte mit über 600 Millionen Euro einen historischen Bestwert für den Konzern. Inzwischen türmt sich der Auftragsbestand auf ein Allzeithoch von 7,4 Milliarden Euro. Die Book-to-Bill-Ratio von 1,9 unterstreicht, dass Renk fast doppelt so viele Neuaufträge hereinholt, wie derzeit abgearbeitet werden können und gleichzeitig zieht die Profitabilität an. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich auf 15,4 Prozent. Auch strategisch stellt das Management die Weichen auf Wachstum! Flankiert wird das operative Geschäft durch die geplante Übernahme des britischen Getriebespezialisten David Brown Defence sowie eine erfolgreich abgeschlossene Refinanzierung über rund 1 Milliarde Euro. Das honorieren auch die Analysten. Barclays stufte die Aktie kürzlich auf "Buy" hoch, die Deutsche Bank hält an ihrem Kursziel von 73 Euro fest und J.P. Morgan traut dem Papier sogar 75 Euro zu.

Charttechnik
Nach einer längeren Durststrecke mit fallenden und seitwärts laufenden Notierungen, sendet die Aktie wieder charttechnische Lebenszeichen. Mit dem Sprung über den 50er SMA ist ein erstes wichtiges Etappenziel erreicht. Ebenso liegt die Aktie zuletzt recht stabil über der wichtigen 50er-Marke. Als nächste Bewährungsprobe rückt der 200er SMA bei 53,22 Euro in den Fokus. Gelingt auch hier ein nachhaltiger Ausbruch, wäre der langfristige Abwärtstrend wohl endgültig gebrochen. In diesem Szenario dürfte zügig Potenzial bis in den Bereich von 60 bis 65 Euro freigesetzt werden. Nach unten dient die Zone um das jüngste Tief, bzw. die Zone bei 41- 44 Euro als solide Absicherung. Hochspannende Situation!
Was tun?
Trotz der robusten operativen Substanz notiert die Aktie weiterhin mit deutlichem Abschlag zu ihren bisherigen Höchstständen bei 90,20 Euro. Für bereits investierte Anleger ist die jüngste Kurserholung ein klares Halte-Signal und wer noch nicht dabei ist und überlegt, neu einzusteigen, der könnte den Kampf um den 200er SMA zunächst abwarten und genau beobachten. Ein Sprung über diese Marke liefert das prozyklische Kaufsignal für die nächste Aufwärtswelle. Solange das Unternehmen den enormen Auftragsbestand weiterhin so profitabel abarbeitet, bleibt die fundamentale Investment-Story absolut intakt und es könnten durchaus auch die Kursziele der o. g. Banken und Investmenthäuser in Reichweite geraten.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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