Wiesbaden / Heppenheim / Biblis (ots) -
Wildtierschutz Deutschland hat zwischen Juli und August 2026 an den Hubgerüsten beider Reaktorgebäude des Kernkraftwerks Biblis Mehlschwalben und Nester mit Jungtieren dokumentiert. Damit bildet sich auf dem Kraftwerksgelände nach der Zerstörung von 400 Nestern durch RWE erneut eine Schwalbenkolonie - ausgerechnet an den Gebäuden, an denen das von Wildtierschutz Deutschland organisierte Naturschutzbündnis (MUNA e.V., BUND Hessen - KV Bergstraße, Wildtierschutz Deutschland) von Anfang an Nisthilfen empfohlen hatte. Der Kreis Bergstraße sollte RWE nun dringend zu zusätzlichen, wirksamen Schutzmaßnahmen verpflichten.
An den inzwischen abgebrochenen Kühltürmen lebte über Jahrzehnte eine Kolonie von bis zu 800 standorttreuen Mehlschwalben. Mit dem Abriss des letzten Kühlturms am 16. Januar 2026 verschwanden ihre letzten Brutstätten. Acht bereits 2023 als Ausgleich errichtete Schwalbenhäuser auf niedrigen Masten in offener Landschaft werden auch im vierten Sommer von den Mehlschwalben nicht akzeptiert.
Die Abbruchgenehmigung gibt für genau diesen Fall weitere Maßnahmen vor, wenn nach drei Jahren keine Besiedlung erfolgt ist. Dennoch hat sich der Kreis Bergstraße bislang geweigert, RWE auf dieser Grundlage zu Nachbesserungen zu verpflichten.
"Die Mehlschwalben zeigen selbst, welcher Standort geeignet ist und kommen immer wieder dorthin zurück. Die seit vier Jahren unbesiedelten Schwalbenhäuser sind als Ersatzmaßnahme gescheitert, während sich an beiden Reaktorgebäuden eine neue Kolonie bildet. Der Kreis muss jetzt handeln", erklärt Florinde Stürmer, Vorstandmitglied von Wildtierschutz Deutschland.
Eine weitere Stimme aus dem Bündnis: "Wir sehen den Kreis Bergstraße in der Pflicht, RWE anzuordnen, die Schwalbenkolonie auf dem AKW-Gelände zu schützen und wieder aufzubauen." Dirk Bernd, Vorsitzender von MUNA e.V. in Heppenheim.
Die rund 40 Meter hohen Reaktorgebäude liegen nahe den früheren Brutplätzen und bieten wesentlich bessere Voraussetzungen als die relativ niedrigen, freistehende Masten mit Schwalbenhäusern außerhalb der Bebauung. An beiden Gebäuden und den vorgelagerten Hubgerüsten können Schwalbenbretter und Kunstnester angebracht und die verbliebene Kolonie gezielt wieder aufgebaut, gesichert und gefördert werden.
Am 7. August 2026 hat MUNA e.V., unterstützt von Wildtierschutz Deutschland und dem Kreisverband Bergstraße des BUND Hessen, beim Verwaltungsgericht Darmstadt Klage gegen die Abbruchgenehmigung erhoben. Das Gericht soll prüfen, ob die festgelegten Ausgleichsmaßnahmen den gesetzlichen Anforderungen genügen und die ökologische Funktion der zerstörten Brutstätten tatsächlich erhalten wurde.
Sogenannte CEF-Maßnahmen müssen die ökologische Funktion zerstörter Brutstätten ohne Unterbrechung erhalten. Entscheidend ist nicht allein die Zahl bereitgestellter Kunstnester: Die Ersatznistplätze müssen geeignet sein und angenommen werden. Wildtierschutz Deutschland fordert deshalb, die Wiederansiedlung an beiden Reaktorgebäuden unverzüglich zu sichern und fachlich zu begleiten. Ziel muss sein, dass die Kolonie wieder auf eine Stärke von bis zu 800 Mehlschwalben anwachsen kann. +++
Weitere Informationen: https://www.wildtierschutz-deutschland.de/biblis (https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/klage-mehlschwalbenkolonie-rwe-akw-biblis)
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Über Wildtierschutz Deutschland e.V. (WTSD):
Wildtierschutz Deutschland in eine gemeinnützige Tier- und Naturschutzorganisation. Sie wurde 2011 gegründet und setzt sich seitdem für Wildtiere, ihre Lebensräume und für eine Änderung der nicht zeitgemäßen Jagdgesetzgebung ein.
Pressekontakt:
Presse/Öffentlichkeitsarbeit: Florinde Stürmer und Carmen Stürmer
M. 0157 39 39 54 92
Wildtierschutz Deutschland e.V.
fs@wildtierschutz-deutschland.de
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www.facebook.com/wildtierschutz
Instagram: wildtierschutzdeutschland
Original-Content von: Wildtierschutz Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/133267/6334638
Wildtierschutz Deutschland hat zwischen Juli und August 2026 an den Hubgerüsten beider Reaktorgebäude des Kernkraftwerks Biblis Mehlschwalben und Nester mit Jungtieren dokumentiert. Damit bildet sich auf dem Kraftwerksgelände nach der Zerstörung von 400 Nestern durch RWE erneut eine Schwalbenkolonie - ausgerechnet an den Gebäuden, an denen das von Wildtierschutz Deutschland organisierte Naturschutzbündnis (MUNA e.V., BUND Hessen - KV Bergstraße, Wildtierschutz Deutschland) von Anfang an Nisthilfen empfohlen hatte. Der Kreis Bergstraße sollte RWE nun dringend zu zusätzlichen, wirksamen Schutzmaßnahmen verpflichten.
An den inzwischen abgebrochenen Kühltürmen lebte über Jahrzehnte eine Kolonie von bis zu 800 standorttreuen Mehlschwalben. Mit dem Abriss des letzten Kühlturms am 16. Januar 2026 verschwanden ihre letzten Brutstätten. Acht bereits 2023 als Ausgleich errichtete Schwalbenhäuser auf niedrigen Masten in offener Landschaft werden auch im vierten Sommer von den Mehlschwalben nicht akzeptiert.
Die Abbruchgenehmigung gibt für genau diesen Fall weitere Maßnahmen vor, wenn nach drei Jahren keine Besiedlung erfolgt ist. Dennoch hat sich der Kreis Bergstraße bislang geweigert, RWE auf dieser Grundlage zu Nachbesserungen zu verpflichten.
"Die Mehlschwalben zeigen selbst, welcher Standort geeignet ist und kommen immer wieder dorthin zurück. Die seit vier Jahren unbesiedelten Schwalbenhäuser sind als Ersatzmaßnahme gescheitert, während sich an beiden Reaktorgebäuden eine neue Kolonie bildet. Der Kreis muss jetzt handeln", erklärt Florinde Stürmer, Vorstandmitglied von Wildtierschutz Deutschland.
Eine weitere Stimme aus dem Bündnis: "Wir sehen den Kreis Bergstraße in der Pflicht, RWE anzuordnen, die Schwalbenkolonie auf dem AKW-Gelände zu schützen und wieder aufzubauen." Dirk Bernd, Vorsitzender von MUNA e.V. in Heppenheim.
Die rund 40 Meter hohen Reaktorgebäude liegen nahe den früheren Brutplätzen und bieten wesentlich bessere Voraussetzungen als die relativ niedrigen, freistehende Masten mit Schwalbenhäusern außerhalb der Bebauung. An beiden Gebäuden und den vorgelagerten Hubgerüsten können Schwalbenbretter und Kunstnester angebracht und die verbliebene Kolonie gezielt wieder aufgebaut, gesichert und gefördert werden.
Am 7. August 2026 hat MUNA e.V., unterstützt von Wildtierschutz Deutschland und dem Kreisverband Bergstraße des BUND Hessen, beim Verwaltungsgericht Darmstadt Klage gegen die Abbruchgenehmigung erhoben. Das Gericht soll prüfen, ob die festgelegten Ausgleichsmaßnahmen den gesetzlichen Anforderungen genügen und die ökologische Funktion der zerstörten Brutstätten tatsächlich erhalten wurde.
Sogenannte CEF-Maßnahmen müssen die ökologische Funktion zerstörter Brutstätten ohne Unterbrechung erhalten. Entscheidend ist nicht allein die Zahl bereitgestellter Kunstnester: Die Ersatznistplätze müssen geeignet sein und angenommen werden. Wildtierschutz Deutschland fordert deshalb, die Wiederansiedlung an beiden Reaktorgebäuden unverzüglich zu sichern und fachlich zu begleiten. Ziel muss sein, dass die Kolonie wieder auf eine Stärke von bis zu 800 Mehlschwalben anwachsen kann. +++
Weitere Informationen: https://www.wildtierschutz-deutschland.de/biblis (https://www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/klage-mehlschwalbenkolonie-rwe-akw-biblis)
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Wildtierschutz Deutschland in eine gemeinnützige Tier- und Naturschutzorganisation. Sie wurde 2011 gegründet und setzt sich seitdem für Wildtiere, ihre Lebensräume und für eine Änderung der nicht zeitgemäßen Jagdgesetzgebung ein.
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