August 2026 -
Nach Jahren der Null- und Negativzinsen ist der Anleihemarkt zurück. Doch das Umfeld hat sich grundlegend verändert: Neben der Geldpolitik werden Staatsverschuldung, steigende Emissionsvolumina und Inflationsrisiken zu entscheidenden Faktoren für die Renditeentwicklung. Für Anleger eröffnet dies attraktive Chancen - verlangt aber mehr Differenzierung als in der Vergangenheit.
Lange Zeit waren Anleihen für viele Anleger vor allem eines: ein Instrument zur Stabilisierung des Portfolios. In den Jahren der Null- und Negativzinsen änderte sich dieses Bild grundlegend. Wer damals eine zehnjährige Bundesanleihe kaufte, musste zeitweise sogar eine negative Rendite akzeptieren. Die Ertragserwartungen lagen entsprechend niedrig.
Diese Zeiten sind vorbei. Anleihen bieten heute wieder einen laufenden Ertrag, der einen wesentlichen Bestandteil der Gesamtrendite ausmachen kann. Gleichzeitig ist aber auch die Komplexität des Marktes gestiegen. Denn die entscheidende Frage für Anleiheinvestoren lautet nicht mehr nur: Was macht die Europäische Zentralbank? Zunehmend geht es auch um die Frage: Wie viel Kapital benötigen die europäischen Staaten - und zu welchem Preis finden sie dafür Käufer?


