Köln - Nachdem die Schere zwischen arm und reich vom Ende 90er-Jahre an bis zum Beginn der Weltfinanzkrise im Jahr 2008 weiter auseinandergegangen war, ist die Vermögensungleichheit in Deutschland seitdem etwas zurückgegangen. Das zeigt eine Studie, die das arbeitgebernahe Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) erstellt hat und über die die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstagausgabe) berichtet.
Von den massiven Vermögensverlusten während der Krise waren Menschen mit viel Geld stärker betroffen als solche mit wenig. Zudem kamen in den nachfolgenden Jahren zwei Dinge zusammen: Wirtschaft und Realeinkommen der Beschäftigten wuchsen recht kräftig, zugleich sorgten ultraniedrige Zinsen für eine sinkende Verschuldung. Viele Bürger konnten so ihr Nettovermögen, also die Summe aller Besitztümer abzüglich möglicher Kredite etwa für das Haus, das Auto oder die neue Küche, steigern.
Auch die Corona-Pandemie trug zunächst spürbar zur Vermögensbildung bei, weil die Menschen ihr Geld nicht in Gaststätten und Theatern ausgeben konnten, sondern anlegten. Die anschließende Inflationsphase machte diesen Effekt allerdings wieder zunichte.
Im Vergleich zu manch anderem europäischen Land ist die Ungleichheit in der Bundesrepublik dennoch relativ groß. Das gleiche Muster findet man auch in anderen einkommensstarken Ländern mit ausgeprägtem Sozialsystem, etwa in Skandinavien. Die Notwendigkeit, privat vorzusorgen, ist hier geringer als in einem Land wie England oder den USA, zudem werden die finanziellen Ansprüche der Menschen gegenüber den Sozialversicherungen in den einschlägigen Statistiken nicht erfasst. Würden etwa die Rentenanwartschaften der Bürger als Teil ihres Vermögens betrachtet, wäre die Ungleichheit in Deutschland spürbar geringer.
Auffallend sind die großen Unterschiede auf regionaler Ebene. So ist das Nettovermögen in den süddeutschen Bundesländern mit 442.100 Euro mehr als zweieinhalb Mal so hoch wie im Osten mit 169.100 Euro. Noch dramatischer wird der Unterschied, wenn man den Median betrachtet: Er liegt im Süden mit 189.000 Euro mehr als fünf Mal so hoch wie im Osten, der auf gerade einmal knapp 36.000 Euro kommt.
Ein wesentlicher Grund dafür ist laut IW, dass die Menschen in den ostdeutschen Ländern erst 1990 richtig mit der privaten Vermögensbildung beginnen konnten. Hinzu kommt die geringe Wohneigentumsquote, die auch deutschlandweit zur vergleichsweise hohen Ungleichheit beiträgt.
Statt Reiche stärker zu belasten, rät das IW dazu, die breite Masse der Bevölkerung beim Vermögensaufbau stärker zu unterstützen - etwa durch niedrigere Steuern und Gebühren beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung.
Von den massiven Vermögensverlusten während der Krise waren Menschen mit viel Geld stärker betroffen als solche mit wenig. Zudem kamen in den nachfolgenden Jahren zwei Dinge zusammen: Wirtschaft und Realeinkommen der Beschäftigten wuchsen recht kräftig, zugleich sorgten ultraniedrige Zinsen für eine sinkende Verschuldung. Viele Bürger konnten so ihr Nettovermögen, also die Summe aller Besitztümer abzüglich möglicher Kredite etwa für das Haus, das Auto oder die neue Küche, steigern.
Auch die Corona-Pandemie trug zunächst spürbar zur Vermögensbildung bei, weil die Menschen ihr Geld nicht in Gaststätten und Theatern ausgeben konnten, sondern anlegten. Die anschließende Inflationsphase machte diesen Effekt allerdings wieder zunichte.
Im Vergleich zu manch anderem europäischen Land ist die Ungleichheit in der Bundesrepublik dennoch relativ groß. Das gleiche Muster findet man auch in anderen einkommensstarken Ländern mit ausgeprägtem Sozialsystem, etwa in Skandinavien. Die Notwendigkeit, privat vorzusorgen, ist hier geringer als in einem Land wie England oder den USA, zudem werden die finanziellen Ansprüche der Menschen gegenüber den Sozialversicherungen in den einschlägigen Statistiken nicht erfasst. Würden etwa die Rentenanwartschaften der Bürger als Teil ihres Vermögens betrachtet, wäre die Ungleichheit in Deutschland spürbar geringer.
Auffallend sind die großen Unterschiede auf regionaler Ebene. So ist das Nettovermögen in den süddeutschen Bundesländern mit 442.100 Euro mehr als zweieinhalb Mal so hoch wie im Osten mit 169.100 Euro. Noch dramatischer wird der Unterschied, wenn man den Median betrachtet: Er liegt im Süden mit 189.000 Euro mehr als fünf Mal so hoch wie im Osten, der auf gerade einmal knapp 36.000 Euro kommt.
Ein wesentlicher Grund dafür ist laut IW, dass die Menschen in den ostdeutschen Ländern erst 1990 richtig mit der privaten Vermögensbildung beginnen konnten. Hinzu kommt die geringe Wohneigentumsquote, die auch deutschlandweit zur vergleichsweise hohen Ungleichheit beiträgt.
Statt Reiche stärker zu belasten, rät das IW dazu, die breite Masse der Bevölkerung beim Vermögensaufbau stärker zu unterstützen - etwa durch niedrigere Steuern und Gebühren beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung.
© 2026 dts Nachrichtenagentur
