
© Foto: Rafael Minguet Delgado auf Pexels
Bei Deutz überschlagen sich gerade die Ereignisse. Erst die Milliarden-Übernahme des Rüstungsspezialisten FFG, dann kräftige Insiderkäufe des eigenen Managements, und jetzt auch noch ein positives charttechnisches Signal! Der Ausbruch aus der Keilformation scheint geglückt zu sein. Ganz sauber und endgültig sieht die Sache zwar noch nicht aus, dafür ist die Bewegung zu verhalten, doch die Richtung stimmt. Schon in wenigen Tagen, am 24. August, entscheiden die Aktionäre über den größten Zukauf der Firmengeschichte. Bleibt der Kurs beständig über 9 Euro, könnte daraus mehr werden. Wir checken die Fakten für Sie!
Zahlen und Übernahme sorgen für Rückenwind
Deutz hat zuletzt ordentlich geliefert. Der Umsatz im ersten Halbjahr wuchs um 10,7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Noch deutlicher ging es beim bereinigten EBIT nach oben, hier stand ein Plus von 43,1 Prozent zu Buche. Und der Auftragseingang sprang sogar um 28,7 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Das Management bestätigte die Jahresprognose und rechnet sogar eher mit dem oberen Ende der Spanne. Im Hintergrund läuft parallel der größte Umbau der Firmengeschichte. Für 1,6 Milliarden Euro will sich Deutz den Rüstungsdienstleister FFG einverleiben. Finanziert wird das über frische Bankkredite und eine Kapitalerhöhung, bei der die bisherigen FFG-Eigentümer bis zu 29,9 Prozent an Deutz erhalten sollen. Am 24. August entscheiden dann die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung darüber. Kurz vor diesem Termin griffen mehrere Führungskräfte, allen voran Vorstandschef Sebastian Schulte, kräftig bei den eigenen Aktien zu. Das ist ein deutliches Signal, das man als Anleger meist positiv zu werten weiß.

Charttechnik
Der Ausbruch aus der Keilformation scheint zuletzt gelungen zu sein, wirklich dynamisch sieht die Bewegung aber noch nicht aus. Entscheidend ist jetzt, dass der Kurs nicht mehr unter die Marke von 9 Euro zurückfällt. Sonst wäre der ganze Ausbruch wieder hinfällig. Klarer würde das Bild und auch noch ein stückweit positiver, sollte sich die Aktie in Richtung 11 Euro vorarbeiten. Gelingt das, rückt rechnerisch ein Kursziel im Bereich von 14 bis 15 Euro in den Fokus. Bis dahin bleibt aber noch ein klein wenig Vorsicht angebracht, denn eine wirklich überzeugende Kaufwelle ist das noch nicht. Dazu fehlen noch die Dynamik und das höhere Handelsvolumen. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen.
Was tun?
Fundamental hat Deutz gerade einiges zu bieten mit einer steigenden Marge, einem kräftig wachsenden Auftragseingang und mit FFG, einem strategischen Coup, der das Unternehmen in Richtung margenstarkem Rüstungsgeschäft hinbefördert. Auch die Insiderkäufe der Führungsriege sprechen für Vertrauen ins eigene Geschäft. Charttechnisch mehren sich die positiven Signale, derzeit sind sie aber noch nicht so richtig überzeugend. Wer einsteigen möchte, sollte auf alle Fälle die Marke von 9 Euro oder knapp darunter als Absicherung im Hinterkopf behalten und den 24. August als nächsten wichtigen Termin markieren. Erst wenn die Hauptversammlung grünes Licht gibt und der Kurs sich Richtung 11 Euro bewegt, dürfte aus dem verhaltenen Ausbruch eine echte Aufwärtswelle werden. Hochspannend!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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