HAMBURG (dpa-AFX) - Der Optikerkonzern Fielmann senkt seine Prognose für das laufende Jahr. Der Grund sei die anhaltend maue Konsumstimmung auf dem deutschen Heimatmarkt, teilte das Unternehmen überraschend am Donnerstagabend in Hamburg mit. Bei den Anlegern kam das gar nicht gut an.
Für die Fielmann-Aktie ging es im frühen Handel am Freitag um sechs Prozent auf 39,30 Euro nach unten. Damit war das Papier das klare Schlusslicht im Kleinwerteindex SDax . Seit Jahresbeginn hat es etwas mehr als zehn Prozent verloren. Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate liegt der Kursverlust sogar bei 30 Prozent.
Branchenexperte Harrison Woodin-Lygo von der Privatbank Berenberg wies darauf hin, dass die Konsumschwäche in Deutschland bereits in dem im Juli gegebenen Ausblick der Fielmann-Führung berücksichtigt gewesen sei. Daher enttäusche die Prognosesenkung nur sechs Wochen später. Allerdings reduziere das Unternehmen seine Abhängigkeit vom deutschen Markt durch seine zunehmende Internationalisierung.
Der Umsatz des Konzerns soll 2026 um zwei bis fünf Prozent auf 2,5 bis 2,55 Milliarden Euro steigen. Zuvor hatte das Unternehmen 2,55 bis 2,6 Milliarden in Aussicht gestellt. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwartet der Konzern nun bei 560 bis 580 Millionen. Zuvor hatte der Vorstand 590 bis 610 Millionen in Aussicht gestellt.
Bereits Anfang Juli war Fielmann bei der Vorlage der vorläufigen Halbjahreszahlen vorsichtiger geworden und hatte bei beiden Kennziffern nur noch mit dem unteren Ende der Spannen gerechnet. Für die bereinigte Marge für das Ergebnis vor Steuern erwartet der Vorstand nun rund 12 Prozent. Bislang sollten es 12 bis 13 Prozent werden.
Nach wie vor erwartet Fielmann für das zweite Halbjahr eine Beschleunigung des Umsatzwachstums. Treiber hierfür seien die verstärkte Expansion, zusätzliche Personalkapazitäten und Produktivitätssteigerungen.
Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz von Fielmann dank des Ausbaus des internationalen Geschäfts um zwei Prozent auf 1,25 Milliarden Euro, wie das Unternehmen bereits Anfang Juli mitgeteilt hatte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich um vier Millionen auf 296 Millionen Euro. Der vollständige Halbjahresbericht soll am 27. August veröffentlicht werden./nas/err/stw/jha/




