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In den vergangenen Wochen konnte sich die SAP-Aktie stark erholen, doch damit dürfte es jetzt erstmal vorbei sein, denn die technischen Warnsignale mehren sich.
SAP: Eine Zwischenkonsolidierung ist jetzt äußerst wahrscheinlich!
Noch am Tag vor den zuletzt vorgelegten Quartalszahlen herrschte bei der SAP-Aktie Alarmstufe Rot, denn die Aktie war nach erneuten Verlusten auf ein neues Mehrjahrestief gefallen. Die gelten in der technischen Analyse als markante Verkaufssignale. Der Geschäftsbericht fiel jedoch zur Zufriedenheit der Investoren aus, während es gleichzeitig zu einer breiten Erholung in der Software-Branche gekommen ist.
So konnten die Anteile der Walldorfer in wenigen Wochen fast 50 Prozent zulegen und ihre seit dem Jahreswechsel erlittenen Verluste auf ein Minus von 11 Prozent eindämmen. Dabei ist es charttechnisch zu einer ganzen Reihe von Entspannungssignalen gekommen. Vor allem die rückeroberten gleitenden Durchschnitte sowie der Ausbruch über den Widerstandsbereich zwischen 165 und 175 Euro machen mittel- und langfristig wieder Mut.
Kurzfristig sollten sich Anlegerinnen und Anleger jedoch auf Gegenwind einstellen. Im Chart liegen nach überkauften Zuständen erste bearishe Divergenzen vor. Das deutet jetzt auf ein vorläufiges Ende der Rallye und neue Verluste hin. Für Investoren bedeutet das, sich entweder zum Aussitzen der drohenden Korrektur oder für Gewinnmitnahmen entscheiden zu müssen.

Schutz nach unten bedeutet noch keinen Durchmarsch nach oben
Trotz der zuletzt starken Erholung befindet sich SAP noch immer in einem übergeordneten Abwärtstrend. Zwar konnte zuletzt die wichtige, langfristige Trends bestimmende 200-Tage-Linie überwunden werden, doch noch ist der Ausbruch nicht aussagekräftig genug, zumal das Papier weiterhin unter einer aktuell bei rund 225 Euro verlaufenden Abwärtstrendlinie liegt.
Was jedoch gebannt sein dürfte, ist die Gefahr neuer Verluste. Solange der Bereich um 150 Euro nicht nachhaltig wieder aufgegeben wird, dürften keine neuen Mehrjahrestiefs drohen. Vor allem der Anstieg der 50-Tage-Linie ist ein Ausweis dafür, dass sich der mittelfristige Trend gedreht hat. Kurzfristig ist jedoch mit Verlusten zu rechnen, denn die starke Erholung hat die Käuferinnen und Käufer viel Kraft gekostet.
Kurzfristig überwiegen die Verkaufssignale
Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist in den überkauften Bereich vorgedrungen und auch der MACD notierte zuletzt so hoch, wie seit mehr als eineinhalb Jahren nicht mehr. Das bestätigt zwar einerseits den jüngsten Anstieg, deutet andererseits aber auf eine Überhitzung der Erholung hin, die sich jetzt in einer Konsolidierung niederschlagen dürfte - auch weil kurzfristig bearishe Divergenzen vorliegen und der RSI bereits im Rückwärtsgang ist.
Ziel der überfälligen Korrektur dürfte der Bereich zwischen 165 und 175 Euro sein, wo auch die 200-Tage-Linie verläuft. Diese Supportzone ist seit dem Ausbruch noch keinem ernsthaften Test unterzogen worden. Das schmälert die Vertrauensbasis in Bezug auf weitere Kursgewinne. Sollte es außerdem zu einer für den Spätsommer beziehungsweise Midterm-Wahljahre üblichen, saisonalen Korrektur kommen, könnte auch der Bereich um 150 Euro noch einmal getestet werden. Das Basisszenario stellt jedoch einen Rücksetzer "nur" bis rund 165 Euro dar, ehe die Aktie ihre Erholung wieder aufnehmen könnte.
Für eine dauerhaft bestätigte Trendwende gilt es dagegen die Bereiche um 200 und 225 Euro nachhaltig (also mindestens auf Wochen- beziehungsweise Monatsbasis) zu überwinden. Ohne eine Zwischenkonsolidierung dürfte das für die Bullen jedoch kaum zu bewerkstelligen sein.
Fazit: Auf Rallyepause einstellen und entsprechend reagieren
Auch aus fundamentaler Perspektive ist die SAP-Aktie jetzt längst nicht mehr so attraktiv, wie vor wenigen Wochen noch. Für 2026 steht ein KGVe von 26,4 und für 2027 von 22,8 zu Buche. Das ist für ein Unternehmen mit einem Umsatzwachstum im hohen einstelligen beziehungsweise niedrigen zweistelligen Prozentbereich zwar angemessen, bietet aber nur eine geringe Sicherheitsmarge. Für einen Neueinstieg in die Aktie sollten daher sowohl aus technischer wie auch aus fundamentaler Perspektive niedrigere Kurse abgewartet werden.
Wer bereits investiert ist, denkt über Teilverkäufe nach mit der Absicht, die Position nach einer überfälligen Zwischenkonsolidierung wieder zu einer vollen Positionen auszubauen. Hierfür sollten die Zielmarken bei 165 und im Worst-Case 150 Euro berücksichtigt werden.
Gastautor: Max Gross
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