Während die Neukundengewinnung bei Altersvorsorgeprodukten derzeit noch unter der verhaltenen Anlegerstimmung leidet, könnte sich das Umfeld für JDC schon bald grundlegend verbessern. Zum 1. Januar 2027 soll das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot starten und erstmals auch renditeorientierte Anlagen wie Fonds und ETFs umfassender in die Förderung der privaten Vorsorge einbeziehen.
Bereits im Schlussquartal 2026 dürften sich Fonds- und Versicherungsgesellschaften mit entsprechenden Vertriebs- und Marketingkampagnen positionieren. JDC könnte davon gleich doppelt profitieren: über seine Plattform für Finanzvermittler und über die digitale Kundengewinnung.
Gerade dieser zweite Bereich hat durch die Übernahme der FMK-Gruppe erheblich an Bedeutung gewonnen. Die im September 2025 erworbene Gesellschaft entwickelt sich bislang ausgesprochen erfolgreich. Allein im ersten Halbjahr steuerte FMK rund 22 Mio. Euro Umsatz und 7 Mio. Euro EBITDA bei. Damit war die Akquisition der wesentliche Treiber für den kräftigen Wachstumsschub im Kerngeschäft Advisortech. Dessen Erlöse erhöhten sich bereinigt um 26 Prozent auf 124,2 Mio. Euro - obwohl das organische Neugeschäft weiterhin Gegenwind verspürte. Auch das kleinere Advisory-Segment mit der Privatkundenbetreuung über FiNUM entwickelte sich mit einem Umsatzplus von 8 Prozent und einem EBITDA-Anstieg um 6 Prozent positiv.
Auf Konzernebene führte dies zu einem sehr starken ersten Halbjahr. Der ausgewiesene Umsatz wuchs um 19 Prozent auf 143,5 Mio. Euro, während das EBITDA um 83 Prozent auf 14,5 Mio. Euro sprang. Tatsächlich fiel die operative Dynamik sogar noch etwas höher aus. JDC grenzt wegen des volatilen Börsenumfelds unterjährig anfallende Performance-Gebühren im Investmentbereich erstmals nicht mehr erfolgswirksam ab. Ohne diesen Effekt hätte das Umsatzwachstum rund 23 Prozent betragen.
Einen kleinen Dämpfer gab es allerdings beim Ausblick. Das Management rechnet inzwischen damit, die Jahresprognose eher am unteren Ende zu erreichen. Doch selbst 300 Mio. Euro Umsatz und 35 Mio. Euro EBITDA würden gegenüber den 250 Mio. Euro beziehungsweise 20,6 Mio. Euro des Vorjahres einen erheblichen Wachstumsschritt darstellen.
Noch interessanter ist die Perspektive darüber hinaus. Für 2027 stehen bislang 450 bis 500 Mio. Euro Umsatz und 40 bis 50 Mio. Euro EBITDA auf der Agenda. Mit FMK, einer möglichen Belebung des organischen Plattformgeschäfts und zusätzlichen Impulsen durch die Reform der privaten Altersvorsorge verfügt JDC über mehrere Ansatzpunkte, um die Expansion fortzusetzen. Die Halbjahreszahlen zeigen vor allem, dass die Ertragskraft bereits kräftig zunimmt, obwohl noch nicht alle Wachstumsmotoren auf vollen Touren laufen. Das macht die Aktie auf dem aktuellen Niveau weiterhin interessant.
(aktien-global.de, erstellt 24.08.26, 08:03 Uhr, veröffentlicht 24.08.26, 08:10 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/newssystem/impressum/).
Originalmeldung: https://www.aktien-global.de/news-cov/newscov_jdc_group/jdc_neue_wachstumstreiber_stehen_schon_bereit-24782/



